Kurz gesagt
- Der Befehl Block erstellt aus ausgewählten Objekten eine Blockdefinition und ersetzt sie in der Szene durch eine Blockinstanz.
- Beim Einfügen externer Dateien kann die Geometrie eingebettet, eingebettet und verknüpft oder ausschließlich verknüpft werden.
- Das BlockManager-Bedienfeld bietet Werkzeuge zum Suchen, Auswählen und Aktualisieren von Blockdefinitionen sowie zum Bereinigen ungenutzter Definitionen.
- Die Ebene einer Blockinstanz und die Ebeneneigenschaften der darin enthaltenen Geometrie können unabhängig voneinander sein.
Dieser praxisorientierte Leitfaden behandelt die in der offiziellen Rhino-8-Dokumentation beschriebenen Block-Workflows aus Sicht der Architekturmodellierung. Mit Blöcken lassen sich dieselbe Tür, dasselbe Möbelstück, dieselbe Leuchte oder andere Geometrie wiederholt im Modell verwenden und Instanzen über eine gemeinsame Definition verwalten. Wird eine Definition geändert, können die zugehörigen Instanzen aktualisiert werden; Blockinstanzen können außerdem die Dateigröße des Modells reduzieren. Die wichtigsten Werkzeuge sind die Befehle Block, Insert und BlockManager. Die Menü- und Optionsnamen orientieren sich an der Rhino-8-Dokumentation.
1. Wiederkehrende Geometrie in eine Blockdefinition umwandeln
Verwenden Sie zum Erstellen eines Blocks den Befehl Block. In der Dokumentation ist die Tastenkombination Ctrl (CMD) + B angegeben. Beim Erstellen werden die ausgewählten Objekte im Modell durch eine Blockinstanz ersetzt. So werden gleiche Geometrien nicht als voneinander unabhängige Kopien gespeichert, sondern einer gemeinsamen Definition zugeordnet.
Wählen Sie die Objekte aus, die zum Block gehören sollen.
Führen Sie den Befehl
Blockaus.Legen Sie einen Basispunkt für den Block fest.
Geben Sie der Blockdefinition einen Namen und fügen Sie bei Bedarf eine Beschreibung hinzu.
Der Basispunkt ist wichtig: Rhino verwendet ihn als Referenzpunkt, wenn die Instanz platziert, skaliert oder gedreht wird. Fügen Sie beispielsweise ein Möbelstück an verschiedenen Stellen ein, erleichtert ein geeigneter Referenzpunkt die präzise Positionierung. Wählen Sie ihn deshalb mit Blick darauf, wie das Element im Modell eingesetzt werden soll.
Verwenden Sie für die Blockdefinition nicht denselben Namen wie für das Modell; die Rhino-Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, Namenskonflikte zu vermeiden. Eine Beschreibung kann helfen, den Zweck der Definition später wiederzuerkennen. Um einen Block aus einer Datei zu erstellen, wählen Sie im Befehl Insert als Einfügetyp Block Instance. Unterstützte Dateien lassen sich außerdem aus dem Windows Explorer in die Modellansicht ziehen.
2. Dateityp und Verknüpfung beim Einfügen eines Blocks auswählen
Mit dem Befehl Insert fügen Sie im Modell definierte Blöcke oder externe Dateien ein. Die dokumentierte Tastenkombination lautet Ctrl (CMD) + I. Beim Einfügen einer externen Datei können Sie im Abschnitt Insert as zwischen einer Blockinstanz, einer Gruppe oder eigenständigen Objekten wählen. Für ein Element, das wiederverwendet und über eine gemeinsame Definition verwaltet werden soll, eignet sich der Workflow mit einer Blockinstanz.
Öffnen Sie den Befehl
Insert, wählen Sie eine vorhandene Blockdefinition aus oder fügen Sie eine externe Datei ein.Legen Sie bei einer externen Datei die Auswahl unter
Insert asfest.Wählen Sie den Einfügepunkt der Blockinstanz und passen Sie bei Bedarf Skalierung und Drehung an.
Wählen Sie den Typ der Blockdefinition für die externe Datei danach aus, wie sie mit dem Modell verknüpft sein soll.
| Blocktyp | Verhalten von Inhalt und Verknüpfung | Zu beachten |
|---|---|---|
| Embedded | Die Geometrie wird im aktuellen Modell gespeichert. | Änderungen an der externen Datei aktualisieren die Blockdefinition nicht. |
| Embedded and linked | Die Geometrie wird im Modell gespeichert und die Verknüpfung zur externen Datei bleibt erhalten. | Änderungen an der externen Datei können über die Verknüpfung aktualisiert werden; ist die Datei nicht verfügbar, kann die im Modell gespeicherte Geometrie verwendet werden. |
| Linked | Es bleibt ausschließlich eine Verknüpfung zur externen Datei bestehen. | Ist die externe Datei nicht verfügbar, wird die Geometrie im Modell nicht angezeigt. |
Es gibt keine für alle Situationen passende Wahl zwischen diesen Optionen; die Dokumentation beschreibt sie als Typen mit unterschiedlichem Verhalten. Berücksichtigen Sie beim Verschieben des Modells an einen anderen Speicherort oder beim Teilen im Team, ob die externe Datei weiterhin erreichbar sein wird. Während des Einfügens lassen sich mit Prompt Punkt, Skalierung oder Drehung interaktiv festlegen; außerdem stehen Felder für Koordinaten, Skalierung und Winkel zur Verfügung. Mit der Option Uniform wird derselbe Skalierungswert auf alle drei Richtungen angewendet.
3. Definitionen und Verknüpfungen mit BlockManager verwalten
Der Befehl BlockManager öffnet das Bedienfeld Block Definitions, über das sich die Blockdefinitionen im Modell verwalten lassen. Dort können Sie nach Definitionsnamen suchen, die Instanzen einer Definition im Ansichtsfenster auswählen sowie Definitionen hinzufügen oder umbenennen. Bei verschachtelten Definitionen kann das Bedienfeld auch die Anzahl der Instanzen auf oberster Ebene und in Verschachtelungen, die Gesamtzahl der Instanzen und die Anzahl der Objekte anzeigen.
Führen Sie den Befehl
BlockManageraus.Geben Sie im Suchfeld den vollständigen Namen oder einen Teil davon ein. Laut Dokumentation steht
*für null oder mehr Zeichen und?für genau ein Zeichen.Prüfen Sie den Status von Blöcken, die mit externen Dateien verknüpft sind. Über
Updateim Kontextmenü einer verknüpften Definition wird die externe Datei neu geladen.Vergewissern Sie sich vor dem Bereinigen ungenutzter Definitionen, dass keine Instanzen davon im Modell vorhanden sind. Dazu kann die Option
Purge unused block definitionsverwendet werden.
Das Bedienfeld enthält außerdem Filter, mit denen sich eingebettete, verknüpfte und eingebettete-verknüpfte Definitionen getrennt anzeigen lassen. Für eingebettete und verknüpfte Blockdefinitionen können Sie das Aktualisierungsverhalten mit Always update, Prompt when update required oder Never update festlegen. Diese Optionen bestimmen, wie solche Definitionen beim Öffnen des Modells behandelt werden; laut Dokumentation gelten sie nur für eingebettete und verknüpfte Definitionen. Darüber hinaus bietet BlockManager die Möglichkeit, verknüpfte und eingebettete-verknüpfte Definitionen in eine ZIP-Datei zu exportieren.
4. Ebenen und Architektur-Workflow überprüfen
Blockinstanzen werden auf der Ebene eingefügt, die zum Zeitpunkt des Einfügens aktuell ist; eine Instanz kann später auf eine andere Ebene verschoben werden. Die Ebene der Instanz und die Ebenen der darin enthaltenen Geometrieobjekte sind jedoch nicht automatisch aneinander gekoppelt. Die Eigenschaften der Objekte innerhalb eines Blocks lassen sich über deren eigene Objekt- oder Ebeneneinstellungen verwalten. Wird beispielsweise die Ebene der Blockinstanz ausgeschaltet, wird die gesamte Instanz unsichtbar. Wird dagegen eine bestimmte Ebene innerhalb des Blocks ausgeschaltet, betrifft das nur die Objekte auf dieser Ebene.
Bei extern verknüpften Blöcken ist auch der Ebenenstil wichtig. Mit Active werden die Ebenen im aktiven Modell gespeichert und ihre Eigenschaften können bearbeitet werden. Mit Reference wird der Ebenenbaum der verknüpften Datei als Referenzebenen hinzugefügt; laut Dokumentation lassen sich bei diesen Ebenen nur Sichtbarkeit, Sperrstatus und Farbe ändern. Berücksichtigen Sie diesen Unterschied insbesondere bei der Entscheidung, wer die Ebenenstruktur verwaltet.
In Architektur-, Innenarchitektur- und Archviz-Workflows sorgt das Umwandeln wiederkehrender Möbel, Leuchten oder Bauelemente in Blöcke dafür, dass Änderungen an der Definition auf die zugehörigen Instanzen übertragen werden. Praktisch bedeutet das, dass Sie eine gemeinsame Definition verwalten können, statt dasselbe Element an zahlreichen Stellen einzeln zu bearbeiten. Die Wahl externer Verknüpfungen kann dagegen voraussetzen, dass die Dateien im Team zugänglich bleiben. Prüfen Sie vor der Übergabe den Blocktyp, die Verknüpfungspfade und das Ebenenverhalten. Die Quelldokumentation nennt weder besondere Hardwareanforderungen noch Lizenzkosten.
Häufige Fehler
Wird der Basispunkt nicht passend zur Verwendung des Elements gewählt, kann die Kontrolle beim Platzieren und Drehen erschwert werden.
Wer annimmt, die Ebene einer Blockinstanz entspreche automatisch den Ebenen aller darin enthaltenen Objekte, riskiert Probleme mit Sichtbarkeit und Bearbeitung.
Wird der Typ „nur verknüpft“ verwendet und der Speicherort der externen Datei geändert, kann die Geometrie unsichtbar bleiben, wenn die Datei nicht gefunden wird.
Werden beim Einfügen von Blöcken mit gleichen Namen die Konfliktoptionen nicht geprüft, kann dies beeinflussen, welche Definition verwendet wird. Rhino bietet die Optionen, die Definition im Modell zu verwenden, die Instanzen mit der Definition aus der Datei zu aktualisieren oder beide Definitionen beizubehalten.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Architektur- und Innenarchitekturbüros in der Türkei liegt der praktische Vorteil von Blöcken darin, dass sich Definitionen wiederkehrender Elemente zentral verwalten lassen. Bei Überarbeitungen kann das die Notwendigkeit verringern, Instanzen einzeln zu bearbeiten. Der tatsächliche Nutzen hängt jedoch davon ab, wie viele Wiederholungen das Modell enthält und wie die Dateien im Team organisiert sind.
Bei der Entscheidung sollten weniger Lizenz- oder Hardwarekosten als vielmehr die Zugänglichkeit externer Dateien im Team und die Eignung des Verknüpfungstyps für den Übergabeprozess im Mittelpunkt stehen. Die Quellen enthalten keine Angaben zu Preisen oder Hardwareanforderungen. Daher ist es insbesondere bei ausschließlich verknüpften Blöcken sinnvoll, vor der Übergabe die Dateipfade sowie das Ebenenverhalten und Namenskonflikte bei Blöcken zu überprüfen.
Häufige Fragen
Welche Tastenkombination erstellt in Rhino 8 einen Block?
In der Rhino-8-Dokumentation ist für den Befehl `Block` die Tastenkombination `Ctrl (CMD) + B` angegeben. Der Befehl erstellt aus ausgewählten Objekten eine Blockdefinition.
Was geschieht, wenn eine verknüpfte Blockdatei in Rhino nicht gefunden wird?
Bei ausschließlich verknüpften Blöcken wird die Geometrie im Modell nicht angezeigt. Bei eingebetteten und verknüpften Blöcken bleibt die im Modell gespeicherte Geometrie weiterhin verfügbar.
Wofür wird Rhino BlockManager verwendet?
Mit `BlockManager` wird das Bedienfeld zum Anzeigen und Verwalten von Blockdefinitionen geöffnet. Dort lassen sich Definitionen suchen, Instanzen auswählen, verknüpfte Blöcke aktualisieren und ungenutzte Definitionen bereinigen.



