Kurz gesagt
- Named Views dient zum Speichern, Wiederherstellen und Bearbeiten von Ansichten.
- ViewCaptureToFile speichert die Ansicht in einer festgelegten Größe, ohne UI-Elemente wie Viewport-Rahmen oder Cursor ins Bild aufzunehmen.
- ScreenCaptureToFile erfasst den aktiven Viewport in seiner aktuellen Größe samt Viewport-Verzierungen.
- ViewCaptureToFile unterstützt BMP, JPG, PNG und TIFF; ScreenCaptureToFile unterstützt BMP, JPG, PCX, PNG, TIFF und TGA.
In der offiziellen Rhino-8-Hilfe werden die Befehle NamedView, ViewCaptureToFile und ScreenCaptureToFile als Werkzeuge zum Speichern von Modellansichten und Erstellen von Bildern für unterschiedliche Zwecke beschrieben. Dieser Leitfaden behandelt die Schritte zum Speichern und Bearbeiten benannter Ansichten sowie die Unterschiede zwischen View Capture und Screen Capture. Die beschriebenen Funktionen basieren auf den in der Dokumentation genannten Rhino-8-Funktionen.
1. Ansicht speichern und wieder aufrufen
Öffnen Sie das Named-Views-Panel über
Panels > Named Views. Um den aktuellen Viewport zu speichern, wählen Sie im Panel Save as und vergeben einen aussagekräftigen Namen. So können Sie später beim Arbeiten am Modell über das Panel dieselbe Ansicht wieder aufrufen.Doppelklicken Sie auf den Namen einer gespeicherten Ansicht, um sie im aktiven Viewport wiederherzustellen. Alternativ können Sie die Ansicht im Panel per Drag-and-drop auf den Ziel-Viewport ziehen. Mit To new floating viewport erstellen Sie einen neuen schwebenden Viewport aus der ausgewählten Ansicht.
Um Ansichten auf ein Modell in einem anderen Rhino-Fenster zu übertragen, ziehen Sie die Named View in das Named-Views-Panel dieses Fensters. Dadurch wird die Ansicht in das andere Modell kopiert. Mit Import from 3dm file lassen sich benannte Ansichten aus einer 3DM-Datei importieren.
Im Panel können Sie die Ansichten als Miniaturansichten oder Liste anzeigen. Mit einem Rechtsklick auf den Vorschaubereich wechseln Sie zwischen diesen Darstellungsformen. Die Einträge lassen sich nach der Namensspalte auf- oder absteigend alphabetisch sortieren. Bei Auswahl von Custom Order können Sie sie per Drag-and-drop neu anordnen. Bei Dateien mit vielen Blickwinkeln erleichtern aussagekräftige Ansichtsbezeichnungen das Auffinden des gewünschten Bildausschnitts.
2. Ansichten bearbeiten und für Präsentationen verwenden
Mit Duplicate erstellen Sie eine Kopie einer gespeicherten Ansicht. So können Sie eine Alternative zur bestehenden Ansicht anlegen und das Original beibehalten. Mit Delete entfernen Sie eine Ansicht aus der Liste; mit Rename Named View können Sie ihren Namen ändern.
Aktivieren Sie Show Named View Widget, um die Kameradarstellung anzuzeigen. Beim Erstellen einer neuen benannten Ansicht können Sie Create Using Widget verwenden: Die Dokumentation beschreibt dabei das Festlegen von Kameraposition, Zielpunkt und Sichtfeld.
Um die Ansicht mit Navigationswerkzeugen neu auszurichten, wählen Sie Edit by looking. Dadurch wird ein temporärer Viewport geöffnet, in dem Sie die Ansicht bearbeiten und neu positionieren können. Nach dem Wiederherstellen der Ansicht erscheint ein Sternchen im Viewport-Titel, wenn der aktuelle Viewport von der gespeicherten Version abweicht. So lässt sich überprüfen, ob der aktive Bildausschnitt mit der Named View übereinstimmt.
Mit der Einstellung Animation animieren Sie den Übergang zwischen benannten Ansichten. Die Dokumentation nennt dafür die Optionen Constant time, Constant speed und Delay between frames, mit der die Wartezeit zwischen den Frames festgelegt wird. Diese Einstellungen steuern Timing und Geschwindigkeit des Übergangs. Da die Dokumentation keinen allgemein gültigen Standardwert für jedes Projekt empfiehlt, sollte hier kein fester Wert angegeben werden.
Mit Restore aspect ratio wird das Seitenverhältnis des Viewports an das Seitenverhältnis der gespeicherten Ansicht angepasst. Das ist hilfreich, wenn beim Wiederherstellen der Ansicht auch das Bildformat dem gespeicherten View entsprechen soll. Mit Auto-update thumbnails können Sie festlegen, dass die Miniaturansichten automatisch aktualisiert werden, wenn sich die Objekte im Viewport ändern.
3. Das Bild je nach Zweck aufnehmen
Um eine saubere Viewport-Ansicht als Datei zu speichern, verwenden Sie den Befehl ViewCaptureToFile. Der Menüpfad lautet Display > Surface Analysis > Capture > To File. Der Befehl speichert den Inhalt des aktuellen Viewports mit einer festgelegten Breite und Höhe. Viewport-Ränder, Titel, Cursor und andere UI-Verzierungen werden nicht in die Ausgabe übernommen. Unterstützte Formate sind BMP, JPG, PNG und TIFF.
Wenn auch die Benutzeroberfläche im Bild enthalten sein soll, verwenden Sie ScreenCaptureToFile. Dieser Befehl erfasst den aktiven Viewport in seiner aktuellen Größe. Viewport-Rahmen, Titel, Cursor und andere Verzierungen werden ebenfalls aufgenommen. Für diesen Befehl listet die Dokumentation die Formate BMP, JPG, PCX, PNG, TIFF und TGA auf. Für ein sauberes Modellbild für ein Layout oder eine Präsentation ist also eine andere Aufnahmemethode erforderlich als für eine Dokumentation, die Arbeitsschritte zeigt.
4. Ausgabegröße und Hintergrund festlegen
Wählen Sie in den View-Capture-Einstellungen zunächst den zu erfassenden Viewport aus. Prüfen Sie anschließend die Ausgabegröße und die Elemente, die im Bild enthalten sein sollen. Raster, Weltachsen und CPlane-Achsen können optional aufgenommen werden. Size legt die Ausgabegröße in den gewählten Einheiten fest; bei Size units sind standardmäßig Pixel eingestellt. Scale bestimmt den Skalierungsfaktor anhand der Größe. Resolution zeigt den DPI-Wert an und beeinflusst die Druckgröße des Bildes auf Papier. Für erfasste Bilder wird der in den Render-Einstellungen festgelegte DPI-Wert verwendet.
| Einstellung | Empfohlener Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| Viewport | Zu erfassende Ansicht | Wählt den Viewport aus, der aufgenommen werden soll. |
| Size | Gewünschte Ausgabegröße | Legt die Bildgröße in den ausgewählten Einheiten fest. |
| Size units | Geeignete Einheit | Wählt die Einheit für den Größenwert; standardmäßig sind Pixel eingestellt. |
| Lock viewport aspect ratio | Aktivieren, wenn das Seitenverhältnis beibehalten werden soll | Passt benutzerdefinierte Größenwerte an das Seitenverhältnis des ausgewählten Viewports an. |
| Transparent background | Bei Bedarf aktivieren; PNG oder TIFF | Speichert den Hintergrund mit einem Alphakanal. |
| Number of passes | Erforderliche Anzahl für einen Raytraced-Viewport | Legt fest, wie viele Raytracing-Durchgänge vor der Aufnahme abgeschlossen werden sollen. |
Prüfen Sie bei der Eingabe benutzerdefinierter Maße, ob Lock viewport aspect ratio aktiviert ist. Ist die Option aktiv, werden benutzerdefinierte Auflösungswerte an das Seitenverhältnis des ausgewählten Viewports angepasst. Ein transparenter Hintergrund ist mit PNG und TIFF möglich. Ist der Viewport-Hintergrund transparent, wird die Option aktiviert und kann nicht ausgeschaltet werden. Bei aktivierter Transparenz werden JPG und BMP im Speicherdialog nicht angezeigt. Für die Aufnahme eines Raytraced-Viewports gibt es außerdem die Einstellung Number of passes; die Quelldokumentation empfiehlt keine bestimmte Anzahl von Durchgängen.
Einsatz in Architektur, Innenarchitektur und Archviz
Architektur- und Innenarchitekturteams, die mehrere Präsentationsansichten desselben Modells vorbereiten, können mit Named Views ihre Bildausschnitte speichern und bei Bedarf wieder aufrufen. Das Kopieren alternativer Kamerawinkel oder der Import von Ansichten aus einer 3DM-Datei kann dabei helfen, in verschiedenen Projektdateien dieselbe Art von Ansichtsaufbau zu verwenden. In Archviz-Projekten eignet sich ViewCaptureToFile für Bilder ohne UI-Elemente, während ScreenCaptureToFile verwendet werden kann, wenn auch die Viewport-Oberfläche dokumentiert werden soll.
Wer vor der Bilderstellung Ausgabegröße, Seitenverhältnis und Hintergrund festlegt, muss Bilder seltener wegen falscher Einstellungen neu erstellen. Die Dokumentation enthält keine Angaben zu Hardwareanforderungen, Lizenzbedingungen oder zur Kompatibilität mit anderen Softwareversionen; dazu sollten keine Annahmen getroffen werden. Besonders wichtig sind die Wahl des Dateiformats für transparente Hintergründe und die Kontrolle des Sternchens, das anzeigt, dass der aktive Viewport von der gespeicherten Ansicht abweichen kann.
Häufige Fehler
Screen Capture verwenden, obwohl ein sauberes Modellbild benötigt wird; dabei können auch Viewport-Rahmen und Titel aufgenommen werden.
Resolution für die Ausgabehöhe und -breite halten; die Größe wird über Size festgelegt, Resolution zeigt den DPI-Wert an.
JPG oder BMP erwarten, obwohl ein transparenter Hintergrund aktiviert ist; diese Formate werden in diesem Fall im Speicherdialog nicht angezeigt.
Beim Eingeben einer benutzerdefinierten Größe die Sperre des Seitenverhältnisses nicht überprüfen; ist sie aktiv, werden die Werte an das Seitenverhältnis des Viewports angepasst.
Das Sternchen im Viewport-Titel übersehen; es zeigt an, dass die aktuelle Ansicht von der gespeicherten Named View abweicht.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Named Views bieten Büros, die mehrere Blickwinkel desselben Projekts vorbereiten, eine praktische Möglichkeit, das wiederholte Suchen nach Bildausschnitten zu reduzieren. Die Unterscheidung zwischen View Capture und Screen Capture hilft außerdem dabei, für saubere Präsentationsbilder und Dokumentationsbilder mit Benutzeroberfläche jeweils die passende Methode auszuwählen.
Da die Rhino-Dokumentation keine Angaben zu Hardwareleistung oder Lizenzkosten macht, sollten Büros in der Türkei diese Aspekte anhand ihrer eigenen Rahmenbedingungen prüfen. Besonders wichtig sind die Unterscheidung zwischen Ausgabegröße und DPI, die Formatbeschränkungen bei transparentem Hintergrund und der mögliche Unterschied zwischen der aktiven Ansicht und dem gespeicherten Blickwinkel.
Häufige Fragen
Wie speichere ich in Rhino 8 eine Ansicht?
Öffnen Sie das Panel über `Panels > Named Views` und wählen Sie **Save as**. Doppelklicken Sie auf den Namen der gespeicherten Ansicht, um sie im aktiven Viewport wiederherzustellen.
Was ist der Unterschied zwischen View Capture und Screen Capture in Rhino?
ViewCaptureToFile speichert den Ansichtsinhalt in einer festgelegten Größe, ohne Viewport-Verzierungen aufzunehmen. ScreenCaptureToFile erfasst den aktiven Viewport in seiner aktuellen Größe samt Rahmen, Titel und weiteren Elementen.
Welche Dateiformate unterstützt Rhino View Capture?
ViewCaptureToFile unterstützt BMP, JPG, PNG und TIFF. Ein transparenter Hintergrund ist mit PNG und TIFF möglich.



