Kurz gesagt
- Hatch füllt das Innere ausgewählter Begrenzungskurven mit einem Muster. Die Kurven können im Modell- oder Layoutbereich liegen.
- Geschlossene planare Kurven lassen sich direkt auswählen. Um geschlossene Bereiche aus sich überschneidenden Kurven auszuwählen, können Sie Boundary=Yes verwenden.
- HatchScale aktiviert oder deaktiviert die Skalierung von Mustern in Modellansichten.
- Schraffuren in Detailansichten werden unabhängig von der Zoomstufe in derselben Größe gedruckt.
Die in der offiziellen Rhino-8-Dokumentation beschriebenen Werkzeuge Hatch und HatchScale dienen dazu, geschlossene Kurven in Architekturzeichnungen mit Mustern zu füllen und den Schraffurmaßstab in Modellansichten zu steuern. Dieser Leitfaden erläutert Schritt für Schritt, wie Sie Schraffuren aus Begrenzungskurven erstellen, Position und Winkel des Musters anpassen und die Auswirkungen der Skalierungsoptionen auf den Zeichenablauf beurteilen. Die Dokumentation beschreibt die Funktionsweise der Werkzeuge in Rhino 8, empfiehlt aber keine vorgefertigten Muster oder Maßstabswerte für bestimmte Projekte.
1. Schraffurbegrenzung vorbereiten und Bereiche auswählen
Legen Sie die Kurven fest, die den zu schraffierenden Bereich umschließen. Der Befehl Hatch füllt das Innere der ausgewählten Begrenzungskurven mit einem Muster. Eingabekurven können im Modellbereich, im Layoutbereich oder in beiden Bereichen liegen.
Für die direkte Auswahl verwenden Sie geschlossene planare Kurven. Wenn Sie geschlossene Bereiche aus sich überschneidenden Kurven auswählen müssen, aktivieren Sie in der Befehlszeile des Hatch-Befehls die Option
Boundary=Yes. Damit lassen sich die geschlossenen Bereiche auswählen, die von sich überschneidenden Kurven gebildet werden.Bei mehreren Bereichen legt die Einstellung
CombineRegionsfest, ob sie zu einer Schraffur zusammengeführt oder als separate Schraffuren erstellt werden. MitYeswerden die Bereiche zu einer Schraffur zusammengeführt; mitNoentstehen separate Schraffuren.AllRegionserstellt – abhängig von dieser Zusammenführungsoption – entweder eine einzelne Schraffur entlang der äußeren Begrenzung oder separate Schraffuren für die Teilbereiche.
Prüfen Sie vor dem Erstellen der Schraffur, welche Begrenzungen und Teilbereiche einbezogen werden sollen, um unerwartete Ergebnisse zu vermeiden. Gerade bei Zeichnungen mit mehreren Innenbereichen kann die Zusammenführungsoption das Ergebnis verändern. Berücksichtigen Sie die Einstellung daher zusammen mit der Begrenzungsgeometrie.
2. Muster, Startpunkt und Darstellung anpassen
Legen Sie im Dialogfeld zur Erstellung von Hatch Muster, Maßstab, Drehung und weitere Optionen fest. Laut offizieller Dokumentation lassen sich die meisten Einstellungen später auch in den Hatch-Eigenschaften bearbeiten.
Steuern Sie den Startpunkt des Musters über
Base point. Diese Einstellung zeigt die Startkoordinaten des Musters an. Über die entsprechende Auswahl im Dialogfeld lässt sich eine neue Position im Ansichtsfenster festlegen. MitUse base point every timewird der aktuelle Startpunkt für neue Schraffuren gespeichert.Ändern Sie den Musterwinkel mit
Rotation. Sie können den Winkel im Dialogfeld einstellen oder im Ansichtsfenster auswählen.Scalelegt den Skalierungsfaktor des Musters fest. Beachten Sie, dass eine Skalierung des Schraffurobjekts den Mustermaßstab nicht verändert.Passen Sie die Darstellungsoptionen nach Bedarf an.
Backgroundfüllt das Innere der Schraffurbegrenzung mit einer Farbe. Wenn als FülltypSolideingestellt ist, bestimmtDisplay Colordie Anzeigefarbe des Musters;Show Boundaryzeigt die Begrenzungskurve um die Schraffur an. MitFill Stylewählen Sie eine einfarbige Füllung oder verschiedene Verlaufstypen.
Der Startpunkt beeinflusst, wie Schraffuren mit demselben Muster in der Zeichnung ausgerichtet sind. Wenn Muster in mehreren Bereichen einheitlich dargestellt werden sollen, kann es sinnvoll sein, diesen Punkt für neue Schraffuren zu speichern. Die Dokumentation nennt jedoch keinen allgemein gültigen Startpunkt oder Maßstabswert für jedes Projekt. Die Auswahl sollte sich nach den Anforderungen der Zeichnung richten.
Bei Schraffuren mit aktivierter History hat eine Drehung unterschiedliche Auswirkungen. Den Musterwinkel zu ändern oder die Schraffur zusammen mit der Begrenzungskurve zu drehen, beeinträchtigt die History nicht. Wird die Schraffur allein gedreht, kann dies die History hingegen beeinträchtigen. Bei Schraffuren ohne aktivierte History wird durch die Drehung der Musterwinkel aktualisiert.
3. HatchScale in der Modellansicht verwenden
HatchScale ist ein Befehl zum Anpassen des Maßstabs von Schraffurmustern in Modellansichten. Laut Dokumentation ändert der Befehl die Skalierungseinstellungen in den Dokumenteigenschaften. Während des Befehls geben Sie den HatchScale-Wert an. Mit der Option Scaling steuern Sie außerdem das Skalierungsverhalten.
| Einstellung | Option | Wirkung |
|---|---|---|
Scaling | Enabled | Schraffuren in Modellansichten werden mit dem HatchScale-Wert skaliert. |
Scaling | Disabled | Schraffurmuster werden nicht skaliert. |
Scaling | Toggle | Wechselt zwischen den Zuständen Enabled und Disabled. |
Die Dokumentation empfiehlt keinen numerischen HatchScale-Wert. Die aufgeführten Optionen sind keine Empfehlungen für bestimmte Projekte, sondern beschreiben das Skalierungsverhalten des Werkzeugs. Prüfen Sie vor einer Änderung, ob die Schraffuren in der Modellansicht entsprechend dem HatchScale-Wert skaliert werden sollen.
Das Druckverhalten in Detailansichten ist anders: Laut Rhino-Dokumentation werden Schraffuren in diesen Ansichten unabhängig vom Zoomfaktor immer in derselben Größe gedruckt. Setzen Sie daher die Skalierungseinstellung der Modellansicht nicht mit dem Ausgabeverhalten der Detailansicht gleich.
4. Arbeitsabläufe in Architekturzeichnungen und häufige Fehler
Architektinnen, Architekten sowie Innenarchitektinnen und Innenarchitekten können beim Abgrenzen geschlossener Bereiche mit Schraffuren sowohl die Begrenzungskurven als auch den Umgang mit Teilbereichen kontrollieren. Hatch ermöglicht es, den Startpunkt und die Drehung des Musters anzupassen und Bereiche zusammenzuführen. Für Archviz-Künstler bietet das Werkzeug die Möglichkeit, aus Kurven im Modell- oder Layoutbereich Schraffuren für Zeichnungen zu erstellen und die Position des Musters zu ändern.
Bei der Verwendung dieser Werkzeuge in Architekturzeichnungen sollten Sie insbesondere die unterschiedlichen Skalierungsverhalten in Modell- und Detailansichten berücksichtigen. Die offizielle Dokumentation enthält keine Angaben zu Hardwareanforderungen, Lizenzbedingungen oder zur Kompatibilität mit anderer Software. Ziehen Sie zu diesen Themen keine Schlussfolgerungen, die über den Umfang der Quellen hinausgehen.
Häufige Fehler
Geschlossene, nicht planare Begrenzungen so zu behandeln wie die geschlossenen planaren Kurven, die laut Dokumentation direkt ausgewählt werden können.
Eine Schraffur zu erstellen, ohne die Auswirkungen von
CombineRegionsundAllRegionszu prüfen. Das Ergebnis kann eine einzelne Schraffur oder separate Schraffuren für die Teilbereiche sein.Davon auszugehen, dass eine Skalierung des Schraffurobjekts auch den Mustermaßstab verändert. Die Dokumentation unterscheidet zwischen diesen beiden Vorgängen.
Anzunehmen, dass die Einstellung
Scalingin der Modellansicht auch den Druckmaßstab in der Detailansicht vom Zoom abhängig macht.Zu übersehen, dass das alleinige Drehen einer Schraffur mit aktivierter History die History beeinträchtigen kann. Den Musterwinkel zu ändern oder die Schraffur zusammen mit der Begrenzungskurve zu drehen, beeinträchtigt die History nicht.
Mit HatchBase können Sie den Startpunkt des Musters ändern. Um Löcher innerhalb einer Schraffur zu entfernen, zeigt die Dokumentation den Befehl UntrimAll. Achten Sie bei diesen Änderungen darauf, die richtige Schraffur auszuwählen und zu überprüfen, ob das Ergebnis den Erwartungen entspricht.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Architektur- und Innenarchitekturbüros liegt der praktische Vorteil von Hatch darin, dass sich beim Erstellen von Schraffuren aus Begrenzungskurven Startpunkt und Drehung des Musters sowie die Optionen zum Zusammenführen von Bereichen separat steuern lassen. Das kann dabei helfen, einen einheitlichen Zeichnungsstandard einzuhalten. Da die Dokumentation jedoch keine fertigen Projektmaßstäbe nennt, sollte der passende Wert anhand der tatsächlichen Zeichnungsausgabe geprüft werden.
Dass HatchScale in Modell- und Detailansichten unterschiedliche Ergebnisse liefert, sollte auf die Checkliste für die Ausgabekontrolle. In der Dokumentation werden keine Anforderungen an die Hardwareleistung genannt; Lizenzbedingungen fallen ebenfalls nicht in den Umfang der Quellseiten. Besonders wichtig ist der Hinweis, dass das alleinige Drehen von Schraffuren mit aktivierter History die History beeinträchtigen kann.
Häufige Fragen
Wie erstellt man in Rhino 8 eine Schraffur mit Hatch?
Mit Hatch können Sie Schraffuren erstellen, indem Sie geschlossene planare Kurven auswählen. Um geschlossene Bereiche aus sich überschneidenden Kurven auszuwählen, können Sie in der Befehlszeile `Boundary=Yes` verwenden.
Wofür ist Rhino HatchScale gedacht?
HatchScale legt den Skalierungsfaktor von Schraffurmustern in Modellansichten fest. Mit der Option `Scaling` bestimmen Sie, ob die Skalierung in diesen Ansichten aktiviert oder deaktiviert ist.
Wird der Schraffurmaßstab in Rhino durch das Zoomen beeinflusst?
Das Verhalten in der Modellansicht hängt von der Einstellung `Scaling` ab. Schraffuren in Detailansichten werden unabhängig vom Zoomfaktor immer in derselben Größe gedruckt.



