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Kore-Pavillon Venedig 2027: Schrumpfende Städte im Zeichen des „Katabolismus“

Der Korea-Pavillon der Architekturbiennale Venedig 2027 befasst sich mit den Veränderungen, die Bevölkerungsverlust und Überalterung in Städten bewirken. Das kuratorische Projekt „Katabolismus“ richtet den Blick auf die neue Nutzung bestehender Gebäude und frei werdender Grundstücke.

Stadtgefüge in Südkorea mit einem freien Grundstück, das als Garten und Parkplatz genutzt wirdKI-Bild
Symbolbild, mit KI erzeugt.Bild: 3dsınıfı / FCA AI

Kurz gesagt

  1. Der Beitrag Koreas zur Architekturbiennale Venedig 2027 ist ein Ausstellungsprojekt mit dem Titel „Katabolismus“.
  2. Das Projekt untersucht die räumlichen Veränderungen in Städten, deren Bevölkerung rasch schrumpft und altert.
  3. Kuratiert wird die Ausstellung von Janghwan Lee. Bae Yoonkyung, Kyo Suk Lee und Jaehyub Ko wirken ebenfalls mit.
  4. Die Forschung konzentriert sich darauf, bestehende Gebäude und freie Grundstücke durch kleinmaßstäbliche Eingriffe für andere Nutzungen anzupassen.

Der Korea-Pavillon bei der Architekturbiennale Venedig 2027 widmet sich mit dem Ausstellungsprojekt „Katabolismus“ dem Wandel von Städten, die durch Bevölkerungsverlust und Überalterung geprägt sind. Laut einem Bericht von ArchDaily vom 20. Oktober 2026 kuratiert der Architekt, Wissenschaftler und Kurator Janghwan Lee das von Arts Council Korea (ARKO) beauftragte Projekt. Die Architekten Bae Yoonkyung, Kyo Suk Lee und Jaehyub Ko wirken ebenfalls daran mit. Statt Wachstum und Neubauten in den Mittelpunkt zu stellen, untersucht die Ausstellung, wie sich Schrumpfung auf bestehende Gebäude und das städtische Leben auswirkt.

Wie deutet „Katabolismus“ den Wandel der Stadt?

Katabolismus, der Begriff, der dem Projekt seinen Namen gibt, bezeichnet einen biologischen Prozess, bei dem komplexe Moleküle in einfachere Einheiten zerlegt und Energie freigesetzt wird. Das kuratorische Team nutzt das Konzept als Perspektive, um Veränderungen in schrumpfenden Städten zu verstehen. In der Ausstellung gilt Schrumpfung nicht nur als Verlust, sondern auch als Möglichkeit, Beziehungen neu zu knüpfen und Räume anders zu nutzen.

Ausgangspunkt der Arbeit sind der Bevölkerungsrückgang und die alternde Gesellschaft in kleinen und mittelgroßen Städten Südkoreas außerhalb der großen Metropolregionen. Werden Gebäude in zunehmend weniger genutzten Gebieten abgerissen, können verstreut im Stadtgefüge freie Grundstücke zurückbleiben. Die Forschung des Mid-Size City Forum beschreibt dieses Phänomen als „urban perforation“. Solche Flächen können als Parkplätze oder Gemüsegärten genutzt werden; manche bleiben jedoch ungenutzt.

Neue Rollen für bestehende Gebäude und freie Grundstücke

Die Ausstellung untersucht, wie Gebäude und Teile der Stadt an veränderte Bedürfnisse angepasst werden können. Dazu zählen unterschiedliche Eingriffe wie das Unterteilen, Verbinden oder Reparieren von Gebäuden, das Entfernen einzelner Bereiche oder das Hinzufügen neuer Elemente. Das Team widmet sich auch der Umgestaltung vorhandener Bauteile und den räumlichen Folgen, die zurückbleiben, wenn frühere Nutzungen verschwinden.

Feldbeobachtungen, Datenanalysen und räumliche Dokumentationen des Mid-Size City Forum bilden eine Grundlage des Projekts. Die Ausstellung wirft die Frage auf, welche Gebäude sich in einem kontinuierlichen, schrittweisen Wandel erhalten und wie sie genutzt werden können. Die Rolle von Architektinnen und Architekten beschränkt sich dabei nicht auf den Entwurf neuer Gebäude: Auch Rückbau, Reduktion, Instandsetzung und die Neubewertung des Bestehenden werden als Teil des Entwurfsprozesses verstanden.

Bedeutung für Architektur und Visualisierung

Für Architektinnen und Architekten, Innenarchitektur- und Visualisierungsteams verlagert das Projekt den Ausgangspunkt des Entwurfs vom Neubau hin zur Analyse des vorhandenen Bestands. Ein freies Grundstück, ein ungenutztes Gebäude oder ein verändertes Nutzerprofil können unterschiedlich große Eingriffe statt einer einheitlichen Lösung erfordern. Entscheidungen über Anpassung, Verbindung und Erweiterung machen die präzise Erfassung von Umgebung und Material zu einem wichtigen Teil des Entwurfs.

Veränderte Altersgruppen, neu zugezogene Migrantinnen und Migranten sowie temporäre Besucherinnen und Besucher können unterschiedliche räumliche Bedürfnisse mit sich bringen. Das Projekt berücksichtigt diese Nutzergruppen bei der Auseinandersetzung mit der Zukunft schrumpfender Städte. Auch in der Visualisierung gewinnt der Blick auf die Beziehung zwischen dem Bestand und möglichen Transformationsszenarien an Bedeutung, statt lediglich ein fertiggestelltes Gebäude zu zeigen. Die Quelle enthält jedoch keine Angaben zu bestimmter Software, Hardware, Lizenzbedingungen oder technischer Kompatibilität.

Stadtszenarien jenseits des Wachstums

Das kuratorische Team versteht Architektur nicht allein als Produktion großer, abgeschlossener Neubauvolumen. Kleine, schrittweise Eingriffe werden als eine Möglichkeit vorgestellt, auf veränderte Lebensbedingungen zu reagieren. Der Ansatz vermeidet es, schrumpfende Städte ausschließlich mit Niedergang oder Unzulänglichkeit gleichzusetzen, und will zugleich verschwundene Funktionen nicht romantisieren. Während manche Nutzungen wegfallen, können neue Nutzergruppen und Bedürfnisse entstehen.

Janghwan Lee leitet das Studio Urban Operations und ist Co-Direktor des Mid-Size City Forum. Die an der Ausstellung beteiligte Bae Yoonkyung beschäftigt sich in Lehre und schriftlichen Arbeiten damit, wie Raum produziert und erlebt wird. Kyo Suk Lee hat Architektur- und Städtebauprojekte sowie Forschungsinitiativen in Korea geleitet. Jaehyub Ko ist Mitbegründer von Mission Object mit Sitz in Seoul und arbeitet in den Bereichen Design, Bildung, Forschung und Verlagswesen. An der Schnittstelle dieser unterschiedlichen Forschungsansätze und Praktiken diskutiert die Ausstellung, was Architektur unter den Bedingungen schrumpfender Städte bewahren und wie sie es verändern kann.

Quellen

1 Quelle
A
ArchDailyarchdaily.com/1187154/the-korean-pavilion-to-explore-urban-shrinkage-through-catabolism-at-the-2027-venice-architecture-biennale
Zusammenfassung

Quelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.

Die Einschätzung von 3dsınıfı
3dEinschätzung der Redaktion

Der Ansatz des Korea-Pavillons ist besonders für Büros relevant, die mit bestehender Bausubstanz arbeiten: Er versteht Entwerfen nicht ausschließlich als Schaffung neuer Volumen. Der Fokus auf kleine Eingriffe und unterschiedliche Nutzerbedürfnisse unterstreicht, wie wichtig bei Sanierungsprojekten die Erhebung vor Ort und eine sorgfältige Dokumentation des Bestands sind.

Ob sich eine solche Methode in der Türkei anwenden lässt, hängt von den baulichen Bedingungen und dem Budget des jeweiligen Projekts ab. Der Ausstellungsbericht enthält keine konkreten Angaben zu Kosten, Software, Hardware oder Lizenzen und bietet daher keine technische Anleitung. Für Büros ist entscheidend, Transformationsideen mit konkreten räumlichen Daten zu untermauern und in Visualisierungen den Bestand klar vom Entwurfsvorschlag abzugrenzen.

Häufige Fragen

Worum geht es im Korea-Pavillon bei der Architekturbiennale Venedig 2027?

Das Projekt „Katabolismus“ untersucht die räumlichen Veränderungen, die Bevölkerungsverlust und Überalterung in Städten bewirken, sowie neue Nutzungen für bestehende Gebäude.

Wer kuratiert den Korea-Pavillon?

Die Ausstellung wird vom Architekten, Wissenschaftler und Kurator Janghwan Lee kuratiert. Bae Yoonkyung, Kyo Suk Lee und Jaehyub Ko wirken ebenfalls mit.

Wie behandelt die Ausstellung frei gewordene Grundstücke und bestehende Gebäude?

Das Projekt untersucht, wie freie Grundstücke und bestehende Gebäude für andere Nutzungen angepasst werden können. Eingriffe wie Unterteilen, Verbinden, Reparieren, Reduzieren und Ergänzen zählen zu den Möglichkeiten dieser Transformation.

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