Kurz gesagt
- Laut einem Bericht von The Decoder, der sich auf The Information beruft, bittet Huawei einige Kunden, HBM für KI-Chips zu beschaffen.
- Huawei soll planen, den Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt zu bringen; der Bericht stellt jedoch nicht fest, dass die Beschaffungsaufforderung speziell diesen Chip betrifft.
- Einem Zwischenhändler in Shenzhen zufolge stieg der Stückpreis für geschmuggeltes HBM3E innerhalb eines Jahres von einigen Hundert Dollar auf rund 4.000 Dollar.
- Für einen KI-Chip können sechs bis acht Speichereinheiten erforderlich sein, wodurch die Speicherkosten auf bis zu 32.000 Dollar steigen können.
Laut einem auf The Information gestützten Bericht von The Decoder vom 3. November 2026 bittet Huawei einige Kunden, den in KI-Chips verwendeten High Bandwidth Memory (HBM) selbst zu beschaffen. Der Bericht nennt keinen bestimmten Chip und gibt auch nicht an, dass sich die Aufforderung speziell auf den Ascend 960DT bezieht. Zudem heißt es, Huawei plane, den neuen Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt zu bringen.
Wie versucht Huawei, die Schwierigkeiten bei der Speicherbeschaffung zu umgehen?
Dem Bericht zufolge können chinesische Zulieferer von Huawei nicht die für KI-Chips benötigten HBM-Mengen produzieren. Die US-Exportbestimmungen verhindern außerdem direkte Einkäufe bei Samsung und SK Hynix. Nach Angaben von The Decoder kontrollieren diese beiden Unternehmen mehr als 80 Prozent des weltweiten HBM-Marktes.
Bei der im Bericht beschriebenen Schmuggelmethode wird HBM zusammen mit leistungsschwachen Serverprozessoren verpackt, deren Leistung unterhalb der Exportgrenze liegt. Diese Pakete werden über Hongkong nach China geschickt; nach ihrer Ankunft werden die Speicherchips in Werkstätten von den Prozessoren getrennt. Zwar ist die Fehlerquote bei diesem Trennverfahren hoch, doch die möglichen Gewinne machen die Methode für Schmuggler attraktiv.
Die Bitte an Kunden, den Speicher selbst zu beschaffen, wird im Bericht im Zusammenhang mit den allgemeinen Lieferengpässen von Huawei betrachtet. Ein direkter Zusammenhang zwischen dieser Aufforderung und dem Ascend 960DT wird nicht hergestellt. Huawei soll erklärt haben, der neue Chip werde die Leistung seiner bestehenden Produkte verdoppeln. Dabei handelt es sich um eine Leistungsangabe des Unternehmens zu seinem eigenen Produkt.
Wie viel kostet geschmuggeltes HBM3E?
Einem Zwischenhändler in Shenzhen zufolge stieg der Stückpreis für geschmuggeltes HBM3E innerhalb eines Jahres von einigen Hundert Dollar auf rund 4.000 Dollar. Dieser Betrag ist der im Bericht genannte Preis für geschmuggelte Ware und wird nicht als Marktpreis für HBM3E über alle Vertriebskanäle hinweg dargestellt.
In einem KI-Chip können dem Bericht zufolge sechs bis acht HBM-Einheiten zum Einsatz kommen. Auf Grundlage des dort genannten Stückpreises können allein die Speicherkosten bis zu 32.000 Dollar betragen. Dieser Betrag bezeichnet nicht die Gesamtkosten des Chips oder Systems, sondern die angegebene Obergrenze für den Speicher.
Die beschriebene Verpackungsmethode ist nicht die einzige Quelle für das geschmuggelte Angebot. Dem Bericht zufolge gelangen auch ältere Nvidia-GPUs, die zur Gewinnung ihrer Bauteile zerlegt werden, sowie Bestände aus eingestellten Projekten oder gekürzten Bestellungen von Chipentwicklern in die Lieferkette. Südkoreanische Zollbehörden sollen bis Mai Handelsverstöße im Wert von 560 Millionen Dollar festgestellt haben. Dieser Betrag übertrifft den bisherigen Rekord eines vollständigen Jahres; ein Drittel der Verstöße soll strategische Güter betroffen haben, etwa durch unerlaubte Ausfuhren oder falsche Deklarationen.
Was bedeutet das für Arbeitsabläufe in Architektur und Visualisierung?
Bei dieser Entwicklung geht es nicht um ein Update für Architektursoftware, sondern um die Beschaffung des in KI-Chips verwendeten Speichers. Für Architekturbüros und Visualisierungsteams, die KI-Hardware einsetzen, ist es wichtig, neben der Wahl des Beschleunigers auch den Speicherbedarf des jeweiligen Chips und die Verfügbarkeit dieses Speichers zu berücksichtigen. Der Bericht enthält keine Angaben zur Kompatibilität mit bestimmter Architektursoftware, zu Preisen in der Türkei oder zu den lokalen Beschaffungsbedingungen.
Bei der Einholung eines Angebots für ein neues System sollten Speichertyp und -menge, Bezugsquelle und Hardwarekompatibilität jeweils gesondert geprüft werden. Der im Bericht genannte Preis für geschmuggeltes HBM sollte nicht als Preis für legal über Vertriebskanäle in der Türkei verkaufte Produkte verstanden werden. Außerdem liefert die Quelle keine Grundlage für die Annahme, dass andere Hersteller mit denselben Beschaffungsproblemen wie Huawei konfrontiert sind.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Architektur- und Visualisierungsteams zeigt der Bericht, dass bei KI-Hardware die Wahl des Beschleunigers allein möglicherweise nicht ausreicht. Wird ein System mit HBM in Betracht gezogen, sollten auch die Verfügbarkeit und die Kosten des Speichers in die Investitionsrechnung einfließen. Die Angabe von rund 4.000 Dollar bezieht sich jedoch auf geschmuggeltes HBM3E und ist kein direkter Anhaltspunkt für die Preise legaler Produkte in der Türkei.
Büros in der Türkei, die in neue Systeme investieren wollen, sollten Bezugsquelle, Hardwarekompatibilität und Speicherbedarf bereits bei der Angebotseinholung klären. Da der Bericht keine Angaben zu lokalen Preisen, Lizenzbedingungen oder zur Kompatibilität mit Architektursoftware enthält, sollten diese Punkte separat überprüft werden.
Häufige Fragen
Warum bittet Huawei seine Kunden, HBM-Speicher zu beschaffen?
Dem Bericht zufolge können chinesische Zulieferer von Huawei nicht genügend HBM für KI-Chips produzieren. Zudem verhindern die US-Exportbestimmungen direkte Einkäufe bei Samsung und SK Hynix.
Wie hoch ist der Stückpreis für geschmuggeltes HBM3E?
In dem Bericht, der sich auf einen Zwischenhändler in Shenzhen beruft, wird der Stückpreis für geschmuggeltes HBM3E mit rund 4.000 Dollar angegeben.
Wann erscheint der Huawei Ascend 960DT?
Dem Bericht zufolge plant Huawei, den Ascend 960DT Anfang nächsten Jahres auf den Markt zu bringen. Ein genaues Veröffentlichungsdatum wurde nicht genannt.



