Kurz gesagt
- Die Chatham Residence liegt auf einem 32 Hektar (80 Acres) großen Grundstück in der Columbia County in New York, nahe den Catskill Mountains.
- Das geschwungene Metalldach des eingeschossigen Hauses wurde von den Blättern einheimischer Eichen und dem Schattenwurf der Baumkronen inspiriert.
- Zusätzlich zum Hauptgebäude wurden im Rahmen des Projekts ein Gästehaus mit Arbeitsbereich, ein Gewächshaus und eine Scheune errichtet.
- An den Fassaden kamen Wellblechverkleidung und Accoya-Holz zum Einsatz; die Fotos stammen von Paul Warchol.
Das US-amerikanische Büro Desai Chia Architecture hat die Chatham Residence fertiggestellt, ein für den Ruhestand konzipiertes Projekt in der Stadt Chatham in der Columbia County im US-Bundesstaat New York. Das Haus liegt auf der Kuppe eines rund 32 Hektar (etwa 80 Acres) großen Grundstücks nahe den Catskill Mountains und wurde für ein Paar mit erwachsenen Kindern entworfen, das sich fernab von New York City ein neues Leben aufbauen wollte.
Wie entstand die Dachform?
Das in Manhattan ansässige Studio berücksichtigte im Entwurfsprozess sämtliche Elemente des Grundstücks – von den entfernten Bergen bis zum umliegenden Wald. Die Baumstämme auf dem Gelände erheben sich dabei wie Säulen, während das Blätterdach mit dem Sonnenlicht wechselnde Licht-Schatten-Muster erzeugt. Ausgehend von diesen Beobachtungen entstand das geschwungene Metalldach mit tiefen Dachüberständen, das sowohl Schatten spendet als auch das natürliche Schattenspiel der Umgebung imitiert.
Innenraumkonzept und Materialien
Im Zentrum des eingeschossigen Hauses liegt ein sozialer Bereich mit Küche, Essbereich und Wohnzimmer. Geschwungene Ecken sorgen hier für einen weichen Übergang von den Wänden zur gewölbten Decke, während raumhohe Glasflächen weite Ausblicke auf das Grundstück ermöglichen. Der zentrale Hausbereich wird von zwei Flügeln flankiert – einer beherbergt das Hauptschlafzimmer, der andere die übrigen Schlafzimmer. Im Hauptbad und im Eingangsflur sorgen Oberlichter für zusätzliches Tageslicht. An den Außenfassaden kommt Wellblechverkleidung zum Einsatz, wie sie häufig bei zeitgenössischen Farmgebäuden zu finden ist – ein Material, das sich sowohl durch seine Robustheit als auch durch seine schlichte Lichtreflexion auszeichnet. Unter den Dachüberständen und in den überdachten Sitzbereichen wurde hingegen sägerau geschnittenes Accoya-Holz verwendet.
Nebengebäude: Gästehaus, Gewächshaus und Scheune
Zusätzlich zum Hauptgebäude wurde ein separates Gästehaus errichtet, das auch das Homeoffice des Paares beherbergt. Mit seiner Wellblechverkleidung und den geschwungenen Dachüberständen fügt sich das Gebäude in die Formensprache des Hauptbaus ein und öffnet sich über breite Schiebetüren zu einer Poolterrasse. Das Projekt umfasst außerdem ein gemeinsam mit dem in New Hampshire ansässigen Unternehmen Rimol Greenhouses entwickeltes Gewächshaus sowie eine Scheune; beide Bauten speichern tagsüber mit ihren Polycarbonat-Wänden Sonnenlicht und leuchten nachts wie Laternen. Die Landschaftsgestaltung umfasst zudem Weideflächen für Schafe, Ziegen und Miniatur-Esel sowie einen Spazierweg, der zu einem natürlichen Teich führt.
Was bedeutet das für Architektur und Innenarchitektur?
Das Projekt liefert für Architekturbüros, die sich für eingeschossige Wohnhäuser auf ländlichen Grundstücken interessieren, ein konkretes Beispiel dafür, wie eine von natürlichen Formen (Blätter, Schatten) inspirierte Dachgeometrie in ein strukturelles und funktionales Element überführt werden kann. Für Innenarchitekten ist vor allem der Ansatz der geschwungenen Decken-Wand-Übergänge, die Tageslichtsteuerung über Oberlichter sowie die Herstellung eines Bezugs zur Landschaft durch große Glasflächen interessant. Auch die Integration landwirtschaftlicher Nebengebäude wie Gewächshaus und Scheune mit wirtschaftlichen Materialien wie Polycarbonat in die Gestaltungssprache des Hauptbaus dient als Beispiel dafür, wie Landschaft und Nebengebäude in ländlichen Projekten gemeinsam gedacht werden können. Zum Planungs- und Beraterteam des Projekts gehörten Gilsanz Murray Steficek (Statik), CES (Haustechnik), Eileen Pierce Lighting Studio (Lichtplanung), Wagner Hodgson Landscape Architects (Landschaftsarchitektur), Crawford Associates (Erschließung), Structureworks (Generalunternehmer) und Elephants Custom Furniture (Möbel). Die Projektfotos stammen von Paul Warchol.
Quellen
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Die Chatham Residence zeigt beispielhaft, wie der Ansatz, Form aus der Natur abzuleiten, nicht bloß eine ästhetische Geste bleibt, sondern zu einem klimatischen und funktionalen Werkzeug wird. Das geschwungene Dach und die tiefen Dachüberstände spenden Schatten und verleihen dem Projekt zugleich eine eigenständige Identität – ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig es ist, Material- und Formentscheidungen im ländlichen Wohnbau gemeinsam zu denken.
Für Büros in der Türkei ist besonders bemerkenswert, dass auch die Nebengebäude – Gewächshaus, Scheune und Gästehaus – konsequent an dieselbe Gestaltungssprache angebunden wurden. Gerade bei ländlichen Projekten oder Zweitwohnsitzen kann es sich sowohl in Bezug auf Kosten als auch auf räumliche Kohärenz auszahlen, Landschaft und Nebengebäude nicht getrennt vom Hauptentwurf, sondern als integrierte Strategie zu behandeln.
Häufige Fragen
Wo liegt die Chatham Residence?
Das Haus befindet sich in der Stadt Chatham in der Columbia County im US-Bundesstaat New York, auf einem 32 Hektar (80 Acres) großen Grundstück nahe den Catskill Mountains.
Worauf basiert die Dachgestaltung des Hauses?
Das geschwungene Metalldach wurde von den Blättern einheimischer Eichen sowie den Licht-Schatten-Mustern inspiriert, die die Baumkronen mit dem Sonnenlicht erzeugen.
Welche Nebengebäude gibt es neben dem Hauptwohnhaus?
Zum Projekt gehören ein Gästehaus mit Homeoffice, ein gemeinsam mit Rimol Greenhouses entwickeltes Gewächshaus sowie eine Scheune mit Polycarbonat-Wänden.



