Kurz gesagt
- Vantage 3.4 unterstützt den OpenPBR-Materialstandard als innerhalb von VRayMtl ein- und ausschaltbaren Modus.
- Mit Chaos-Scans-Materialien lassen sich nun auch Anisotropie, Thin Film, Sheen und Dispersion in Vantage darstellen.
- Der Echtzeit-Fluidsimulator heißt jetzt Fire & Smoke und bietet neue Presets.
- Vantage wird nicht mehr als eigenständiges Abonnement verkauft, sondern nur noch im Mietmodell als Bestandteil der Pakete V-Ray Collection und Corona Collection angeboten.
Chaos hat Version 3.4 von Vantage, einem Raytracing-basierten Echtzeit-Visualisierungstool, am 29. September 2026 veröffentlicht. Das Update umfasst Unterstützung für den OpenPBR-Materialstandard und Chaos-Scans-Materialien, eine breitere Kompatibilität mit V-Ray-Material- und Lichteigenschaften, den umbenannten Fire-&-Smoke-Simulator sowie die Integration von NVIDIA DLSS 4.5, berichtet CG Channel. Die Version läuft unter Windows 10 und höher auf DXR-kompatiblen Grafikkarten von AMD, Intel und NVIDIA.
Vantage macht Szenen aus V-Ray, Corona und Enscape in Echtzeit begehbar. Architektur- und Innenarchitekturbüros nutzen das Tool insbesondere für Live-Präsentationen bei Kundenterminen, schnelle Animationen und Design-Reviews. Version 3.4 soll die Unterschiede zwischen Materialien im Produktionsrendering und in der Echtzeitvorschau verringern.
OpenPBR- und Chaos-Scans-Unterstützung
Die auffälligste Neuerung des Updates ist die OpenPBR-Unterstützung. OpenPBR ist ein offener Materialstandard, der sich zunehmend in verschiedenen DCC-Anwendungen verbreitet. In Vantage ist die Unterstützung nicht als eigener Materialtyp umgesetzt, sondern als innerhalb des standardmäßigen V-Ray Material (VRayMtl) ein- und ausschaltbarer Modus. So lässt sich der Standard leichter übernehmen, ohne die Struktur bestehender Szenen zu verändern.
Mit der neuen Version werden auch Chaos-Scans-Materialien in Vantage unterstützt. Chaos Scans ist eine Bibliothek mit Materialien, die aus der realen Welt gescannt wurden und in höherwertigen V-Ray-Abonnements enthalten ist. Dass gescannte Oberflächen wie Stoff, Leder und Stein nun auch in Echtzeit dargestellt werden können, dürfte sich besonders bei Möbel- und Innenraumpräsentationen bemerkbar machen.
Erweiterte Kompatibilität mit V-Ray-Materialien und -Texturen
Vantage 3.4 unterstützt nun die folgenden Parameter in VRayMtl:
Anisotropie (gerichtete Reflexionen, etwa auf gebürstetem Metall)
Thin-Film-Effekt
Sheen (Glanz von Samt und Stoff)
Dispersion (Farbaufspaltung in Glas und Kristall)
Bei den Texturen werden Curvature und TriPlanar von V-Ray unterstützt; Distance wird teilweise unterstützt. Zu den Workflow-Verbesserungen zählen außerdem Listen zum Ein- und Ausschließen von Objekten für globale Ambient Occlusion und den Wet-Effekt (Nässe). Damit lässt sich zum Beispiel verhindern, dass ein Nässeeffekt auf unerwünschte Objekte übergreift.
Fire-&-Smoke-Simulator und Gaussian Splats
Der in Vantage 3.1 eingeführte Echtzeit-Fluidsimulator wurde in Fire-&-Smoke-Simulator umbenannt – eine treffendere Bezeichnung. Neue Presets beschleunigen die Einrichtung gängiger Simulationstypen. Bei Szenarien wie der Präsentation eines Kamins, einer Feuerstelle im Außenbereich oder eines Industriegebäudes können die Presets die Einrichtungszeit verkürzen.
Wie CG Channel in Erinnerung ruft, kann Vantage 3D Gaussian Splats mit Funktionen, die schrittweise in den Versionen 3.2 und 3.3 ergänzt wurden, neu beleuchten und rendern. Auch auf der Produktseite von Chaos heißt es, dass sich mit Gaussian-Splatting-Technologie erfasste Umgebungen aus der realen Welt direkt in Vantage rendern lassen. Gescannte Umgebungen zusammen mit einem Entwurfsmodell darzustellen, ist eine zunehmend verbreitete Methode für Präsentationen von Gelände und städtebaulichem Kontext.
DLSS 4.5 und Änderungen beim Lizenzmodell
Die integrierte NVIDIA-DLSS-Technologie wurde auf Version 4.5 aktualisiert. DLSS skaliert ein in niedriger Auflösung berechnetes Bild mithilfe künstlicher Intelligenz hoch und sorgt so für flüssigere Echtzeit-Begehungen. Für Teams, die große Architekturszenen live präsentieren, kann das bei gleicher Hardware ein flüssigeres Erlebnis bedeuten.
Auch beim Lizenzmodell gibt es eine wichtige Änderung: Vantage 3.4 wird nicht mehr als eigenständiges Abonnement verkauft. Die Software ist nur noch im Mietmodell als Bestandteil der Pakete V-Ray Collection oder Corona Collection erhältlich.
| Thema | Angaben zu Vantage 3.4 |
|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 und höher |
| GPU | DXR-kompatible GPU von AMD, Intel oder NVIDIA |
| V-Ray-Kompatibilität | V-Ray Next und höher (V-Ray 4+) |
| Corona-Kompatibilität | Corona 12 und höher |
| Enscape-Kompatibilität | Enscape 4.2 und höher |
| Vertriebsmodell | Nur als Bestandteil von V-Ray Collection / Corona Collection |
Auswirkungen auf den Archviz-Workflow
Ein häufiges Problem in der Architekturvisualisierung ist, dass ein Material in der Echtzeitvorschau anders aussieht als im finalen Render. Die Unterstützung von Parametern wie Anisotropie, Sheen und Dispersion in Vantage 3.4 bringt die Darstellung einer mit V-Ray erstellten Szene in Vantage näher an das finale Ergebnis. Das verbessert die Konsistenz zwischen der Live-Präsentation für den Kunden und den gelieferten Bildern.
OpenPBR-Unterstützung könnte sich langfristig als noch wichtiger erweisen. Verluste beim Übertragen von Materialien zwischen verschiedenen Programmen kosten besonders in Büros Zeit, die mehrere Render-Engines nutzen. Die Unterstützung eines gemeinsamen Standards kann solche Übertragungen vereinfachen. Für Houdini-Anwender steht außerdem ein separater Hydra Delegate zur Verfügung.
Vor dem Update sollten Büros einige Punkte prüfen. Erstens: Mit welcher Version von V-Ray, Corona oder Enscape soll Vantage eingesetzt werden? Teams, die mit Versionen unter den in der Tabelle genannten Mindestanforderungen arbeiten, müssen zunächst ihre Hauptsoftware aktualisieren. Zweitens: das Lizenzmodell. Wer Vantage bisher separat abonniert hat, sollte planen, zu welchem Collection-Paket er zum nächsten Verlängerungstermin wechseln wird. Drittens: die Materialbibliotheken. Wer den OpenPBR-Modus in bestehenden Projekten ausprobieren möchte, sollte zunächst mit einer Kopie der Szene arbeiten, um unerwartete Darstellungsunterschiede frühzeitig zu erkennen.
Auch die Rolle von Echtzeitpräsentationen im Büro verändert sich. Vantage wurde früher oft nur am Präsentationstag geöffnet. Mit der verbesserten Materialkompatibilität lässt sich das Tool zunehmend auch bei Design-Reviews und sogar bereits bei der Materialauswahl einsetzen.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Vantage 3.4 bietet weniger eine einzelne spektakuläre Funktion als vielmehr eine Reihe von Verbesserungen, durch die V-Ray-Szenen in Echtzeit korrekter dargestellt werden. Für Büros in der Türkei, die insbesondere bei Möbel-, Innenarchitektur- und Wohnbauprojekten live vor Kunden präsentieren, wird die realitätsgetreue Darstellung von Stoff- und Metalloberflächen unmittelbar zu einem überzeugenderen Auftritt.
Andererseits kann der Wegfall des eigenständigen Abonnements für kleine Teams, die nur Vantage nutzen möchten, die Kosten erhöhen. Für Büros, die bereits V-Ray Collection oder Corona Collection verwenden, kommt kein zusätzlicher Posten hinzu. Wer jedoch erstmals auf Echtzeitpräsentationen umsteigen möchte, sollte die Paketpreise zusammen mit dem Wechselkurs kalkulieren. Dass die Software mit jeder modernen DXR-kompatiblen GPU läuft, bietet bei der Hardware immerhin Flexibilität.
Häufige Fragen
Mit welchen Versionen von V-Ray und Corona funktioniert Vantage 3.4?
Laut CG Channel ist Vantage 3.4 mit V-Ray Next und höher (V-Ray 4+), Corona 12 und höher sowie Enscape 4.2 und höher kompatibel.
Kann Vantage 3.4 separat erworben werden?
Nein. Vantage 3.4 wird nicht mehr als eigenständiges Abonnement angeboten, sondern ist nur noch im Mietmodell in den Paketen V-Ray Collection oder Corona Collection enthalten.
Lässt sich Vantage mit einer AMD-Grafikkarte nutzen?
Ja. Laut Systemanforderungen werden unter Windows 10 und höher DXR-kompatible Grafikkarten von AMD, Intel und NVIDIA unterstützt.



