Kurz gesagt
- Das Zentrum befindet sich in Chennai im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, auf dem 250 Hektar großen IIT-Madras-Campus.
- Ekarth Studio setzte Bambus als Hauptmaterial und zentralen Bestandteil des Tragwerks ein; das Projekt wurde in 11 Monaten fertiggestellt.
- Das Auditorium des Zentrums bietet 80 Personen Platz und überspannt 15 Meter stützenfrei.
- Zum Raumprogramm gehören außerdem zwei Unterrichtsräume für je 20 Personen, ein Unterrichtsraum für 50 Personen und ein Musikaufnahmestudio.
Das von Ekarth Studio fertiggestellte Maestro Ilaiyaraaja Musiklern- und Forschungszentrum wurde in einem am 7. Oktober 2026 veröffentlichten Beitrag von Dezeen vorgestellt. Das Zentrum liegt in Chennai im indischen Bundesstaat Tamil Nadu auf dem 250 Hektar großen IIT-Madras-Campus und wurde für musikbezogene Bildungs-, Probe- und Forschungsaktivitäten konzipiert. Es wird neben studentischen Musikerinnen und Musikern auch von Ingenieuren und Mathematikern genutzt.
Pavillons mit unterschiedlichen Funktionen auf dem Campus
Statt eines einzigen großen Volumens besteht das Zentrum aus mehreren Bambuspavillons. Im Mittelpunkt steht ein Auditorium mit 80 Plätzen. Der neun Meter hohe Saal wird von Bögen geprägt und überspannt 15 Meter stützenfrei. Neben dem Auditorium befinden sich zwei Unterrichtsräume für jeweils 20 Personen sowie ein Unterrichtsraum für 50 Personen. Ein Musikaufnahmestudio, Büros und Toiletten ergänzen das Raumprogramm.
Die skulpturalen Formen der Pavillons sind von Bel Patra inspiriert, dem dreilappigen Blatt des Baelbaums, das im Hinduismus als heilig gilt und traditionell mit Klang und Bewegung in Verbindung gebracht wird. Die Formgebung erzeugt auskragende Dachüberstände, die sich über das Gebäude hinweg ausweiten. Sie schaffen offene und geschützte Bereiche und ermöglichen zugleich die Nutzung der Außenräume rund um die einzelnen Pavillons. So werden Bildungs- und Forschungsfunktionen in einer Anordnung zusammengeführt, die eng mit dem Freiraum verbunden ist.
Bambustragwerk und Herstellungsprozess
Ekarth Studio wollte natürliche Materialien in den Vordergrund stellen und den Einsatz von Beton begrenzen. Bambus dient im Zentrum sowohl als Hauptbaumaterial als auch als wesentliches Element des Tragwerks. Neben technisch verarbeitetem Bambus kamen im Projekt auch Bündel aus Schilfrohr zum Einsatz; die Bambuselemente bleiben sichtbar. Im Innenraum werden diese Oberflächen durch kalkbasierte Oberflächenbehandlungen, Erdoberflächen und Dachziegel aus Naturfasern ergänzt.
Bei der Herstellung bearbeiteten lokale Handwerker den Bambus durch Spalten, Biegen, Bündeln und Verbinden. Laut den von Ekarth Studio an Dezeen übermittelten Informationen wurden diese Arbeiten überwiegend mit grundlegenden Tischlerwerkzeugen ausgeführt; die Anforderungen an ein institutionelles Gebäude mit großer Spannweite wurden durch Tragwerksplanung berücksichtigt. Das Studio erklärt, dass sich mit Bambus komplexe Geometrien innerhalb eines kurzen Zeitplans umsetzen ließen. Die Fertigstellung des Zentrums dauerte 11 Monate.
Für Architektur-, Innenarchitektur- und Visualisierungsteams
Das Zentrum ist ein Beispiel dafür, wie Bambus nicht nur als Oberflächenverkleidung, sondern auch als Teil des Tragwerks und des architektonischen Ausdrucks eingesetzt werden kann. Dieser Ansatz ist für Architektinnen und Architekten sowie Innenarchitektinnen und Innenarchitekten interessant, die das Zusammenspiel von Material, Tragwerk und räumlicher Form untersuchen – ebenso für Archviz-Teams, die solche Entwurfsentscheidungen visualisieren. Besonders die Gewölbegeometrie, die Bambusverbindungen und das Zusammenspiel der weit auskragenden Dächer mit offenen und geschützten Bereichen prägen die visuelle Erzählung des Projekts.
Die Quelle nennt keine konkrete Software, Hardware, digitale Fertigungsmethode oder Lizenzbedingungen. Auch Angaben zu Materialkosten und Beschaffung werden nicht gemacht. Das Projekt lässt sich daher nicht als unmittelbar umsetzbare technische Anleitung verstehen, sondern als Entwurfsbeispiel, in dem Bambus, Geometrie und lokales Handwerk zusammenspielen. Für konkrete Umsetzungsentscheidungen müssen die Details des Tragwerks und der Materialien gesondert geprüft werden.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Das Projekt bietet Architektur- und Innenarchitekturteams ein aufschlussreiches Beispiel, weil Bambus nicht nur über seine Oberflächenwirkung, sondern als Teil des Haupttragwerks eingesetzt wird. Die Spannweite des Auditoriums und die Form der Pavillons zeigen, wie Materialentscheidungen das Raumerlebnis beeinflussen können.
Für Büros und Visualisierungsteams in der Türkei liegt der praktische Wert weniger in einer fertigen Umsetzungsvorlage als vielmehr im Ansatz, Geometrie, Material und Handwerk gemeinsam zu betrachten. Da jedoch weder Projektkosten noch Beschaffungsbedingungen und technische Details offengelegt werden, wäre es nicht ratsam, das Beispiel ohne Klärung dieser Punkte direkt zu übertragen.
Häufige Fragen
Wo befindet sich das Maestro Ilaiyaraaja Zentrum?
Das Zentrum liegt in Chennai im indischen Bundesstaat Tamil Nadu auf dem 250 Hektar großen IIT-Madras-Campus.
Welche Materialien wurden im Maestro Ilaiyaraaja Zentrum verwendet?
Bambus wurde als Hauptmaterial des Gebäudes und als zentraler Bestandteil des Tragwerks eingesetzt. Zum Projekt gehören auch technisch verarbeitete Bambuselemente und Schilfrohrbündel.
Welche Räume umfasst das Zentrum?
Das Zentrum verfügt über ein Auditorium mit 80 Plätzen, zwei Unterrichtsräume für jeweils 20 Personen, einen Unterrichtsraum für 50 Personen, ein Musikaufnahmestudio, Büros und Toiletten.



