Kurz gesagt
- Layout erstellt den Planbereich, der an einen Drucker oder als Datei, etwa als PDF, ausgegeben wird.
- Ein neues Layout kann zunächst 1 bis 4 Detail-Ansichtsfenster enthalten.
- Für Detail-Ansichten lassen sich Projektionstyp und Maßstab zwischen Modell und Plan einstellen; außerdem können Ansichten gesperrt werden.
- Die Rhino-8-Dokumentation beschreibt auch, wie sich mit einer weiß gefüllten Schraffur Detail-Bereiche mit unterschiedlichen Formen erstellen lassen.
In Rhino 8 dienen die Werkzeuge Layout und Detail dazu, aus einem 3D-Modell druckfertige Pläne zu erstellen. Laut der offiziellen Dokumentation von McNeel legt Layout den Papierbereich fest, der an einen Drucker oder als Datei, etwa als PDF, ausgegeben wird. Detail-Ansichten zeigen ausgewählte Ansichten des Modells auf diesem Plan. Die folgenden Schritte beschränken sich auf die in der Rhino-8-Dokumentation beschriebenen Funktionen für das Erstellen und Bearbeiten eines Plans vor der Ausgabe.
1. Layout erstellen und Planeigenschaften festlegen
Öffnen Sie das Werkzeug zum Erstellen eines Layouts über Drafting › Layout. Geben Sie im Fenster „Neues Layout“ einen Namen für den Plan ein und wählen Sie den Zieldrucker aus den verfügbaren Druckern sowie ein vom Drucker unterstütztes Papierformat. Die Ausrichtung lässt sich auf Portrait oder Landscape einstellen. Breite, Höhe und Papiereinheit legen Sie ebenfalls in diesem Schritt fest. Weicht die gewählte Einheit von der Layout-Einheit des Dokuments ab, rechnet Rhino die Werte um.
Legen Sie auch die anfängliche Anzahl der Detail-Ansichtsfenster fest. In der Dokumentation ist eine Anzahl von 1 bis 4 angegeben. Ein neues Layout mit vier Ansichten kann mit einer Projektion nach der First-Angle- oder Third-Angle-Methode beginnen. Wenn Sie vorab festlegen, wie viele Ansichten der Plan benötigt, müssen Sie beim Einrichten des ersten Layouts weniger überflüssige Detail-Bereiche entfernen. Die Auswahl verhindert jedoch nicht, dass Sie den Plan später ändern.
| Einstellung | Empfohlener Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| Initial Detail Count | 1–4 | Legt die anfängliche Anzahl der Detail-Ansichten im neuen Layout fest. |
| Orientation | Portrait oder Landscape | Legt fest, ob der Plan hochkant oder quer ausgerichtet ist. |
| Projection | Top, Bottom, Left, Right, Front, Back oder Perspective | Legt die Blickrichtung der Detail-Ansicht fest. |
| Lock | Gesperrt oder entsperrt | Verhindert bei gesperrter Detail-Ansicht das Verschieben oder Zoomen. |
2. Modellansichten und Beschriftungen zum Plan hinzufügen
Ein Layout hat eine andere Funktion als der Modellarbeitsbereich: Es platziert Modellansichten auf dem Plan und dient dazu, Informationen für die gedruckte Seite einzurichten. McNeel empfiehlt, einen Schriftkopf, Notizen und Maßstabsleisten sowie erforderliche Angaben wie Projektname, Plannummer oder Planinhalt hinzuzufügen. Detail-Ansichten werden verwendet, um verschiedene Ansichten des Modells auf demselben Plan zu zeigen.
Um eine neue Detail-Ansicht hinzuzufügen, verwenden Sie das Werkzeug unter Layout › Add Detail View. Mit Add zeichnen Sie einen rechteckigen Bereich; mit Center legen Sie den Bereich ausgehend von einem Mittelpunkt an. Über Projection können Sie die Blickrichtung festlegen. Doppelklicken Sie auf eine vorhandene Detail-Ansicht, um sie zu aktivieren; doppelklicken Sie außerhalb der Ansicht, um zum Planbereich zurückzukehren. Bei überlappenden Detail-Ansichten doppelklicken Sie möglichst nahe am Mittelpunkt des Bereichs, den Sie aktivieren möchten.
Das Drehen des Ansichtsinhalt und das Drehen des Detail-Rahmens sind zwei verschiedene Vorgänge. Um den Ansichtsinhalt zu ändern, aktivieren Sie die Detail-Ansicht und verwenden Sie den Befehl RotateView. Um den Rahmen zu drehen, wählen Sie zuerst den Rand der Detail-Ansicht aus und verwenden anschließend den Gumball oder den Befehl Rotate. Diese Unterscheidung hilft dabei, die Ausrichtung des Rahmens auf dem Plan nicht mit der Ausrichtung der Modellansicht zu verwechseln.
3. Maßstab prüfen und Ansichten fixieren
In den Detail-Einstellungen legt Scale fest, welcher Strecke im Modell eine Strecke auf dem Plan entspricht. In den Eigenschaften der Detail-Ansicht lässt sich der Skalierungsfaktor über Scale Value einstellen. Da die Dokumentation keinen empfohlenen Maßstab für ein bestimmtes Projekt nennt, lässt sich hier kein universell gültiger Wert angeben. Wählen Sie den Wert entsprechend den Anforderungen des Plans und prüfen Sie vor der Ausgabe, ob die Ansicht im richtigen Maßstab dargestellt wird.
Wenn Bildausschnitt und Maßstab stimmen, verhindert das Sperren der Detail-Ansicht ein versehentliches Verschieben oder Zoomen. Zum Entsperren können Sie Unlock verwenden. Das hilft, die abschließende Anordnung besonders auf Plänen mit mehreren Ansichten und Beschriftungen zu bewahren.
Bei der Bemaßung ist eine wichtige Unterscheidung zu beachten: Objekte innerhalb einer Detail-Ansicht werden anhand der Strecken im Modell bemaßt – auch wenn die Bemaßung in der Detail-Ansicht oder im Layout-Bereich erstellt wird. Objekte im Layout-Bereich werden dagegen anhand der Layout-Strecken bemaßt. Daher lassen sich eine Bemaßung für eine Modellansicht und die eines auf dem Plan gezeichneten Elements auf demselben Plan möglicherweise nicht nach derselben Logik interpretieren. Prüfen Sie vor der Ausgabe, ob Sie im richtigen Bereich und am richtigen Objekt bemaßen.
4. Plan bearbeiten, übertragen und Ausgabe prüfen
Wenn ein standardisierter Planrahmen oder Schriftkopf wiederverwendet werden soll, lassen sich laut Dokumentation Layouts aus einer anderen Rhino-Datei mit ImportLayout in die aktuelle Datei übertragen. So können Sie in verschiedenen Dateien gemeinsame Seitenlayouts verwenden. Eine Kopie des aktiven Layouts lässt sich mit CopyLayout erstellen.
Wenn der Rand der Detail-Ansicht auf dem Ausdruck nicht sichtbar sein soll, aktivieren Sie in den Objekteigenschaften die Einstellung No Print. Laut Dokumentation lassen sich in den Objekteigenschaften auch Merkmale wie die Farbe und Linienstärke des Detail-Rands einstellen. Prüfen Sie vor der Ausgabe den Schriftkopf, die Texte und Bemaßungen sowie alle Ränder, die sichtbar sein sollen.
Wenn eine nicht rechteckige Detail-Ansicht benötigt wird, beschreibt die Rhino-Dokumentation eine Methode, bei der eine weiß gefüllte Schraffur auf dem Layout die Ansicht begrenzt. Erstellen Sie zunächst ein Rechteck, das die Seitenränder darstellt, sowie eine Kurve in der gewünschten Form. Verwenden Sie diese Bereiche anschließend, um eine gefüllte Schraffur anzulegen. Die Dokumentation weist ausdrücklich darauf hin, dass die Schraffur in der Zeichenreihenfolge oben bleibt und die Detail-Ansicht nicht über die Schraffur gelegt werden kann. Verwenden Sie daher Draw Order, damit Text, Schriftkopf und Bemaßungen über der Schraffur liegen, und prüfen Sie vor der Ausgabe, ob alle Elemente sichtbar sind.
Häufige Fehler
Wenn Sie beim Bearbeiten einer Detail-Ansicht vergessen, den aktiven Bereich zu verlassen, arbeiten Sie möglicherweise statt auf dem Plan in der Modellansicht. Vergewissern Sie sich vor dem nächsten Arbeitsschritt, dass Sie zum Layout-Bereich zurückgekehrt sind.
Verwechseln Sie nicht, ob eine Bemaßung die Strecke im Modellbereich oder im Layout-Bereich angibt. Objekte innerhalb einer Detail-Ansicht werden anhand der Modellstrecke bemaßt.
Wird die Detail-Ansicht nach dem Festlegen von Bildausschnitt und Maßstab nicht gesperrt, kann sie versehentlich verschoben oder gezoomt werden.
Ignorieren Sie bei der Methode mit einer weißen Schraffur für eine speziell geformte Detail-Ansicht nicht die Zeichenreihenfolge: Die Schraffur kann oben liegen und Texte oder Bemaßungen verdecken.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
In Büros können wiederverwendbare Planvorlagen und mehrere Modellansichten auf derselben Seite den Aufwand für wiederkehrende Layout-Arbeiten verringern. Für Teams mit einem gemeinsamen Schriftkopf bieten die Funktionen zum Übertragen und Kopieren von Layouts einen praktischen Ausgangspunkt.
Die Dokumentation nennt jedoch weder konkrete Hardwareanforderungen noch Lizenzbedingungen oder den passenden Maßstab für ein bestimmtes Projekt. Daher empfiehlt es sich, beim Einrichten des Workflows die vorhandene Rhino-8-Installation und den Planstandard des Büros zugrunde zu legen. Bei speziell geformten Detail-Ansichten sollten Sie außerdem vor der Ausgabe die Schraffurreihenfolge, den Bezug der Bemaßungen und den Sperrstatus prüfen.
Häufige Fragen
Was ist in Rhino 8 der Unterschied zwischen Layout und Detail?
Layout ist der Planbereich, der gedruckt oder als Datei ausgegeben wird. Detail erstellt den Bereich, in dem eine Modellansicht auf diesem Plan dargestellt wird.
Wie sperrt man eine Detail-Ansicht in Rhino 8?
Sie können die Sperreinstellung in den Eigenschaften der Detail-Ansicht verwenden oder die Ansicht mit der Option `Lock` des Detail-Befehls fixieren. Eine gesperrte Ansicht lässt sich weder verschieben noch zoomen.
Welche Strecken geben Bemaßungen innerhalb einer Detail-Ansicht in Rhino Layout an?
Objekte innerhalb einer Detail-Ansicht werden anhand der Strecken im Modell bemaßt, auch wenn die Bemaßung im Layout-Bereich erstellt wird. Objekte im Layout-Bereich werden dagegen anhand der Layout-Strecken bemaßt.



