Kurz gesagt
- Eigenschaften sind benutzerdefinierte, durchsuchbare Daten, die Elementen oder Baustoffen zugewiesen werden können.
- Im Property Manager erstellen Sie Eigenschaften und verwalten ihren Datentyp und ihre Verfügbarkeit.
- Im Classification Manager können Sie für jede Klassifizierung alle, keine oder ausgewählte Eigenschaften freigeben.
- Eigenschaften lassen sich in Listen, Etiketten und Graphic Overrides sowie für den Datenaustausch zwischen Anwendungen nutzen.
Dieser Leitfaden basiert auf den Archicad-28-Hilfedokumenten von Graphisoft und beschreibt, wie sich Eigenschaften und Klassifizierungen in einem Projekt verwalten lassen. In Archicad sind Eigenschaften durchsuchbare Informationen, die Elementen oder Baustoffen hinzugefügt werden. Klassifizierungen wiederum ordnen Projektelemente und die zugehörigen Daten. Zusammen legen die beiden Strukturen fest, welche Informationen ein Element enthalten kann. Die Dokumentation nennt weder ein Veröffentlichungsdatum noch abweichende Versionsvoraussetzungen; die Beschreibung bezieht sich auf die Oberfläche und Optionen der Archicad-28-Hilfe.
1. Planen Sie zunächst das Datenmodell
Legen Sie vor dem Erstellen von Eigenschaften fest, welche Projektelemente klassifiziert werden sollen und welche Informationen für die jeweilige Klasse erforderlich sind. Für ein Produkt können Sie beispielsweise Modell, Seriennummer oder Preis erfassen; für ein Element etwa die Feuerwiderstandsklasse oder den Wärmedurchgang. Diese Beispiele stammen aus der Archicad-Hilfe. Welche Felder im Projekt verwendet werden, sollte sich nach der Arbeitsweise und den lokalen Standards richten.
Eine Klassifizierung ist nicht nur ein Werkzeug zur Beschriftung. Sie hilft dabei, Elemente und Baustoffe zu organisieren, passende Eigenschaften festzulegen, Lieferungen auf Grundlage internationaler Klassifizierungsstandards zu unterstützen und den Datenaustausch mit Standards wie IFC zu strukturieren. Archicad wird mit einem Standard-Klassifizierungssystem ausgeliefert. Graphisoft weist darauf hin, dass je nach Arbeitsweise und lokalen Standards auch andere oder zusätzliche Systeme verwendet werden können.
2. Eigenschaften im Property Manager erstellen
Öffnen Sie
Options > Property Manager. Der Property Manager lässt sich auch über den Classification Manager öffnen.Erstellen Sie mithilfe der Eigenschaftenliste eine neue Eigenschaft oder Gruppe. Verwenden Sie dazu das Kontextmenü der Liste, die Schaltfläche
Newam unteren Fensterrand oder das Pluszeichen neben einem Gruppennamen.Aktivieren Sie im Fenster
New Property/Groupdie OptionPropertyund geben Sie einen Namen ein. Der Name muss innerhalb der jeweiligen Gruppe eindeutig sein. Ordnen Sie die Eigenschaft einer passenden Gruppe zu und klicken Sie aufOK.Geben Sie im Beschreibungsfeld Format- oder Einheitenhinweise ein, die den Dateneingebenden helfen. Als Beispiele nennt die Hilfe „minutes“ für den Feuerwiderstand und „W/m2K“ für den Wärmedurchgang. Die Beschreibung kann im Elementbereich Klassifizierung und Eigenschaften angezeigt werden, wenn Sie auf den Eigenschaftsnamen zeigen.
Wählen Sie die Eigenschaft aus und legen Sie rechts den Datentyp fest. Der passende Typ bestimmt das Format der zulässigen Werte. Bei ausdrucksbasierten Eigenschaften beeinflusst er außerdem die Syntax der Ausdrücke.
| Einstellung | Empfohlener Wert | Auswirkung |
|---|---|---|
| Datentyp: String | Text oder Zahl ohne Einheit | Erfasst Textinformationen wie den Hersteller. |
| Datentyp: Number | Dezimalzahl ohne Einheit | Für numerische Angaben wie den Kaufpreis; die Einstellung der Arbeitseinheiten beeinflusst die Dezimaldarstellung. |
| Datentyp: Integer | Ganze Zahl | Geeignet für ganzzahlige Angaben wie die Schallschutzklasse. |
| Datentyp: Area, Length, Angle, Volume | Datentyp mit passender Einheit | Speichert Flächen-, Längen-, Winkel- und Volumenwerte im passenden Format. |
| Datentyp: Tags List | Ein oder mehrere Tags | Kann mehrere Tags wie Gebäude, Geschoss oder Nutzung enthalten; lässt sich nicht für ausdrucksbasierte Eigenschaften verwenden. |
| Datentyp: Option Set | Vordefinierte Optionen | Stellt feste Auswahlmöglichkeiten wie Feuerwiderstandsklassen zur Verfügung. |
| Datentyp: True/False | Wahr oder falsch | Erfasst Angaben mit zwei möglichen Zuständen, etwa zur Brennbarkeit. |
Wenn Sie Option Set auswählen, können Sie über Options Setup Optionen hinzufügen oder löschen. Mit Allow multiple choices lässt sich mehr als ein Wert für eine Eigenschaft auswählen. Eigenschaften dieses Typs können in Ausdrücken verwendet werden, sofern die Mehrfachauswahl deaktiviert ist. Optionsets mit Mehrfachauswahl und Tag-Listen lassen sich nicht als ausdrucksbasierte Eigenschaften verwenden. Berücksichtigen Sie diese Einschränkung von Anfang an, damit die Daten später für Ausdrücke und Berichte nutzbar bleiben.
3. Klassifizierungen und Eigenschaftszugriff verwalten
Verwalten Sie Klassifizierungssysteme über Options > Classification Manager. Wenn Sie eine neue Klassifizierung erstellen, wird sie unter dem ausgewählten Eintrag angelegt. Über die Schaltfläche New oder das Kontextmenü können Sie eine neue Klassifizierung, eine Klassifizierung innerhalb eines Zweigs oder ein neues Klassifizierungssystem anlegen. Im Dialog für die neue Klassifizierung können Sie eine ID und einen Namen eingeben sowie optional eine Beschreibung hinzufügen.
Um den Zugriff auf Eigenschaften festzulegen, wählen Sie im Classification Manager eine oder mehrere Klassifizierungen in der Liste links aus. All gibt alle Projekteigenschaften frei, None macht keine Eigenschaften verfügbar. Mit Custom und der Schaltfläche Edit können Sie nur ausgewählte Eigenschaften freigeben. So lässt sich beispielsweise für jede Elementklasse eine passende Datenmenge festlegen, anstatt allen Elementen sämtliche Projektdaten zugänglich zu machen.
Klassifizierungen und Klassifizierungssysteme lassen sich kopieren und anpassen. Klassifizierungssets können projektübergreifend als XML- oder Archicad-Datei importiert und exportiert werden – entweder vollständig oder teilweise, je nach Auswahl. Laut Graphisoft-Hilfe lassen sich außerdem über die Befehle Import BIM Content oder Download BIM Content Klassifizierungen samt zugehörigen Eigenschafts- und IFC-Zuordnungsdefinitionen in ein Projekt übernehmen.
4. Informationen in Listen und Datenflüssen nutzen
Eigenschaften werden erst dann zu konkreten Projektinformationen, wenn ihre Werte sichtbar und überprüfbar sind. Archicad kann Eigenschaften in Interactive Schedule auflisten und verwalten sowie in Etiketten, Zone Stamps und Tür-/Fenstermarkern anzeigen. Außerdem können Sie Elemente anhand von Eigenschaften mit Graphic Overrides darstellen. So lassen sich dieselben Daten bei der Modellprüfung und in verschiedenen Bereichen der Dokumentation verwenden.
Eigenschaftsdaten können zwischen Anwendungen importiert und exportiert werden. Die Datenstruktur lässt sich in eine Tabellenkalkulation exportieren; anschließend können Eigenschaftsdaten aus der Tabelle in Archicad-Elemente oder Baustoffe übernommen werden. Klassifizierungen wiederum helfen mit Find & Select, Elemente einer bestimmten Klasse zu finden, und bilden die Grundlage für klassifizierungsbasierte Regeln in Graphic Overrides. Wenn Sie Klassifizierungen und Eigenschaften gemeinsam planen, können Sie Daten nicht nur im Modell speichern, sondern auch für Listen, die visuelle Prüfung und den Datenaustausch einsetzen.
Häufige Fehler
Eigenschaftsnamen innerhalb einer Gruppe nicht eindeutig zu halten oder die Gruppenzuordnung nicht im Voraus zu planen.
Für Zahlen, Werte mit Einheiten und Text einen ungeeigneten Datentyp zu wählen. Bei ausdrucksbasierten Eigenschaften sollten Sie besonders beachten, dass der Datentyp die Syntax beeinflusst.
Einer Klassifizierung
AlloderNonezuzuweisen, ohne den benötigten Zugriff zu überprüfen. Wenn eine gezielte Freigabe erforderlich ist, sollten SieCustomundEditverwenden.Tag-Listen oder Optionsets mit Mehrfachauswahl in ausdrucksbasierten Eigenschaften zu verwenden. Laut Dokumentation werden diese Anwendungsfälle nicht unterstützt.
In Arbeitsabläufen für Architektur, Innenarchitektur und Visualisierung ermöglicht diese Einrichtung eine strukturiertere Beschreibung der Modelldaten. Besonders bei Projekten, in denen Elemente klassifiziert, Eigenschaften in Listen verwaltet und Daten exportiert werden müssen, lohnt es sich, die Datenstruktur von Beginn an aufzubauen. Da die Dokumentation weder Hardware- noch Lizenzanforderungen erläutert, lässt sich zu diesen Themen keine versionsspezifische Aussage treffen. Teams sollten gesondert prüfen, ob das verwendete Klassifizierungssystem zu den Anforderungen an Lieferung und Datenaustausch passt.
Quellen
3 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Büros in der Türkei besteht der praktischste Vorteil darin, Projektdaten mit Modellelementen zu verknüpfen und in Listen nutzbar zu machen. Wenn Eigenschaftsnamen, Beschreibungen und der Zugriff auf Klassifizierungen im Team vereinheitlicht werden, kann das uneinheitliche Eingaben derselben Informationen reduzieren. Besonders deutlich wird dieser Nutzen, wenn Anforderungen an Lieferungen und Datenaustausch bereits zu Projektbeginn geklärt sind.
Die Hilfedokumentation macht keine Angaben zu Hardware oder Lizenzkosten. Die Entscheidung sollte sich daher nach dem Umfang der bestehenden Archicad-Installation und den Bürostandards richten. Besonders wichtig sind die passenden Datentypen, der Eigenschaftszugriff je Klassifizierung und die IFC-Zuordnungen. Wer insbesondere bei ausdrucksbasierten Eigenschaften nicht unterstützte Typen vermeidet, verringert den späteren Korrekturaufwand.
Häufige Fragen
Wie erstelle ich eine Eigenschaft in Archicad 28?
Öffnen Sie `Options > Property Manager`, erstellen Sie eine neue Eigenschaft, legen Sie Name und Gruppe fest und wählen Sie anschließend den Datentyp aus. Der Name muss innerhalb der Gruppe eindeutig sein.
Wie beschränke ich Eigenschaften in Archicad nach Klassifizierungen?
Wählen Sie in `Options > Classification Manager` die Klassifizierung aus. Mit `All` geben Sie alle Eigenschaften frei, mit `None` keine und mit `Custom` und `Edit` legen Sie ausgewählte Eigenschaften fest.
Wo lassen sich Archicad-Eigenschaften verwenden?
Eigenschaften lassen sich in Interactive Schedule verwalten, in Etiketten und Tür-/Fenstermarkern anzeigen, mit Graphic Overrides verwenden und zwischen Anwendungen übertragen.



