Kurz gesagt
- StormScope EU ist die auf Europa ausgerichtete Version des StormScope-Modells für kurzfristige Prognosen.
- Mithilfe von EUMETSAT-Satellitenbeobachtungen prognostiziert das Modell die Wolkenbedingungen in 16 Meteosat-Kanälen in 10-Minuten-Abständen.
- Die interaktive Demo, die auf der GTC Berlin gezeigt wurde, aktualisiert ihre Prognosen mit neu eintreffenden Satellitenbeobachtungen und stellt die Ergebnisse als Kartenkacheln dar.
- NVIDIA-Earth-2-Modelle kommen neben Wetterprognosen auch bei Anwendungen wie Luftqualitäts- und Solarenergieprognosen zum Einsatz.
In einem am 22. Oktober 2026 veröffentlichten Blogbeitrag stellte NVIDIA StormScope EU als neues Mitglied seiner offenen Earth-2-Modellfamilie vor. Das mit europäischen Wetter- und Klimadaten trainierte Modell prognostiziert kurzfristige Veränderungen der Wolkenbedingungen. Dazu nutzt es EUMETSAT-Satellitenbeobachtungen und erstellt Prognosen in 16 Meteosat-Kanälen in 10-Minuten-Abständen. NVIDIA zeigt das Modell auf der GTC Berlin in einer interaktiven Wetterdemo, die gemeinsam mit Earthmover entwickelt wurde.
So funktioniert StormScope EU
StormScope EU ist eine regionale Version von NVIDIAs StormScope-Modell. Die Demo nutzt Earth2Studio zur Berechnung der Prognosen und die Datenplattform von Earthmover, um Echtzeitergebnisse zu verwalten und bereitzustellen. Sobald neue Satellitenbeobachtungen eintreffen, werden die Ergebnisse alle 10 Minuten aktualisiert. Nutzer können Prognosen für ganz Europa als Kartenkacheln ansehen, ohne den gesamten Datensatz herunterladen zu müssen.
Earth-2-Modelle lassen sich je nach regionalen Anforderungen kombinieren. In NVIDIAs Beispiel ist StormScope für kurzfristige Prognosen vorgesehen, während CorrDiff gröberen Wetterdaten lokale Details hinzufügt. Das Open-Source-Framework NVIDIA PhysicsNeMo bietet Teams außerdem Werkzeuge, um Modelle mit eigenen Daten und Fachkenntnissen zu trainieren und anzupassen. Nach Angaben des Unternehmens lässt sich dieser Ansatz auf Umweltanwendungen wie die Modellierung der Luftqualität übertragen.
Anwendungsbeispiele in Europa
Die von NVIDIA vorgestellten Beispiele zeigen, dass Earth-2 nicht auf ein einziges Prognoseszenario beschränkt ist. AXA nutzt FourCastNet 3 für mehr als 1.000 simulierte Saisons, um regionale Zyklonrisiken über historische Aufzeichnungen hinaus zu untersuchen. Vaisala Xweather kombiniert eigene Beobachtungen, Blitzdaten und Prognoseexpertise mit Earth-2. Das Unternehmen will kurzfristige Warnungen verbessern, indem es StormScope mit Blitzdaten anpasst.
Forschende der University of Manchester haben CorrDiff für die Modellierung der Luftqualität im Vereinigten Königreich angepasst. Das Modell wurde auf dem von NVIDIA unterstützten Supercomputer Isambard-AI trainiert und lokal auf NVIDIA-DGX-Spark-Systemen ausgeführt. TotalEnergies bewertet an zwei Photovoltaikstandorten kurzfristige Prognosen der Sonneneinstrahlung auf Basis von StormScope. Space42 entwickelte SARDiff4Height mit CorrDiff und PhysicsNeMo. Das Modell schätzt anhand eines einzelnen Radarbildes die Geländehöhe und erstellt zudem Unsicherheitskarten.
Bedeutung für Architektur- und Visualisierungs-Workflows
StormScope EU wird nicht als Architektur- oder Visualisierungssoftware vorgestellt. Aktuelle Prognosen zu lokalen Wetterbedingungen können jedoch für Arbeiten relevant sein, bei denen Klima- und Umweltdaten in Projektentscheidungen einfließen – insbesondere für Teams, die Solarenergie und Standortbedingungen bewerten. NVIDIAs Beispiele zeigen, dass die Modellausgaben in Bereichen wie Energie, Verkehr und Versicherungen ausgewertet werden. Eine direkte Integration für Architekturbüros wurde nicht angekündigt.
Teams, die solche Daten in einem Visualisierungs- oder Design-Workflow einsetzen möchten, sollten zunächst den Datenzugriff, den erforderlichen Anpassungsaufwand und die benötigte Infrastruktur prüfen. NVIDIA zufolge laufen Earth-2-Technologien auf der eigenen Recheninfrastruktur. Im Blogbeitrag werden weder Preise noch Einzelheiten zu den Lizenzbedingungen oder die Kompatibilität mit bestimmten Architekturprogrammen genannt. Eine direkte Einbindung des Modells in Projekt-Workflows sollte daher nicht vorausgesetzt werden.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Der größte Nutzen von StormScope EU für Architekturbüros liegt weniger darin, dass es sich direkt in eine Designsoftware integrieren lässt, als vielmehr darin, zu zeigen, wie lokale Wetter- und Umweltdaten angepasst werden können. Für Teams, die Solarenergie oder Standortbedingungen analysieren, ist dieser Ansatz einen näheren Blick wert. Die Ankündigung beschreibt jedoch weder eine Integration mit Architekturwerkzeugen noch einen fertigen Projekt-Workflow.
Büros in der Türkei sollten vor einer praktischen Nutzung den Datenzugriff, die erforderliche NVIDIA-Recheninfrastruktur und die Lizenzbedingungen klären. Da die Ankündigung weder Preise noch ausführliche Lizenzinformationen enthält, sollte der praktische Nutzen bis zur Klärung dieser Punkte zurückhaltend bewertet werden.
Häufige Fragen
Was ist StormScope EU?
StormScope EU ist ein regionales StormScope-Modell, das in die NVIDIA-Earth-2-Familie aufgenommen und mit europäischen Wetter- und Klimadaten trainiert wurde. Für kurzfristige Prognosen der Wolkenbedingungen nutzt es EUMETSAT-Satellitenbeobachtungen.
In welchen Abständen erstellt StormScope EU Prognosen?
Das Modell prognostiziert die Wolkenbedingungen in 16 Meteosat-Kanälen in 10-Minuten-Abständen. Auch die Ergebnisse der Demo auf der GTC Berlin werden mit neu eintreffenden Satellitenbeobachtungen alle 10 Minuten aktualisiert.
Lässt sich StormScope EU mit Architekturprogrammen verwenden?
NVIDIA hat keine Integration mit bestimmten Architekturprogrammen angekündigt. Das Modell wird für Anwendungen wie Wetterprognosen, Umweltmodellierung und Solarenergieprognosen vorgestellt.



