Kurz gesagt
- Ansichtseinstellungen können unter anderem Ebenenkombination, Maßstab, Stift-Set und Graphic Override-Kombination mit einer Ansicht verknüpfen.
- Graphic Override-Regeln lassen sich über Elementtyp und zusätzliche Kriterien definieren und in Gruppen organisieren.
- Autotext-Schlüsselwörter unterstützen Bereiche wie Projekt-, Grundstücks-, Gebäude-, Zeichnungs- und Layoutinformationen.
- Laut der Archicad-27-Dokumentation können dateibezogene System-Autotexte undefiniert bleiben, bis die Projektdatei mindestens einmal gespeichert wurde.
Die offizielle Archicad-27-Hilfe von Graphisoft beschreibt integrierte Werkzeuge, mit denen sich Einstellungen gespeicherter Ansichten verwalten, Elemente mithilfe von Graphic Override-Regeln visuell klassifizieren und Projektinformationen als Autotext verwenden lassen. Dieser Leitfaden stellt die Werkzeuge in einer Reihenfolge vor, die sich für die Projektdokumentation anbietet. Menübezeichnungen und Optionen beruhen auf der Archicad-27-Hilfe.
1. Festlegen, welche Einstellungen die Ansicht übernehmen soll
Öffnen Sie die Ansichtseinstellungen über das Kontextmenü des Tabs der geöffneten Ansicht oder über das Kontextmenü des Ansichtselements im Navigator. Auch über die Navigator-Palette oder den Organizer gelangen Sie zu denselben Einstellungen. Wählen Sie in der Ansichtsmappe das gewünschte Element aus und klicken Sie unten auf „Settings“, um das Fenster zu öffnen.
Im Bereich „General“ können Sie für die Ansicht eine Ebenenkombination, den Maßstab, die Modelldarstellung, ein Stift-Set, Modellansichtsoptionen, Graphic Override und einen Renovierungsfilter auswählen. Wenn Sie diese Einstellungen in der Ansicht speichern, können Sie unterschiedliche Voreinstellungen für verschiedene Dokumentationsanforderungen beibehalten.
Für ID und Name der Ansicht können Sie eigene Werte eingeben oder mit „By Project Map“ ID und Name des entsprechenden Ansichtspunkts aus der Projektmappe übernehmen. Das Quellfeld gibt Auskunft über den Quellansichtspunkt oder den Pfad zur Quelldatei.
Übernehmen Sie die Einstellungen des geöffneten Fensters mit „Get Current Window’s Settings“ in die Ansichtseinstellungen. Auch die Befehle „Save View“ und „Save as View“ öffnen beim Speichern einer Ansicht das Einstellungsfenster.
Bei 3D-Ansichten legt die Option „Generate in“ fest, ob die Ansicht im 3D-Fenster oder im PhotoRendering-Fenster erzeugt wird. Für eine PhotoRendering-Ansicht können Sie eine gespeicherte Szene auswählen; außerdem lässt sich die Ansichtsgröße anzeigen und bearbeiten. Mit „Redefine Image settings with current“ übernehmen Sie die aktuellen 3D- und Render-Einstellungen des Fensters in die gespeicherte Ansicht. Dazu gehören 3D-Projektion, Zoom und Sonneneinstellungen sowie 3D Styles, Schnittflächen, 3D cutaway und PhotoRendering-Einstellungen.
Das Ergebnis dieser Übernahme ist wichtig: Ist die Option aktiviert, kann auch eine 3D-Ansicht, deren Elemente im aktuellen Fenster gefiltert oder auf eine Auswahl beschränkt sind, die gespeicherte Definition beeinflussen. Im Einstellungsfenster wird außerdem angezeigt, ob in der 3D-Ansicht des Fensters ein Filter oder eine Marquee verwendet wird und ob der Render Safe Area-Modus aktiv ist. Prüfen Sie daher den sichtbaren Ausschnitt, bevor Sie die Ansicht neu definieren.
2. Graphic Override-Regeln einrichten
Öffnen Sie das Regel-Fenster über
Document > Graphic Overrides > Graphic Override Rules. Alternativ können Sie in den Graphic Override-Kombinationen auf „Manage Rules“ klicken oder den entsprechenden Link in den Renovation Filter Options verwenden.Klicken Sie unten im Fenster auf „New“, um eine Regel hinzuzufügen, oder nutzen Sie den entsprechenden Befehl im Kontextmenü einer Regel oder Regelgruppe. Die erste Zeile der Kriterienliste ist immer „Element Type“. Wählen Sie hier die Elementtypen aus, auf die die Regel angewendet werden soll.
Öffnen Sie mit „Add...“ die Liste „Parameters & Properties“, um die Auswahl genauer einzugrenzen. Über das Suchfeld finden Sie den gewünschten Parameter. Welche zusätzlichen Kriterien verfügbar sind, hängt von den in den darüberliegenden Zeilen festgelegten Elementtypen ab. IFC-Eigenschaften können in diesem Fenster nicht als Kriterien verwendet werden.
Wählen Sie im Bereich „Override Style“ die anzuwendenden visuellen Eigenschaften aus. Bei den Schraffureinstellungen können Sie die Kategorien Drafting Fill, Cover Fill oder Cut Fill festlegen; bei der Oberflächeneinstellung stehen Cut Surfaces und Uncut Surfaces zur Auswahl, einzeln oder gemeinsam.
Mit „New Group“ legen Sie Gruppen an, wenn die Zahl der Regeln wächst. Regeln lassen sich per Drag-and-drop zwischen Gruppen verschieben und nach Namen durchsuchen.
Wird als Kriterium eine Ebene oder Ebenenkombination verwendet, wirkt sich die Regel auf die Elemente aus, die in der angegebenen Ebenenkombination sichtbar sind. Prüfen Sie deshalb auch die Ebenenstruktur der Ansicht, in der die Regel eingesetzt werden soll. Die Kriterien der ersten drei Regeln, die den Renovierungsstatus abbilden, sind nicht änderbar; der Renovierungsstatus wird einzelnen Modellelementen zugewiesen.
3. Ansichtseinstellungen und Regeln aufeinander abstimmen
Wählen Sie für die Dokumentationsansicht zunächst die passende Ebenenkombination und den geeigneten Maßstab. Legen Sie anschließend in den Ansichtseinstellungen die gewünschte Graphic Override-Kombination fest. Die Regeln bestimmen, welcher visueller Override auf Elemente angewendet wird, die den Kriterien entsprechen. In den Ansichtseinstellungen wählen Sie dagegen die Graphic Override-Kombination für die jeweilige Ansicht aus. Mit diesen beiden Schritten stellen Sie sicher, dass der gewünschte Regelsatz in der passenden Ansicht zum Einsatz kommt.
Auch die Einstellungen für die Grundriss-Schnittebene und den Bemaßungsstandard lassen sich im entsprechenden Bereich der Ansichtseinstellungen wählen. Laut Dokumentation gelten diese Einstellungen nur für die jeweilige Ansicht. Beim Zoom können Sie die aktuelle Ansicht speichern, das Fenster einpassen oder einen zuvor gespeicherten benutzerdefinierten Zoom auswählen. Der gespeicherte Zoom umfasst gegebenenfalls auch Informationen zu Verschiebung und gedrehter Ansicht.
Ist die Option „Ignore Zoom when opening this view“ aktiviert, wird die Ansicht mit dem Zoom des zuletzt geöffneten Archicad-Fensters statt mit dem gespeicherten Zoom dargestellt. Wird die Ansicht jedoch als Zeichnung platziert oder veröffentlicht, bleibt der gespeicherte Zoomwert maßgeblich. Berücksichtigen Sie diesen Unterschied, wenn Sie die Darstellung auf dem Arbeitsbildschirm mit der Ausgabe auf dem Layout oder in der Veröffentlichung vergleichen.
4. Projektinformationen mit Autotext verwenden
Die Archicad-27-Dokumentation führt Autotext-Schlüsselwörter für Bereiche wie Projekt-, Grundstücks-, Gebäude-, Kontakt-, Kunden-, Layout- und Zeichnungsinformationen auf. Die Schlüsselwörter können mit Autotext-Befehlen verwendet werden; die Dokumentation erläutert auch, wie sie in GDL-Skripte eingefügt werden. Beispiele für Schlüsselwörter:
<PROJECTNAME>
<SITEFULLADDRESS>
<BUILDING_NAME>
<CLIENTCOMPANY>
<LAYOUTNAME>
<DRAWINGNAME>
<LONGDATE>
<FILENAME>Die Beispiele stehen der Reihe nach für Projektname, vollständige Grundstücksadresse, Gebäudename, Kundenfirma, Layoutname, Zeichnungsname, langes Datumsformat und Dateiname. Darüber hinaus nennt die Dokumentation weitere Felder, etwa Projektnummer, Projektstatus, Stadt des Grundstücks, Gebäude-ID und Kontaktinformationen. Einige benutzerdefinierte Felder werden dynamisch erzeugt.
Dateibezogene System-Autotexte können undefiniert sein, bis die Projektdatei mindestens einmal gespeichert wurde. Prüfen Sie deshalb eine Ausgabe mit solchen Feldern vor dem ersten Speichern und vergewissern Sie sich, dass die Schlüsselwörter die erwarteten Informationen liefern. Autotexte ermöglichen die Verwendung der unterstützten Felder; die Quelldokumentation sagt nicht, dass sie automatisch sämtliche Projektinformationen ausfüllen.
Auswirkungen auf Workflows in Architektur und Visualisierung
Diese Werkzeuge können Architektur- und Innenarchitekturbüros helfen, die für dasselbe Projekt unterschiedliche Ebenen, Maßstäbe oder visuelle Klassifizierungen benötigen. Gespeicherte Ansichten können Dokumentationseinstellungen festhalten; mit Graphic Override-Regeln lassen sich bestimmte Elemente anhand von Kriterien visuell unterscheiden. Autotext-Schlüsselwörter bieten die Möglichkeit, die in der Dokumentation aufgeführten Projekt- und Layoutinformationen zu verwenden.
Die Archicad-27-Hilfe nennt für diese Funktionen weder Hardwareanforderungen noch Lizenzbedingungen oder konkrete Leistungssteigerungen. Büros sollten in ihren eigenen Dateien testen, ob Ansichten, Ebenenkombinationen und Regeln die erwarteten Ergebnisse liefern. Besonders zu prüfen sind die Sichtbarkeit von Ebenen, das Neudefinieren einer 3D-Ansicht anhand der aktuellen Einstellungen und Autotexte vor dem ersten Speichern der Datei.
Häufige Fehler
Anzunehmen, dass eine Regel mit Ebenenkriterium in jeder Ansicht dieselben Elemente betrifft. Das Ergebnis hängt von den Elementen ab, die in der jeweiligen Ebenenkombination sichtbar sind.
Beim Übernehmen der Bildeinstellungen des aktuellen Fensters in eine gespeicherte Ansicht zu übersehen, dass die Ansicht auf gefilterte oder ausgewählte Elemente beschränkt ist.
Davon auszugehen, dass dateibezogene System-Autotexte bereits vor dem ersten Speichern der Projektdatei definiert sind.
Zu versuchen, die Kriterien der ersten drei Regeln für Renovierungsstatus zu ändern; diese Kriterien lassen sich nicht bearbeiten.
Quellen
3 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Projektbüros in der Türkei liegt der praktische Nutzen dieser Werkzeuge darin, dass sie den wiederholten Aufwand für das Einrichten von Layout- und Ansichtseinstellungen verringern können. Teams, die aus demselben Modell verschiedene Dokumentationsansichten erstellen, können einen besser vorhersehbaren Workflow erreichen, indem sie Ansichten und Regelgruppen übersichtlich organisieren und in ihren Projektdateien testen.
Die Dokumentation verspricht keine Vorteile bei Leistung, Hardware oder Lizenzierung. Eine Investitionsentscheidung sollte daher nicht auf diese Funktionen gestützt werden. Besonders zu beachten sind die Ebenensichtbarkeit, das Ersetzen gespeicherter 3D-Einstellungen durch die Einstellungen des aktuellen Fensters und Autotexte vor dem ersten Speichern. Eine Prüfung der Ansicht und der Informationen vor der Ausgabe hilft, mögliche Abweichungen zu erkennen.
Häufige Fragen
Welche Einstellungen können in Archicad 27 in einer Ansicht gespeichert werden?
Für eine Ansicht lassen sich Ebenenkombination, Maßstab, Modelldarstellung, Stift-Set, Modellansichtsoptionen, Graphic Override und Renovierungsfilter auswählen. Bei 3D-Ansichten können außerdem der Erzeugungsort und die Bildeinstellungen verwaltet werden.
Wie erstelle ich in Archicad eine Graphic Override-Regel?
Öffnen Sie das Regel-Fenster über `Document > Graphic Overrides > Graphic Override Rules` und fügen Sie mit „New“ eine Regel hinzu. Legen Sie Elementtyp und zusätzliche Kriterien fest und wählen Sie anschließend im Bereich „Override Style“ die anzuwendenden visuellen Eigenschaften aus.
Wann sind Archicad-Autotexte definiert?
Dateibezogene System-Autotexte können undefiniert sein, bis die Projektdatei mindestens einmal gespeichert wurde. Die Schlüsselwörter stehen für Projekt-, Layout-, Zeichnungs- und weitere Informationsfelder.



