Kurz gesagt
- Der Good Times General Store wurde auf dem Desa-Potato-Head-Areal im balinesischen Seminyak eröffnet.
- Beim Bau kamen alang-alang-Schilfverkleidung, verdichteter lokaler Lehm, wiederverwendetes Holz und Terrazzo mit Bambusresten zum Einsatz.
- Fünf miteinander verbundene Bereiche sind für Einzelhandel, Handwerk, Naturfarben und Materialexperimente mit Kunststoff vorgesehen.
- Workshops zu Weben, Upcycling und Nähen sollen 2027 ins Programm aufgenommen werden.
OMA und Potato Head haben den Good Times General Store auf dem Desa-Potato-Head-Areal im balinesischen Seminyak eröffnet. Das in einem am 23. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht vorgestellte Projekt verbindet den Verkaufsraum mit Produktion, Handwerk und Materialexperimenten. Als erster permanenter Store von Potato Head bringt das Gebäude in Indonesien hergestellte Produkte und praktische Angebote unter einem Dach zusammen.
Lokale Materialien prägen die Architektur
Das Gebäude wurde von OMA gemeinsam mit Ade Herkarisma, dem Leiter der Architektur- und Entwicklungsgruppe von Potato Head, entwickelt und greift lokale Bautraditionen auf. Die Fassade ist mit alang-alang-Schilf verkleidet, im Innenraum kommen Stampflehmwände aus lokalem Lehm zum Einsatz. Böden aus Terrazzo mit wiederverwendetem Holz und recycelten Bambusresten ergänzen die Materialpalette.
Segmentierte Lehmblöcke gliedern den Innenraum und halten zugleich die Übergänge zwischen den verschiedenen Funktionen offen. Statt die Materialien als dekorativen Hintergrund zu behandeln, macht das Design sie zu einem sichtbaren Bestandteil des Raumerlebnisses. So folgen die Materialwahl des Gebäudes und die Themen Produktion und Wiederverwendung im Store einem gemeinsamen Ansatz.
Fünf Bereiche – von Produkten bis zu Produktionsprozessen
Die fünf miteinander verbundenen Bereiche sind unterschiedlichen Produkten und Herstellungsweisen gewidmet. In den ersten beiden werden Geschenke, Bücher, Schallplatten und Wohnaccessoires unabhängiger Hersteller sowie die von Bali inspirierte Bekleidungs- und Reisekollektion von Potato Head präsentiert. Im dritten Bereich ist Max Lambs Wasted-Kollektion zu sehen, die entsorgte Kunststoffe und andere Abfallmaterialien zu Möbeln und Wohnprodukten verarbeitet.
In den beiden weiteren Bereichen können Besucherinnen und Besucher Produktionsprozesse erleben. Im aktiven Naturfarbenstudio werden aus Pflanzen- und Lebensmittelabfällen, die auf dem gesamten Desa-Potato-Head-Areal gesammelt werden, Pigmente gewonnen. Dort finden auch Versuche mit Färben und Musterbildung statt. Im angrenzenden Workshop wird zerkleinertes HDPE-Kunststoffmaterial verarbeitet, das von Sammlern und Upcycling-Beschäftigten auf Bali und Java stammt. Der Bereich ist für Kunststoffformung und Materialexperimente vorgesehen.
Das Store-Programm wird erweitert
Der Good Times General Store knüpft auch an die bestehenden Nachhaltigkeitsinitiativen von Potato Head an. Dazu gehören das Waste Lab, in dem entsorgte Materialien untersucht und neu bewertet werden, sowie die Follow the Waste Tour, die den Weg von Ressourcen innerhalb des Resorts nachzeichnet. Dem Bericht zufolge sollen 2027 neue Workshops zu Weben, Upcycling und Nähen hinzukommen.
OMA hat bereits zuvor mit Potato Head an Orten auf dem Desa-Areal gearbeitet, darunter das Hotel und die Klymax Discotheque. Der neue Store verlagert den Schwerpunkt von Unterkunft und Unterhaltung auf alltäglichen Konsum, Handwerk und das weitere Leben von Materialien. Auch Potato-Head-Gründer Ronald Akili betont, das Projekt biete Raum dafür, zu verstehen, wer ein Produkt aus welchen Materialien herstellt und was nach seiner Nutzung mit ihm geschehen kann.
Bedeutung für Architektur- und Visualisierungsteams
Das Projekt ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Architektur- und Innenarchitekturbüros die Materialwahl gemeinsam mit der räumlichen Organisation planen können: Wiederverwendetes Holz, Bambusreste, lokaler Lehm und Schilfverkleidung sind nicht nur Oberflächenentscheidungen, sondern Teil der Erzählung über Produktion und Wiederverwendung im Store. Die fünf miteinander verbundenen Bereiche bringen Einzelhandel und Workshop-Nutzung in einer gemeinsamen Innenraumgestaltung zusammen.
Für Visualisierungsteams sind die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen, die Art, wie die segmentierten Lehmwände den Raum gliedern, und die Beziehung zwischen den Workshops und den Verkaufsflächen besonders interessant. Die Quelle enthält jedoch keine Projektzeichnungen, Maße, technischen Materialspezifikationen, Angaben zu verwendeter Software oder Baukosten. Das Projekt sollte daher nicht als unmittelbar umsetzbares Detailhandbuch, sondern als Referenz für das Zusammenspiel von Materialien und Programm verstanden werden.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Die Stärke des Good Times General Store liegt darin, Nachhaltigkeit nicht auf die Materialauswahl zu beschränken, sondern sie in ein Raumprogramm zu übersetzen, in dem Besucherinnen und Besucher Produktionsprozesse erleben. Für Architektur- und Innenarchitekturbüros in der Türkei ist das Projekt eine bemerkenswerte Referenz dafür, lokale Materialien, Wiederverwendung und Funktionsplanung in einer gemeinsamen Erzählung zu verbinden.
Allerdings fehlen in den Projektinformationen Angaben zu Kosten, technischen Spezifikationen und Leistungsdaten der Materialien. Büros sollten einen ähnlichen Ansatz daher nicht direkt kopieren, sondern auch lokale Beschaffung, Wartung und Ausführungsbedingungen prüfen. Bei der Visualisierung kommt es zudem nicht nur auf das Erscheinungsbild der Materialien an, sondern auch darauf, die Übergänge zwischen den verschiedenen Nutzungsbereichen korrekt darzustellen.
Häufige Fragen
Wo befindet sich der Good Times General Store?
Der Store liegt im Desa-Potato-Head-Areal in Seminyak auf der indonesischen Insel Bali.
Welche Workshops gibt es im Good Times General Store?
Im Store gibt es ein Studio, in dem aus Pflanzen- und Lebensmittelabfällen Naturfarben gewonnen werden, sowie einen Workshop für Kunststoffformung und Materialexperimente. Workshops zu Weben, Upcycling und Nähen sollen 2027 hinzukommen.
Welche Materialien wurden im Store von OMA und Potato Head verwendet?
Laut Quelle kamen alang-alang-Schilfverkleidung, Stampflehmwände aus lokalem Lehm sowie Terrazzo-Böden mit wiederverwendetem Holz und recycelten Bambusresten zum Einsatz.



