Kurz gesagt
- Flow richtet Objekte von einer Basiskurve an einer Zielkurve neu aus; wählen Sie nahe der Endpunkte beider Kurven zueinander passende Punkte.
- FlowAlongSrf überträgt Objekte von der Quellfläche auf eine Zielfläche; wählen Sie nahe entsprechender Flächenecken gelegene Kanten.
- Eine ungleichmäßige Parametrisierung der Basis- und Zielflächen kann zu deutlichen Verformungen der übertragenen Objekte führen.
- Die Option Rigid verschiebt Objekte lediglich; für Flow gibt es außerdem Optionen wie Stretch und Local.
In Rhino 8 lassen sich mit den Befehlen Flow und FlowAlongSrf Objekte entsprechend der Form einer Kurve oder Fläche neu positionieren oder verformen. Laut der offiziellen Rhino-8-Dokumentation von McNeel überträgt Flow Objekte von einer Basiskurve auf eine Zielkurve; FlowAlongSrf ordnet sie von einer Basisfläche einer Zielfläche zu. Passende Auswahlpunkte nahe den Endpunkten der Kurven beziehungsweise den Ecken der Flächen sowie eine kontrollierte Parametrisierung der Flächen helfen, unerwartete Richtungsänderungen und Verformungen zu reduzieren.
Welcher Befehl eignet sich für welchen Fall?
Wenn ein Objekt oder eine Objektgruppe von einer Kurve auf eine andere übertragen und entsprechend deren Form neu ausgerichtet werden soll, lässt sich Flow verwenden. So kann eine flache Form zunächst einfach erstellt und anschließend an eine gekrümmte Zielform angepasst werden. Der Menüpfad in Rhino lautet Transform › Flow along Curve, der Befehl heißt Flow.
Soll eine Anordnung von Objekten von einer Quellfläche auf eine andere Fläche übertragen werden, empfiehlt sich FlowAlongSrf. Der dokumentierte Menüpfad lautet Transform › Flow along Surface. Dabei werden die Objekte anhand der Anordnung auf der Quellfläche auf die Zielfläche übertragen.
Übertragung entlang einer Kurve mit Flow
Geometrie und Basiskurve vorbereiten. Flow richtet Objekte anhand der Beziehung zwischen einer Basiskurve und einer Zielkurve neu aus. Eine flache Form zunächst in einer einfachen, ebenen Anordnung vorzubereiten und nicht direkt entlang der Kurve aufzubauen, ist eine der in der Dokumentation beschriebenen Anwendungen.
Entsprechende Enden auf Basis- und Zielkurve auswählen. Starten Sie den Befehl
Flowund bestimmen Sie die Basiskurve mit einem Punkt nahe einem ihrer Enden. Wählen Sie anschließend auf der Zielkurve einen Punkt nahe dem Ende, das der ersten Auswahl entspricht. Prüfen Sie die Auswahl sorgfältig, damit das Objekt nicht unerwartet in die falsche Richtung übertragen wird, wenn die Startpunkte nicht zueinander passen.Entscheiden, ob eine Verformung erforderlich ist. Mit
Rigid=Yeswerden Objekte entlang des Ziels verschoben, ohne ihre Form zu verändern. BeiRigid=Nokönnen die Objekte entsprechend der Zielkurve verformt werden. Ist Rigid aktiviert, legtRigidGroupsfest, ob Gruppen als Einheit oder die darin enthaltenen Objekte einzeln behandelt werden.Optionen für Richtung und Länge in Abhängigkeit von der Kurve prüfen. Wird in Flow eine Fläche als Ziel für die Kurve verwendet, kann
TargetSurfacedie „Oben“-Richtung der Objekte anhand der Flächennormalen bestimmen. Zeigt die Übertragung auf die falsche Seite der Zielfläche, verweist die Quelle auf die BefehleFlipoderDir, um die Normalenrichtung zu ändern.Stretchlegt fest, wie Objekte entlang der Kurve gestreckt oder gestaucht werden. MitLocalwird der Wirkungsbereich um die Eingabekurve definiert: Objekte innerhalb dieses Bereichs werden übertragen, außerhalb liegende bleiben an Ort und Stelle; zum Rand des Wirkungsbereichs hin nimmt die Übertragungswirkung ab.
Flächenzuordnung mit FlowAlongSrf
Objekte und Flächen der Reihe nach auswählen. Starten Sie
FlowAlongSrfund wählen Sie die zu übertragenden Objekte aus. Geben Sie danach auf der Basisfläche eine Kante nahe einer Ecke und anschließend auf der Zielfläche die entsprechende, nahe einer Ecke gelegene Kante an. Diese Zuordnung trägt dazu bei, die Ausrichtung auf Quell- und Zielfläche festzulegen.Parametrisierung beider Flächen prüfen. Laut Dokumentation von McNeel sollten Basis- und Zielfläche gleichmäßig und regelmäßig parametrisiert sein, um Verformungen zu vermeiden. Dabei müssen die Parametrisierungen der beiden Flächen nicht identisch sein; entscheidend ist eine gleichmäßige Verteilung innerhalb jeder einzelnen Fläche. Eine unregelmäßige Parametrisierung kann dazu führen, dass sich Objekte bei der Übertragung deutlich verformen. Das Dokument zeigt ein Beispiel, in dem die Zielfläche neu aufgebaut und mit enger angeordneten Isokurven versehen wird, um Verformungen zu vermeiden.
AutoAdjust passend zur Auswahl einstellen. Bei
AutoAdjust=Yeswerden die ausgewählte Position und die nahegelegene Kante verwendet, um Startpunkt und U-Richtung festzulegen, statt die UV-Richtungen der Flächen als Grundlage zu nehmen; die andere Richtung ist V. Stimmen die Auswahlpunkte auf Basis- und Zielfläche nicht überein, kann das Objekt auf die gegenüberliegende Seite der Zielfläche übertragen werden.AutoAdjust=Noverwendet die UV-Richtungen der Flächen und ist weniger davon abhängig, dass die Auswahlpunkte genau einander entsprechen.Getrimmte Flächen berücksichtigen. Laut Dokumentation wird bei
AutoAdjust=Yesfür die Zuordnung die verkleinerte (shrunk) Version der Fläche verwendet, beiNohingegen die zugrunde liegende (underlying) Fläche. Prüfen Sie bei unerwarteten Ergebnissen neben den Auswahlpunkten auch, ob die Fläche getrimmt ist und welche AutoAdjust-Einstellung aktiv ist.
Optionen und ihre Auswirkungen
| Einstellung | Empfohlener Wert | Auswirkung |
|---|---|---|
| Rigid | Yes, wenn keine Verformung gewünscht ist; andernfalls No | Yes verschiebt Objekte nur, No erlaubt beim Verschieben eine Formänderung. |
| RigidGroups (Flow) | Yes, wenn sich Gruppen als Einheit verhalten sollen | Legt bei aktiviertem Rigid fest, ob Gruppen gemeinsam oder einzeln behandelt werden. |
| Stretch (Flow) | Je nach Bedarf für Streckung oder Stauchung entlang der Kurve festlegen | Steuert das Längenverhalten der Objekte entlang der Kurve. |
| AutoAdjust (FlowAlongSrf) | Yes, um die Richtung anhand der Auswahl festzulegen; No, um die UV-Richtungen der Flächen zu verwenden | Beeinflusst, wie die Zuordnungsrichtung bestimmt wird. |
| PreserveStructure | Yes, wenn die Kontrollpunktstruktur der Kurve oder Fläche erhalten bleiben soll | Bewahrt die Struktur; eine geringe Zahl von Kontrollpunkten kann die Genauigkeit der Verformung verringern. No passt die Struktur bei Bedarf neu an, um die korrekte Verformung zu ermöglichen. Bei Polysurfaces wird die Option nicht angewendet und bei Auswahl einer Polysurface nicht angezeigt. |
Checkliste für Architektur- und Visualisierungs-Workflows
Rhino-Anwender können diese Befehle nutzen, um wiederholte Elemente entlang einer gekrümmten Fassade, Muster für eine gekrümmte Fläche oder Objektgruppen an eine andere Kurve anzupassen. Im Workflow sollte zunächst festgelegt werden, ob eine Verformung erforderlich ist. Anschließend sind der geeignete Befehl, passende Auswahlpunkte und die Flächenparametrisierung zu prüfen. So lassen sich Form und Ausrichtung des Modells nach der Übertragung leichter kontrollieren.
Dieser Leitfaden bezieht sich auf Rhino 8, wie es in den Quellen dokumentiert ist. Die Quellen enthalten keine Angaben zu Hardwareanforderungen, Lizenzbedingungen oder zur Kompatibilität mit anderer Software. Es ist daher sinnvoll, die Befehle zunächst mit einer kleinen Geometrie zu testen und insbesondere bei Produktionsmodellen die Auswirkungen der Optionen für Verformung und Strukturerhalt zu überprüfen.
Häufige Fehler
Werden Kurven an unterschiedlichen Enden oder Flächen nahe nicht zueinander passenden Ecken ausgewählt, kann sich die Übertragungsrichtung ändern.
Wird die Verteilung der Parametrisierung innerhalb der Flächen nicht kontrolliert, können sich die Objekte verformen.
Bei
Rigid=Yeseine Verformung zu erwarten, bedeutet, die Funktion der Option falsch zu verstehen.Werden die Einstellung
AutoAdjustoder das Verhalten bei getrimmten Flächen übersehen, kann das Objekt auf der falschen Seite oder an einer unerwarteten Position erscheinen.Es ist falsch anzunehmen, dass
PreserveStructure=Yesfür Polysurfaces gilt; bei Auswahl einer Polysurface wird die Option nicht angeboten.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Architektur- und Innenarchitekturbüros in der Türkei, die mit Rhino arbeiten, können Flow und FlowAlongSrf praktisch sein, um vorbereitete Objekte an Kurven- oder Flächenformen anzupassen. Da die Dokumentation keine konkrete Zeitersparnis beziffert, sollte der Nutzen anhand wiederkehrender Geometrie im jeweiligen Projekt und der Modellierungsgewohnheiten bewertet werden.
In den Quellen werden weder besondere Hardwareanforderungen noch Lizenzbedingungen genannt; daher wäre es nicht richtig, von einer notwendigen Neuinvestition auszugehen. Büros sollten besonders auf eine unregelmäßige Flächenparametrisierung, nicht übereinstimmende Auswahlpunkte und Erwartungen an PreserveStructure bei Polysurfaces achten. Ein kleiner Test vor dem Einsatz im Produktionsmodell hilft, Übertragungsrichtung und Verformungsergebnis zu prüfen.
Häufige Fragen
Was ist in Rhino 8 der Unterschied zwischen Flow und FlowAlongSrf?
Flow überträgt Objekte von einer Basiskurve auf eine Zielkurve. FlowAlongSrf ordnet Objekte von einer Basisfläche einer Zielfläche zu.
Warum kann FlowAlongSrf Objekte verformen?
Laut der Dokumentation von McNeel kann eine ungleichmäßige Parametrisierung auf der Basis- oder Zielfläche zu deutlichen Verformungen führen. Es kann helfen, die Parametrisierung der Flächen zu prüfen und sie gegebenenfalls neu aufzubauen.
Lässt sich PreserveStructure in Rhino für Polysurfaces verwenden?
Nein. Laut der Rhino-8-Dokumentation wird PreserveStructure nicht auf Polysurfaces angewendet und bei Auswahl einer Polysurface nicht angezeigt.



