Kurz gesagt
- BUSTAN wurde vom Material Topology Research Lab am Technion und dem Weizmann Tree Lab entwickelt.
- Der Pavillon besteht aus 178 Ziegeln aus lokalem Erdreich, Pflanzenfasern und mineralischen Bindemitteln.
- Die Ziegel wurden je nach Funktion – etwa für Schatten, Wärmespeicherung, Luftzirkulation, Feuchtigkeit und Lebensräume – unterschiedlich geformt.
- Das Projekt ist von September 2026 bis März 2027 in der Ausstellung The Circle im Design Museum Holon zu sehen.
Das Material Topology Research Lab (MTRL) am Technion – Israel Institute of Technology und das Weizmann Tree Lab haben den maßstabsgetreuen Pavillon BUSTAN aus 178 robotisch gefertigten Lehmziegeln errichtet. Wie eine am 7. Oktober veröffentlichte Meldung berichtet, wurde die Konstruktion rund um einen lebenden Olivenbaum für die Ausstellung The Circle im israelischen Design Museum Holon entwickelt, die von September 2026 bis März 2027 stattfindet. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine den Baum umgebende Wand, die ein Mikroklima schaffen und verschiedenen Lebewesen Raum bieten soll.
Ziegel, die an die Umgebung des Baums angepasst sind
Die Ziegel von BUSTAN bestehen überwiegend aus lokalem Erdreich, pflanzlichen Fasern und mineralischen Bindemitteln. Das Material wurde zu einer für die robotische Fertigung geeigneten Masse verarbeitet und anschließend durch eine spezielle Düse Schicht für Schicht gedruckt. Für jeden Ziegel wurden eine eigene Geometrie, Oberflächenstruktur und Fertigungsbahn entwickelt.
Diese Unterschiede sind nicht nur eine gestalterische Entscheidung. Einige Ziegel spenden Schatten, um die Wurzeln vor der Sonne zu schützen. Die dicken Lehmwände sollen tagsüber Wärme aufnehmen und nachts wieder abgeben. Öffnungen im oberen Bereich fördern die natürliche Luftbewegung, während die geschichtete Erdstruktur im Pflanzbereich durch Kapillarwirkung Feuchtigkeit speichert. Den Projektangaben zufolge tragen die Fasern zur strukturellen und thermischen Leistungsfähigkeit bei und reduzieren zugleich das Gewicht.
Die Wand ist zugleich als Lebensraum gestaltet
Die poröse Hülle des Pavillons schafft im Bereich der Baumkrone und der Wurzeln des Olivenbaums ein Mikroklima. Aussparungen und Röhren in speziell geformten Ziegeln bieten Nischen für Pflanzen, Insekten, Vögel, kleine Säugetiere, Pilze und biologische Bodenkrusten. Bambusröhren, die in einige Ziegel eingesetzt wurden, sind ebenfalls Teil dieses durchlässigen Lebensraumkonzepts.
Das Projektteam versteht die Konstruktion als ein System, das sich mit der Zeit verändert: Dass die Erdoberfläche durch Witterung abgetragen und von Lebewesen besiedelt wird, ist Teil des Entwurfs. BUSTAN präsentiert den Pavillon damit nicht nur als statisches Objekt, sondern als Prototyp, der mit den ökologischen Prozessen seiner Umgebung zusammenwirkt.
Rechnergestützter Entwurf und robotische Fertigung
Der Herstellungsprozess umfasste das Sammeln lokalen Erdreichs, Materialtests, die Entwicklung von Bindemitteln, die Programmierung des Roboters und die Fertigung. Die Ziegel wurden im Technion Advanced Construction Center hergestellt. Anschließend wurden die beiden Pavillonabschnitte rund um den Olivenbaum zusammengefügt. Als Entwurfsteam wird MTRL genannt; die Forschungs- und Projektleitung übernahm Ofer Asaf, die Leitung des rechnergestützten Entwurfs Dr. Lior Skoury.
Der Bericht nennt weder die verwendete Entwurfssoftware noch die technischen Daten des Roboterarms, die Maße der Ziegel oder Kennwerte zur strukturellen Leistungsfähigkeit. Obwohl sich der Fertigungsansatz von BUSTAN nachvollziehen lässt, können daher keine direkten Rückschlüsse auf die Hard- und Softwarebedingungen gezogen werden, die für die Umsetzung eines ähnlichen Systems in einem anderen Atelier erforderlich wären.
Bedeutung für Architektur- und Visualisierungs-Workflows
Architektinnen, Architekten und Innenarchitektinnen und -architekten finden in dem Projekt ein Beispiel dafür, wie Materialeigenschaften nicht losgelöst von der Geometrie betrachtet werden. Die Form der Ziegel ist mit Funktionen wie Schatten, Luftzirkulation, Feuchtigkeit oder Lebensraum verknüpft. Für Archviz- und 3D-Produktionsteams rückt damit nicht nur das endgültige Erscheinungsbild des digitalen Modells in den Vordergrund, sondern auch dessen Zusammenhang mit dem Fertigungsweg und dem Materialverhalten.
Die Quelle enthält jedoch keine Angaben zu kommerzieller Software, Lizenzmodellen oder zur Kompatibilität mit bestimmter Hardware. BUSTAN sollte daher nicht als fertige Fertigungsanleitung, sondern als Forschungsprototyp verstanden werden, der lokale Materialtests, rechnergestützten Entwurf und robotische Fertigung zusammenführt.
Quellen
1 QuelleQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Der besondere Wert von BUSTAN für Architekturbüros und Visualisierungsteams liegt darin, Form, Material und Umweltfunktionen innerhalb derselben Entwurfsaufgabe zusammenzuführen. Dass die Ziegel nicht als einheitliche Module behandelt werden, ist ein überzeugendes Forschungsbeispiel dafür, wie sich ein digitales Modell mit der Fertigungslogik verknüpfen lässt.
Teams in der Türkei, die einen ähnlichen Ansatz in Betracht ziehen, sollten lokale Materialtests und die Möglichkeiten robotischer Fertigung von Anfang an einplanen. Der Bericht enthält keine Angaben zu Software, Hardware, Kosten oder Lizenzbedingungen. Daher ist es realistischer, das Projekt als Referenz für Forschung und Prototyping zu betrachten und nicht als unmittelbar umsetzbares Rezept.
Häufige Fragen
Aus welchen Materialien wurde der Pavillon BUSTAN gefertigt?
Die Ziegel bestehen überwiegend aus lokalem Erdreich, pflanzlichen Fasern und mineralischen Bindemitteln.
Wie viele robotisch gedruckte Ziegel wurden für BUSTAN verwendet?
Der Pavillon besteht aus 178 robotisch gefertigten Lehmziegeln.
Wo wird der Pavillon BUSTAN ausgestellt?
Das Projekt ist im Rahmen der Ausstellung The Circle von September 2026 bis März 2027 im Design Museum Holon in Israel zu sehen.



