Kurz gesagt
- Agravitas erweitert Bilbaos Kunstmuseum um rund 6.000 m².
- Der 55 Meter lange Neubau wird von V-förmigen Stahlstützen getragen.
- Der Neubau umfasst rund 2.300 m² Ausstellungsfläche; im Obergeschoss bietet das BBK Museoa eine stützenfreie Galerie für Wechselausstellungen.
- Unter dem Neubau entstand ein überdachtes Atrium mit mehr als 1.000 m² Fläche.
Foster + Partners und der Architekt Luis María Uriarte haben die Erweiterung Agravitas für das Kunstmuseum im spanischen Bilbao fertiggestellt. Mit der Eröffnung des Anbaus öffnet das Museum am 6. Oktober 2026 wieder für Besucher. Das Projekt schafft rund 6.000 m² zusätzliche Fläche und lässt zugleich den Bau von 1945 und den 1970 errichteten Flügel sichtbar.
Ein neuer Baukörper erhebt sich über dem Museum
Agravitas ist als brückenartiger Anbau konzipiert, der sich über die bestehenden Museumsgebäude spannt. Der rund 55 Meter lange Baukörper wird von großen, V-förmigen Rohrstützen getragen. Tief auskragende Bereiche reichen über die alten Fassaden hinaus und verleihen dem Gebäude eine markante horizontale Silhouette. Der Neubau verdeckt die darunterliegenden Gebäude aus verschiedenen Bauzeiten nicht, sondern lässt sie von außen und innen ablesbar.
Die Anhebung des Anbaus schafft auf Bodenniveau zudem einen großzügigen öffentlichen Bereich. An der Stelle der ehemaligen Plaza Arriaga wurde ein überdachtes Atrium mit mehr als 1.000 m² Fläche angelegt. Das Denkmal für Juan Crisóstomo de Arriaga wurde restauriert und in die Mitte dieses Bereichs versetzt. Eine kreisrunde Öffnung mit sechs Metern Durchmesser im darüberliegenden Baukörper lässt Tageslicht ins Atrium fallen. Dort sind auch Werke von Eduardo Chillida und Richard Serra zu sehen.
Wie wurden Ausstellungsflächen und Wegeführung organisiert?
Agravitas bietet rund 2.300 m² neue Ausstellungsfläche. Das im Obergeschoss gelegene BBK Museoa ist als großzügige, stützenfreie Galerie für Wechselausstellungen konzipiert. Die technischen Funktionen sind am Rand der Galerie angeordnet und lassen in der Mitte eine offene, flexibel nutzbare Fläche frei. Nach Norden ausgerichtete Glasflächen bringen Tageslicht herein und eröffnen den Blick auf den nahe gelegenen Park. Die Galerie wird durch eine Terrasse ergänzt, die für Skulpturenausstellungen genutzt werden kann.
Die Fläche für die ständige Sammlung des Museums wurde um 1.635 m² erweitert. In den Räumen unter dem Neubau befinden sich Flächen für die Architektur- und Designsammlung sowie für Bildungsangebote. Neben dem Anbau umfasst das Projekt auch die Sanierung bestehender Gebäudeteile: Rund 8.000 m² Bestandsarchitektur wurden erneuert, darunter der Flügel von 1970, entworfen von Álvaro Líbano und Ricardo Beascoa.
Besucher können das Museum über den ursprünglichen Eingang des 1945 errichteten Gebäudes betreten. Eine neue Nord-Süd-Route verbindet die alten Fassaden und bestehenden Galerien mit dem darüberliegenden Anbau. Auch die Höhenunterschiede in den öffentlichen Bereichen wurden reduziert, um den Übergang zwischen den in verschiedenen Bauphasen entstandenen Gebäudeteilen zu erleichtern.
Entscheidungen zu Stahlbau und ökologischer Gestaltung
Das Stahltragwerk ist eines der prägenden strukturellen und gestalterischen Elemente des Gebäudes. Bei der Fertigung wichtiger Bauteile wurden die Produktionsmöglichkeiten im Baskenland genutzt. Auf dem Dach befinden sich mehr als 500 m² Photovoltaikmodule. Die auskragenden Fassaden beschatten die Glasflächen; natürliche Belüftung und Tageslichtnutzung gehören ebenfalls zu den ökologischen Strategien des Entwurfs. Da die Quelle keine Messwerte zur Energieeffizienz nennt, lässt sich nicht ableiten, wie viel Energie dadurch eingespart wird.
Bedeutung für Architektur- und Visualisierungsprozesse
Agravitas zeigt einen Ansatz, bei dem auf einem bestehenden Museumsgelände neuer Raum entsteht, während die historischen Unterschiede zwischen den Gebäuden sichtbar bleiben und auf Bodenniveau ein gemeinschaftlich nutzbarer Bereich geschaffen wird. Für Architekten und Innenarchitekten kann es hilfreich sein, Schnitt, Wegeführung, Tageslicht und das Verhältnis von Alt- und Neubau gemeinsam zu betrachten, um die zentralen Entwurfsentscheidungen des Projekts nachzuvollziehen. In Visualisierungen lassen sich diese Zusammenhänge verständlich vermitteln, indem Auskragungen, V-förmige Stützen und Atrium in einem Schnitt oder einer Perspektive gemeinsam gezeigt werden.
Die Quelle enthält keine Angaben zu verwendeter Software, Hardwareanforderungen, Lizenzbedingungen oder Kompatibilität. Daher lassen sich daraus keine bestimmten Produktionswerkzeuge oder technischen Anforderungen ableiten; diese müssen für Umsetzung und Präsentation gesondert geprüft werden.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Die Stärke von Agravitas liegt darin, dass die Erweiterung nicht lediglich als Schaffung neuer Innenfläche verstanden wird. Die gemeinsame Gestaltung des Ausstellungstrakts im Obergeschoss und des Atriums darunter schafft ein neues öffentliches Zentrum zwischen den Museumsteilen aus verschiedenen Bauzeiten. Dass die alten Gebäude sichtbar bleiben, macht außerdem die Beziehung des Anbaus zur bestehenden Architektur deutlich.
Für Büros in der Türkei, die an vergleichbaren Umbauprojekten arbeiten, sind die Entscheidungen zu Stahltragwerk, Auskragung und natürlichem Licht eine nähere Betrachtung wert. Die Quelle enthält jedoch keine Angaben zu Kosten, Wartung oder gemessener Energieeffizienz. Deshalb sollte das Projekt nicht als direkt übertragbare Musterlösung, sondern als Entwurfsbeispiel verstanden werden, das Flächengewinn und Wegeführung gemeinsam behandelt.
Häufige Fragen
Wie viel zusätzliche Fläche schafft Agravitas für Bilbaos Kunstmuseum?
Das Projekt erweitert das Museum um rund 6.000 m². Der Neubau umfasst rund 2.300 m² Ausstellungsfläche.
Wann öffnet Bilbaos Kunstmuseum wieder?
Nach der Erweiterung Agravitas öffnet das Museum am 6. Oktober 2026 wieder.
Welcher öffentliche Bereich entstand unter Agravitas?
An der Stelle der ehemaligen Plaza Arriaga wurde ein überdachtes Atrium mit mehr als 1.000 m² Fläche angelegt. Das Denkmal für Juan Crisóstomo de Arriaga wurde restauriert und in die Mitte des Bereichs versetzt.



