Kurz gesagt
- Picture erstellt eine rechteckige ebene Fläche und weist ihr das ausgewählte Bild als Material zu.
- Das beim Platzieren festgelegte Rechteck behält das Seitenverhältnis der Bitmap bei.
- Scale skaliert Objekte gleichmäßig in drei Richtungen; Scale1D und Scale2D skalieren sie in ausgewählten Richtungen.
- Mit ScaleNU lassen sich separate Skalierungsfaktoren für die X-, Y- und Z-Richtung eingeben.
Für welche Version ist dieser Leitfaden gedacht?
Der folgende Arbeitsablauf basiert auf den Befehlen Picture und Scale, wie sie in der offiziellen Dokumentation zu Rhino 8 von McNeel beschrieben werden. Ziel ist es, eine Bitmap als Referenz im Modellbereich zu verwenden und ausgewählte Objekte auf die erforderlichen Maße anzupassen. Die Dokumentation empfiehlt keinen festen Skalierungswert; das Ergebnis sollte sich nach den Maßangaben des Projekts richten.
1. Referenzbild vorbereiten
Halten Sie die gewünschte Bitmap auf Ihrem Computer bereit. Befindet sich das Bild in der Zwischenablage, können Sie es während des Befehls auch mit Ctrl+V einfügen. Position und Größe der Referenz im Zeichenbereich sollten im Zusammenhang mit der Geometrie beurteilt werden, an der Sie arbeiten. Das Bild selbst dient nicht als Maßprüfung: Für die tatsächliche Größe benötigen Sie ein bekanntes Maß aus dem Projekt.
2. Die Picture-Ebene erstellen
PictureStarten Sie den Befehl und wählen Sie das Bild aus. Legen Sie anschließend die erste Ecke der Ebene fest und wählen Sie die gegenüberliegende Ecke aus oder geben Sie eine Länge ein. Rhino erhält das Verhältnis von Länge zu Breite des erstellten Rechtecks entsprechend dem Seitenverhältnis des Bildes. Das Seitenverhältnis der Referenz wird beim Platzieren also nicht beliebig verändert.
Für den Befehl gibt es weitere Zeichenoptionen: Standardmäßig wird mit zwei gegenüberliegenden Ecken gezeichnet. 3Point verwendet zwei benachbarte Ecken und einen Punkt auf der gegenüberliegenden Seite. Center arbeitet mit Mittelpunkt und Eckpunkten; Vertical richtet die Ebene senkrecht zur Konstruktionsebene aus. Diese Optionen bestimmen die Platzierungsgeometrie. Das Bildmaterial lässt sich separat bearbeiten.
3. Platzierung in Druckgröße in Betracht ziehen
PictureDie Option 1to1 des Befehls verwendet die anhand der Auflösung (DPI) und Pixelgröße der Bitmap berechnete Druckgröße. Das ist hilfreich, wenn das Bild anhand seiner Pixel- und Auflösungsinformationen in der daraus abgeleiteten Druckgröße platziert werden soll. Dieser Wert bestätigt jedoch nicht automatisch die tatsächlichen Maße eines architektonischen Elements im Bild. Ist beispielsweise die reale Länge einer Tür oder Wand bekannt, muss die Skalierung des Modells zusätzlich anhand dieses Maßes überprüft werden.
4. Das Bildmaterial nach Bedarf bearbeiten
Für das Picture-Objekt wird ein spezielles Picture-Material erstellt, das sich im Materials-Panel bearbeiten lässt. Wird Self-Illumination für das Material aktiviert, bleibt das Bild in voller Intensität sichtbar und wird nicht von Licht und Schatten beeinflusst. So kann verhindert werden, dass Beleuchtungsänderungen die Lesbarkeit der Referenz beeinträchtigen. Mit Grayscale wird das Bild in 256 Graustufen umgewandelt.
Für Transparenz können Sie den Alphakanal des Bildes verwenden oder eine Farbe im Bild als Maske auswählen. Laut Dokumentation wird Transparenz bei den Formaten JPEG, PCX und Windows Bitmap nicht unterstützt. Die Tiling-Einstellung der Picture-Textur lässt sich nicht ändern. Berücksichtigen Sie diese Einschränkungen bei der Suche nach den Materialeinstellungen.
5. Ausgewählte Objekte anhand eines bekannten Maßes skalieren
ScaleUm Geometrie mit bekannten Maßen auf eine Zielgröße zu bringen, wählen Sie zuerst die Objekte aus. Legen Sie anschließend einen Basispunkt fest oder verwenden Sie den Mittelpunkt des Begrenzungsrahmens der ausgewählten Objekte. Für die Ausgangsgröße dienen der Basispunkt und der erste Referenzpunkt; für den zweiten Referenzpunkt geben Sie eine neue Größe ein. Der Befehl bietet außerdem die Möglichkeit, einen Skalierungsfaktor einzugeben oder zwei Referenzpunkte auszuwählen.
So können Sie anhand eines bekannten Maßes arbeiten, statt die Objekte auf dem Bildschirm nur ungefähr zu vergrößern oder zu verkleinern. Die Wahl des Basispunkts ist wichtig: Da die Skalierung auch die Position eines Objekts beeinflussen kann, sollten Sie prüfen, ob ein im Entwurf fixierter Punkt für den Arbeitsablauf geeignet ist. Ist die Kopieroption aktiviert, kann beim Transformieren eine Kopie der Objekte erstellt werden. Prüfen Sie die Befehlsoptionen, bevor Sie sie anwenden.
6. Den Befehl passend zur Zahl der zu ändernden Richtungen auswählen
| Einstellung | Empfohlener Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| Scale | Skalierungsfaktor oder zwei Referenzpunkte | Skaliert ausgewählte Objekte gleichmäßig in X-, Y- und Z-Richtung. |
| Scale1D | Erforderlicher Faktor für eine Richtung | Vergrößert oder verkleinert Objekte in der angegebenen Richtung, ohne die anderen Richtungen zu verändern. |
| Scale2D | Erforderlicher Faktor für zwei Richtungen | Skaliert gleichmäßig entlang der Achsen der Konstruktionsebene der aktiven Ansicht. |
| ScaleNU | Separate Faktoren für X, Y und Z | Wendet in den drei Richtungen unterschiedliche Skalierungswerte an. |
Wenn nur eine Richtung verändert werden soll, kommt Scale1D infrage; bei einer gleichmäßigen Änderung in zwei Richtungen kann Scale2D verwendet werden. Mit ScaleNU geben Sie für jede Achse einen separaten Wert ein. Bei Scale1D wird das Objekt in der ausgewählten Richtung abgeflacht, wenn Sie als Skalierungsfaktor 0 eingeben. Vermeiden Sie diesen Wert daher bei gewöhnlichen Maßanpassungen.
7. Skalierung von Verteilung oder Abstand unterscheiden
ScalePositionsDieser Befehl platziert Objekte neu, indem er die Mittelpunkte ihrer Begrenzungsrahmen auf neue Positionen skaliert. Die Modi 1D, 2D und 3D legen fest, ob die Verteilung in einer, zwei oder drei Richtungen erfolgt. Das unterscheidet sich davon, die Größe der ausgewählten Objekte selbst zu verändern. Wenn Sie die Verteilung zwischen Objekten skalieren möchten, kann daher eine positionsbezogene Option anstelle eines Befehls zur Änderung der Objektgröße sinnvoll sein.
Auswirkungen auf den Arbeitsablauf in Architektur und Visualisierung
Wenn Sie Bitmap-Referenzen wie Grundrisse, Ansichten oder Skizzen in den Modellbereich übernehmen, haben Sie die Inhalte, auf die Sie sich beim Arbeiten am Bild beziehen, in derselben Szene. Dass Picture das Seitenverhältnis beibehält, verringert das Risiko, die Referenz durch eine versehentliche Änderung ihrer Proportionen falsch zu interpretieren. Mit Scale anhand eines bekannten Maßes zu arbeiten, kann außerdem die Notwendigkeit verringern, Modellgrößen von Hand und nur ungefähr anzupassen. Für Architekturbüros und Studierende ist entscheidend, die anhand der Auflösung berechnete Druckgröße der Referenz nicht mit den tatsächlichen Gebäudeabmessungen zu verwechseln.
In der Dokumentation dieser Befehle werden keine Anforderungen an Arbeitsstation, Lizenz oder bestimmte Hardware genannt; dieser Leitfaden verspricht daher keine Leistungssteigerung. In der Praxis hilft es, den Skalierungstyp passend zur Geometrie auszuwählen, insbesondere bei Anpassungen entlang einer einzelnen Achse, wenn die anderen Maße erhalten bleiben sollen. Auch Dateiformat und Transparenzbedarf sollten vor den Materialeinstellungen geprüft werden.
Häufige Fehler
Die aus DPI und Pixelgröße des Bildes berechnete Druckgröße als verifiziertes Maß einer realen Länge im Projekt zu betrachten.
Objekte gleichmäßig in drei Richtungen zu skalieren, obwohl sie nur in einer Richtung verändert werden sollen.
Zu übersehen, dass der Wert 0 bei Scale1D das Objekt in der ausgewählten Richtung abflacht.
Zu erwarten, dass Transparenz bei Bildern im Format JPEG, PCX oder Windows Bitmap funktioniert.
Nicht zu berücksichtigen, dass sich die Tiling-Einstellung der Picture-Textur nicht ändern lässt.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Büros und Visualisierungsteams ist es ein nachvollziehbarer erster Schritt, mit Picture ein Referenzbild in die Szene zu holen. Das Bild sollte jedoch nicht automatisch als maßstabsgetreu angenommen werden. Scale anhand eines bekannten Maßes zu verwenden, kann verhindern, dass die Skalierung nur grob nach Augenmaß erfolgt.
In dieser Dokumentation werden keine bestimmten Hardware- oder Lizenzbedingungen genannt; ein Effizienzgewinn lässt sich daher weder an die Szenengröße noch an die Computerhardware knüpfen. In der Praxis ist vor allem wichtig, den passenden Skalierungstyp auszuwählen und das Bildformat vorab auf Transparenzunterstützung zu prüfen. Auch die Option 0 bei Scale1D kann bei falscher Verwendung Geometrie abflachen.
Häufige Fragen
Wie fügt man in Rhino 8 eine Bildreferenz hinzu?
Wählen Sie mit dem Befehl Picture eine Bitmap aus und legen Sie die Ecken der ebenen Fläche fest. Befindet sich das Bild in der Zwischenablage, können Sie es auch mit Ctrl+V einfügen.
Behält Rhino Picture das Seitenverhältnis eines Bildes bei?
Ja. Das mit Picture definierte Rechteck behält das Seitenverhältnis des Bildes bei.
Wie skaliert man Objekte in Rhino in nur einer Richtung?
Scale1D vergrößert oder verkleinert Objekte in der angegebenen Richtung, ohne sie in den anderen Richtungen zu vergrößern oder zu verkleinern.



