Kurz gesagt
- Das Museum Vonk wurde in Eindhoven auf dem Gelände einer ehemaligen Fahrschulstrecke fertiggestellt.
- Die aus dem Biobasecamp-Pavillon geretteten CLT-Elemente wurden nahezu vollständig wiederverwendet.
- Die vorgefertigten Hanf-Kalk-Fassaden wurden mit pigmentiertem Kalkputz versehen.
- Das Gründach wird durch ein Regenwassersammelsystem ergänzt; in der Fassade wurden Nistplätze für Vögel und Fledermäuse geschaffen.
Das von Studio Marco Vermeulen entworfene Museum Vonk wurde in Eindhoven auf dem Gelände einer ehemaligen Fahrschulstrecke fertiggestellt. Laut einem Bericht von Dezeen vom 4. Oktober 2026 vermittelt das Museum die 10.000-jährige Geschichte der Region auf interaktive und praxisorientierte Weise. Es entstand im Zuge des Zusammenschlusses des Freilichtmuseums Prehistoric Village mit dem Eindhoven Museum. Der keilförmige Bau rückt biobasierte Materialien und Wiederverwendung ins Zentrum seines Entwurfs.
Wiederverwendetes CLT und Hanf-Kalk-Fassade
Für die Tragstruktur des Gebäudes kamen Brettsperrholzelemente (CLT) zum Einsatz, die aus dem Biobasecamp-Pavillon von Studio Marco Vermeulen gerettet wurden. Der Pavillon war für die Dutch Design Week 2019 entstanden. Die eigens für das Museum vorgefertigten Fassaden aus Hanf-Kalk-Verbund wurden mit pigmentiertem Kalkputz fertiggestellt. Das aus Hanf und Kalk bestehende Material verleiht dem Gebäude eine biobasierte Gebäudehülle.
Die Verwendung des wiedergewonnenen CLT erforderte in der Ausführungsphase zusätzliche Kontrollen. Laut dem Bericht stand der Auftragnehmer der Arbeit mit wiederverwendeten Elementen zunächst zurückhaltend gegenüber; zur Klärung der erforderlichen Sicherheitsnachweise wurden die Holzteile zur Prüfung eingeschickt. Nach den Kontrollen wurde das Material im Neubau nahezu vollständig wiederverwendet. Farbunterschiede und Gebrauchsspuren an den Teilen des früheren Pavillons, die stärker der Witterung ausgesetzt waren, blieben ebenfalls sichtbar und machen die Geschichte des Gebäudes ablesbar.
Besuchererlebnis und Raumprogramm
Im vom Park aus zugänglichen Innenraum des Museums liegen die Eingangspräsentation und die Ausstellungsfläche im Zentrum; sie benötigen weder Tageslicht noch einen Außenblick. Die Werkstatt im höchsten Gebäudeteil, als „making shed“ bezeichnet, ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, Objekte und Installationen zu gestalten, die die Geschichte Eindhovens repräsentieren. Sie öffnet sich sowohl zum Park als auch zum Prehistoric Village und ist zudem mit dem Restaurant verbunden. Neben dem Restaurant befinden sich Personalbüros, ein Besprechungsraum und der Museumsshop im niedriger gelegenen Gebäudeteil.
Die Keilform und die geschichteten Putzoberflächen lassen das Gebäude so wirken, als würde es sich vom Boden abheben. Das zugängliche Dach mit Gras, Pflanzen und Sträuchern führt die Beziehung zum Park fort. In der Fassade wurden Nistplätze für Vögel und Fledermäuse ergänzt. Der Asphalt der früheren Fahrschulstrecke wurde als gebrochenes Material in der Tragschicht wiederverwendet; ein Regenwassersammelsystem versorgt das Gründach mit Wasser.
Klimakonzept und Erkenntnisse für Planungsteams
Große Lüftungsöffnungen an den höchsten Stellen des Gebäudes unterstützen den Abzug warmer Luft; bei kalter Witterung werden sie geschlossen. Heizung und Kühlung erfolgen über mechanische Lüftungsanlagen. Das Projekt kombiniert damit eine Strategie der passiven Kühlung mit mechanischen Systemen.
Für Architektinnen und Architekten sowie Innenarchitektinnen und Innenarchitekten zeigt das Museum Vonk, wie die Materialwahl Entwurfsentscheidungen von der Tragstruktur über die Fassade bis hin zu Dach und Landschaftsbezug beeinflussen kann. Die Verwendung von wiedergewonnenem CLT macht deutlich, dass das Material vor seiner erneuten Verwendung in einem Projekt geprüft und entsprechende Nachweisverfahren eingeplant werden müssen. Für Archviz-Teams sind die Farbabweichungen und Gebrauchsspuren eine Erinnerung daran, Materialoberflächen in der Visualisierung nicht als vollkommen einheitlich darzustellen. Auch Hanf-Kalk-Fassaden, Gründach und Lüftungsöffnungen lassen sich in Visualisierungen nicht nur als formale Elemente, sondern als Bestandteile des ökologischen Ansatzes des Gebäudes lesen.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Der Wert des Museum Vonk liegt nicht allein in der Verwendung biobasierter Materialien, sondern auch darin, dass die Entscheidung zur Wiederverwendung Teil der räumlichen Erzählung des Gebäudes wird. Die Spuren im CLT bleiben erhalten; statt die Materialgeschichte zu verbergen, macht der Entwurf sie zu einem Gestaltungselement. Dieser Ansatz ist für Architektur- und Visualisierungsteams in der Türkei sowohl hinsichtlich der Materialpräsentation als auch der Projektgeschichte bemerkenswert.
Für die Büros sollten bei der Bewertung von Umsetzung und Kosten neben der Materialbeschaffung auch Prüf- und Nachweisverfahren berücksichtigt werden. Das Projekt liefert keine vergleichbaren Daten zu Budget oder lokalen Beschaffungsbedingungen. Ähnliche Lösungen sollten daher nicht einfach direkt übernommen werden; vielmehr sind die Eignung des Materials, der Wartungsansatz und das Zusammenspiel mit mechanischen Systemen projektspezifisch zu prüfen.
Häufige Fragen
Aus welchen Materialien wurde das Museum Vonk gebaut?
Zum Einsatz kamen CLT-Elemente aus dem Biobasecamp-Pavillon und vorgefertigte Hanf-Kalk-Fassaden. Die Fassaden wurden mit pigmentiertem Kalkputz versehen.
Wie sind das Dach und das Klimakonzept des Museum Vonk gestaltet?
Auf dem zugänglichen Dach wachsen Gras, Pflanzen und Sträucher; ein Regenwassersammelsystem versorgt das Dach mit Wasser. Hohe Lüftungsöffnungen führen warme Luft nach außen ab, geheizt und gekühlt wird über mechanische Lüftungsanlagen.
Wo befindet sich das Museum Vonk und wer hat es entworfen?
Das Museum wurde von Studio Marco Vermeulen in Eindhoven in den Niederlanden entworfen.



