Kurz gesagt
- ToNURBS kann Mesh- und SubD-Objekte in NURBS-Flächen umwandeln.
- Bei der Mesh-Umwandlung lässt sich festlegen, ob Dreiecksflächen als getrimmte oder ungetrimmte NURBS-Flächen erstellt werden.
- Convert zerlegt Kurven in Bogen- oder Polyliniensegmente; SimplifyInput kann diese Segmente zusammenfassen.
- Bei der Umwandlung von SubD bestimmen die Optionen Packed und Unpacked, wie die NURBS-Flächen gruppiert werden.
Der Befehl ToNURBS in Rhino 8 wandelt Mesh- und SubD-Objekte in NURBS-Flächen sowie ausgewählte Mesh- oder SubD-Kanten in NURBS-Kurven um. Convert ändert die Struktur von Kurven in Bogen- oder Polyliniensegmente. Dieser Leitfaden stützt sich auf die in der Rhino-8-Dokumentation vom 15. Oktober 2026 beschriebenen Optionen. Ziel ist nicht nur, einen Befehl auszuführen, sondern zu verstehen, wie die Umwandlung Geometrie und Bearbeitungsweise verändern kann, um die passende Option auszuwählen.
1. Mit ToNURBS eine Fläche oder Kurve umwandeln
Wählen Sie ein Mesh- oder SubD-Objekt aus und führen Sie den Befehl ToNURBS aus, um NURBS-Flächen zu erstellen. Um Kanten in Kurven umzuwandeln, wählen Sie Mesh- oder SubD-Kanten bei gedrückter Umschalt- und Strg-Taste aus. Doppelklicken Sie auf eine Kante, um eine Kantenkette auszuwählen. So können Sie statt des gesamten Objekts gezielt mit der benötigten Kantengeometrie arbeiten.
Mit der Option DeleteInputObjects legen Sie fest, ob das Quellobjekt nach der Umwandlung in der Szene erhalten bleibt. Bei Yes ersetzt das NURBS-Objekt das Nicht-NURBS-Objekt. Bei No wird das neue Objekt auf der aktuellen Ebene hinzugefügt und befindet sich an derselben Position wie das alte Objekt. Falls Sie möglicherweise auf die Quellgeometrie zurückgreifen müssen, erleichtert es der Verzicht auf das Löschen, beide Ergebnisse zu vergleichen. Prüfen Sie nach der Umwandlung, welche Objekte sich in der Szene befinden; übereinanderliegende alte und neue Geometrie kann zu Verwechslungen führen.
2. Die passende Umwandlungsstruktur für Mesh und SubD auswählen
Die mesh-spezifischen MeshOptions enthalten die Option TrimTriangularFaces. Mit Yes werden Mesh-Dreiecke in getrimmte NURBS-Flächen umgewandelt, mit No in ungetrimmte NURBS-Flächen. Welche Struktur erforderlich ist, hängt vom späteren Einsatzzweck ab; die Dokumentation empfiehlt nicht für jedes Modell eine bestimmte Option. Deshalb ist es wichtig, die entstandenen Flächen nach der Umwandlung zu prüfen – besonders in Bereichen mit vielen Dreiecken.
Die SubD-spezifischen Optionen bieten Kontrolle über das Zusammenfügen von Flächen und die Stetigkeit an außergewöhnlichen Ecken. Im Abschnitt Faces fügt Packed ein Quad-Flächenraster zu einer größeren NURBS-Fläche zusammen. Bei Unpacked wird für jede viereckige SubD-Fläche eine eigene NURBS-Fläche erstellt. ShowFacePacks färbt SubD-Flächen anhand der Unterteilungen rechteckiger Quad-Raster unterschiedlich ein. Nach dem Hinzufügen einer Crease oder dem Löschen einer Fläche lässt sich das Raster mit ForceUpdateFacePacks neu anordnen; laut Dokumentation entspricht dies dem Befehl PackSubDFaces.
| Einstellung | Empfohlener Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| DeleteInputObjects | Yes oder No | Legt fest, ob das Quellobjekt gelöscht oder beibehalten wird. |
| TrimTriangularFaces | Yes oder No | Legt fest, ob Mesh-Dreiecke in getrimmte oder ungetrimmte NURBS-Flächen umgewandelt werden. |
| Faces | Packed oder Unpacked | Legt fest, ob die Quad-Flächen zusammengefügt oder einzeln als Flächen erstellt werden. |
Die Dokumentation nennt für diese Optionen keinen einheitlichen, für ein bestimmtes Projekt empfohlenen Wert. Die Tabelle fasst daher die Funktion der Einstellungen zusammen, bietet aber keine pauschale Auswahl anstelle der projektspezifischen Anforderungen.
3. Die Stetigkeit an außergewöhnlichen Ecken beurteilen
Bei der Umwandlung von SubD in ein Polysurface kann die Stetigkeit an außergewöhnlichen Ecken von den Umwandlungsoptionen beeinflusst werden. Laut Rhino-Dokumentation lässt sich die Stetigkeit an diesen Ecken nur näherungsweise erreichen; die Optionen G0, G1, G1x, G1xx und G2 bieten unterschiedliche Möglichkeiten, das Ergebnis in diesem Bereich zu beeinflussen. Glatte SubD-Bereiche, die von außergewöhnlichen Ecken entfernt liegen, werden im Polysurface immer als G2 definiert.
G0 versucht, die Form möglichst nah an der SubD zu halten. G1 zielt auf G1-Stetigkeit rund um die Ecke ab; dabei kann die Form stärker von der SubD abweichen. G1x ähnelt der Option G1 und versucht, die Abweichung der Kantennormalen auf 1 Grad oder weniger zu begrenzen. G1xx fügt den Isokurven nahe der Kante doppelte Knoten hinzu und verwendet dadurch mehr Kontrollpunkte, um die Glätte der Zebra-Streifen zu verbessern. G2 stellt an außergewöhnlichen Ecken G2-Stetigkeit her; diese Wahl kann jedoch rund um die Ecken Wölbungen oder Vertiefungen verursachen.
Richten Sie die Auswahl deshalb nicht allein nach dem Stetigkeitsgrad aus. Auch die Formnähe der umgewandelten Fläche und die Geometrie rund um die Ecke sind wichtig. Die Dokumentation nennt die Zebra-Analyse als eine Möglichkeit, G2-Stetigkeit nahe einer außergewöhnlichen Ecke in einer SubD zu veranschaulichen. Wenn Sie verschiedene Ergebnisse vergleichen, hilft es, immer denselben Bereich zu untersuchen, um die Auswirkungen der Auswahl zu verstehen.
4. Kurven mit Convert in Segmente zerlegen
Der Befehl Convert wandelt die Struktur einer Kurve in Bogen- oder Polyliniensegmente um. Die Output-Option Arcs erstellt Bogensegmente; nahezu gerade Abschnitte können in gerade Liniensegmente umgewandelt werden. Die Option Lines erzeugt Polyliniensegmente. Mit der Option SimplifyInput kann der Befehl außerdem kollineare Liniensegmente und Segmente desselben Kreises zusammenfassen. Diese Vereinfachung soll die Umwandlung von NURBS-Kurven aus Bogen- und Liniensegmenten präziser machen.
Bei SimplifyInput mit Yes verwendet die Vereinfachung absolute und Winkeltoleranzen; benutzerdefinierte Toleranzeinstellungen des Befehls kommen nicht zum Einsatz. Die Dokumentation empfiehlt No, wenn die Vereinfachung zu aggressiv vorgeht und normale NURBS-Kurven in Bögen oder Linien umwandelt. DeleteInput steuert, ob die ursprüngliche Kurve nach der Umwandlung gelöscht wird. Mit OutputLayer lässt sich das Ergebnis auf der aktuellen Ebene, auf derselben Ebene wie die Eingangskurve oder auf der Ebene der Zielfläche platzieren. Bei einem Eingabeobjekt aus einem mit Worksession eingebundenen Modell wird das Ergebnis auf der aktuellen Ebene abgelegt.
AngleTolerance legt den maximalen Winkel an den Segmentenden fest und überschreibt die Systemtoleranz. Der Wert Null lässt nicht tangentiale Bögen zu; dadurch können Knicke entstehen, allerdings sind möglicherweise weniger Segmente als bei der Option Lines erforderlich. Tolerance legt die Toleranz an den Mittelpunkten fest und überschreibt die Systemeinstellung. MinLength und MaxLength steuern die minimale und maximale Segmentlänge; bei beiden Einstellungen bedeutet Null, dass für die jeweilige Länge keine Begrenzung gilt.
Auswirkungen auf Workflows in Architektur und Visualisierung
Architektur- und Innenarchitekturbüros, die Geometrie in Programme übertragen müssen, die NURBS verarbeiten, können mit ToNURBS in Rhino 8 Meshes, SubD oder bestimmte einfache Objekte in NURBS umwandeln. Für Visualisierungsteams geht es bei der Auswahl darum, ob das Quellobjekt erhalten bleibt, ob Flächen einzeln oder gruppiert erstellt werden und in welche Segmente Kurven zerlegt werden. Wenn die Quellgeometrie vor der Umwandlung gesichert und das Ergebnis anschließend überprüft wird, lassen sich unerwünschte Änderungen leichter erkennen.
Die Rhino-Dokumentation nennt für diese Befehle keine bestimmten Hardwareanforderungen, Bearbeitungszeiten, Lizenzkosten oder Kompatibilitätslisten für andere Software. Büros sollten daher die entstehende Geometrie und die benötigte Flächenstruktur in ihren eigenen Ziel-Workflows testen und besonders die Stetigkeit an SubD-Ecken sowie die Umwandlung von Mesh-Dreiecken überprüfen. Bei mit Convert zerlegten Kurven ist außerdem zu beachten, dass Toleranz- und Segmentlängeneinstellungen das Ergebnis beeinflussen können.
Häufige Fehler
Die Umwandlung ausführen, ohne das Ergebnis der Option DeleteInputObjects zu prüfen, und dabei die alte Geometrie verlieren.
Nicht berücksichtigen, dass Packed und Unpacked unterschiedliche Flächenstrukturen erzeugen.
Übersehen, dass die Auswahl von G2 an außergewöhnlichen Ecken Wölbungen oder Vertiefungen verursachen kann.
Bei Convert ein Ergebnis erwarten, ohne das Toleranzverhalten der Option SimplifyInput zu berücksichtigen.
Beim Zurücksetzen von AngleTolerance auf Null vergessen, dass nicht tangentiale Bögen und Knicke entstehen können.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Diese Befehle in Rhino 8 bieten nützliche Kontrollmöglichkeiten, wenn unterschiedliche Geometrietypen für NURBS-basierte Workflows vorbereitet werden. Für Architektur- und Visualisierungsbüros in der Türkei liegt der eigentliche Nutzen weniger in der Umwandlung auf Knopfdruck als in der Möglichkeit, die Flächenaufteilung und den Erhalt des Quellobjekts festzulegen. Dadurch werden Tests und Kontrollen vor dem Export besonders wichtig.
Da die Dokumentation keine Angaben zu Hardwareanforderungen, Bearbeitungszeiten oder Lizenzkosten enthält, lassen sich zu diesen Punkten keine Schlussfolgerungen ziehen. Teams sollten in ihren eigenen Projekten Packed/Unpacked und die Stetigkeitsoptionen vergleichen und besonders darauf achten, dass G2 die Form rund um Ecken verändern kann. Auch bei Convert gilt es, die Auswirkungen der Toleranz- und Segmentlängeneinstellungen zu berücksichtigen.
Häufige Fragen
Welche Objekte wandelt ToNURBS in Rhino 8 um?
ToNURBS kann Mesh- und SubD-Objekte in NURBS-Flächen umwandeln. Auch NURBS-Kurven lassen sich aus Mesh- oder SubD-Kanten erstellen.
Wird das Quellobjekt bei der Umwandlung mit ToNURBS gelöscht?
Bei DeleteInputObjects mit Yes ersetzt das NURBS-Objekt das Quellobjekt. Bei No wird das neue Objekt auf der aktuellen Ebene hinzugefügt und bleibt an derselben Position wie die Quelle.
Was macht der Befehl Convert in Rhino mit Kurven?
Er wandelt Kurven in Bogen- oder Polyliniensegmente um. Je nach Einstellung lassen sich Linien- und Bogensegmente vereinfachen; außerdem stehen Optionen für Segmentlänge und Toleranz zur Verfügung.



