Kurz gesagt
- Geländemodelle lassen sich aus 3D-Loci, 3D-Polygonen, Stake-Objekten oder Punktwolken erzeugen.
- Quelldaten können vor der Modellerstellung mit dem Befehl `Validate 3D Data` überprüft werden.
- Mit `Texture Bed` lassen sich Bereiche wie Rasen oder Terrassen im Geländemodell mit unterschiedlichen Texturen darstellen.
- Änderungen an einem Pflanzenstil werden auf alle Pflanzen in der Zeichnung angewendet, die diesen Stil verwenden.
Dieser Praxisleitfaden bündelt die in der offiziellen Vectorworks-2025-Hilfe beschriebenen Werkzeuge für Geländemodelle und Landschaftsgestaltung in einem Workflow. Der Ablauf umfasst die Prüfung topografischer Daten, die Erstellung der Geländeoberfläche, die Festlegung von Kontur- und Darstellungseinstellungen, die Definition von Belagsflächen und die Anpassung von Pflanzungen. Da die Befehlspfade je nach Arbeitsbereich variieren können, sind die entsprechenden Optionen nachfolgend separat aufgeführt.
1. Quelldaten prüfen und Geländemodell erstellen
Für ein Geländemodell können Höhenangaben oder ein Begrenzungsobjekt verwendet werden. Als Beispiele für Quelldaten nennt die Dokumentation 3D-Loci, 3D-Polygone, Stake-Objekte und Punktwolken. Prüfen Sie die Quellen vor der Modellerstellung mit dem Befehl Validate 3D Data, um problematische Daten frühzeitig im Workflow zu erkennen.
Wechseln Sie in die Ansicht
Top/Planund wählen Sie die Quellobjekte aus, die im Geländemodell verwendet werden sollen.Führen Sie den Befehl
Site Model from Source Dataaus. In den Arbeitsbereichen Design Suite und Architect lautet der BefehlspfadAEC > Terrain, in LandmarkLandmark > Create Site Model.Wenn die Quelle eine Punktwolke ist, geben Sie im daraufhin geöffneten Dialogfenster
Site Model Point Densitydie Anzahl der zu erzeugenden 3D-Loci ein oder verwenden Sie den Schieberegler.Legen Sie im Dialogfenster
Site Model Settingsdie Modellparameter fest. MitKeep Source Datableiben die ursprünglichen Quelldaten bei der Modellerstellung erhalten.
Nach der Erstellung des Geländemodells speichert die Software das Modell standardmäßig im Cache, um spätere Aktualisierungen zu beschleunigen. Dadurch kann die Projektdatei größer werden. Prüfen Sie daher bei Projekten, bei denen die Dateigröße eine Rolle spielt, die Cache-Einstellung in den Dokumenteinstellungen. Nach dem Erstellen des Modells können Sie auch die Quelldaten bearbeiten und das Geländemodell neu erstellen.
2. Konturen und Oberflächendarstellung anpassen
Die Höhenoptionen in Site Model Settings legen den darzustellenden Konturbereich fest. Maximum Elevation definiert die Obergrenze, Minimum Elevation die Untergrenze und die untere geometrische Ebene des Modells. Wenn bei einer Aktualisierung Konturen außerhalb des festgelegten Bereichs entstehen würden, wird möglicherweise eine Warnung angezeigt. Ist Extend Min/Max when Needed aktiviert, werden der untere und obere Wert bei Bedarf automatisch erweitert.
Abstand und Multiplikator der Hauptkonturen sowie der Startversatz lassen sich in den entsprechenden Kontureinstellungen anpassen. Mit Segmentation Length bestimmen Sie, in welchen geraden Teilstücken gekrümmte Konturen gezeichnet werden. Ein kleinerer Wert ergibt glattere Kurven; bei 0 wird entsprechend der 2D-Auflösung die höchstmögliche Segmentierung verwendet. Da die Dokumentation keinen allgemein gültigen Idealwert für ein Projekt nennt, wählen Sie die Einstellung passend zur gewünschten Darstellung.
| Einstellung | Empfohlener Wert | Wirkung |
|---|---|---|
Segmentation Length | Kleinerer Wert für glattere Kurven; 0 für die höchste Segmentierung | Beeinflusst den Detailgrad gekrümmter Konturen. |
Simplification Tolerance | 0, wenn keine Vereinfachung gewünscht ist | Reduziert die Quellpunkte an der Begrenzung von Texture Bed nicht. |
In der 2D-Ansicht können das bestehende Gelände, das geplante Gelände oder beide Zustände gemeinsam angezeigt werden. Proposed + Existing ermöglicht den Vergleich beider Oberflächen in derselben Ansicht. Zu den weiteren Darstellungsoptionen gehören Konturen, geglättete Konturen sowie farbige Höhen- und Neigungsdarstellungen. Die geglättete Konturdarstellung wirkt sich nur auf die Optik aus und verändert die Quelldaten nicht.
Für die 3D-Darstellung stehen Mesh, Grid, vertikales Grid und 3D-Konturen zur Verfügung. 3D Mesh bildet die Oberfläche als TIN-Netz aus Dreiecken ab. Laut Quelldokumentation ist dies die genaueste Darstellung, da bei dieser Methode keine Interpolation erfolgt. Um die Seiten und Unterseite des Meshs zu schließen und einen Volumenkörper zu erhalten, wählen Sie Show Skirt. Für die Volumenanalyse steht außerdem die Darstellung Cut and Fill zur Verfügung.
3. Landschaftsflächen mit Texture Bed definieren
Mit Texture Bed lässt sich eine 2D-Form als definierte Belagsfläche auf dem Gelände verwenden. So können Bereiche wie Rasen, eine Terrasse mit Ziegelbelag oder Sand innerhalb desselben topografischen Modells visualisiert werden. Zeichnen Sie das Objekt mit dem Werkzeug Texture Bed aus dem Werkzeugset Site Modifiers oder erstellen Sie zunächst eine Polylinie und verwenden Sie den Befehl Create Objects from Shapes.
Wählen Sie das erstellte Objekt aus und legen Sie in der Palette Object Info über die Einstellung Apply To fest, ob der Modifier auf das bestehende oder das geplante Geländemodell angewendet wird. Mit Simplification Tolerance steuern Sie, wie stark die Begrenzung vereinfacht wird: Positive Werte vereinfachen nahe beieinanderliegende Abschnitte, bei 0 erfolgt keine Vereinfachung. Wenn detaillierte Begrenzungen erhalten bleiben müssen, passen Sie die Einstellung entsprechend an. Die Dokumentation gibt keinen festen Toleranzwert für ein bestimmtes Projekt vor.
Um die Texturdarstellung an eine Klasse zu binden, wählen Sie unter Texture from Class die gewünschte Klasse aus. In der Registerkarte Textures der ausgewählten Klasse muss eine Textur zugewiesen und die Option Use at Creation aktiviert sein. Sie können auch die Option <Hardscape Class> verwenden. Damit Änderungen am Modifier im Gelände angezeigt werden, führen Sie in der Palette Object Info den Befehl Update Site Model aus. Prüfen Sie das Ergebnis in einem Renderworks-Render-Modus.
Ein Bild wie ein Luftbild auf die Geländeoberfläche zu legen, ist ein anderer Vorgang als die Verwendung von Texture Bed. Die Bildtextur wird bei ausgewähltem Geländemodell auf der Registerkarte Render der Palette Object Info zugewiesen. Nachdem Sie das Ergebnis in der 3D-Ansicht geprüft haben, können Sie mit dem Werkzeug Attribute Mapping Position, Größe und Drehung der Textur anpassen. Die Zuordnung ist auf eine 2D-Texturebene beschränkt; das Bild lässt sich nicht neigen oder verzerren.
4. Pflanzenstile und -gruppen anpassen
Um einen Pflanzenstil zu bearbeiten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Pflanzeninstanz und wählen Edit und Style. Alternativ können Sie in der Palette Object Info den Befehl Edit Style aufrufen oder im Resource Manager mit der rechten Maustaste auf den Stil klicken. Änderungen am Stil wirken sich auf alle Pflanzen in der Zeichnung aus, die diesen Stil verwenden. Achten Sie daher auf den Unterschied zwischen der Anpassung einer einzelnen Instanz und der Bearbeitung des gemeinsamen Stils.
Um die Begrenzung einer Mehrfachpflanzung zu ändern, wählen Sie die Gruppe aus und verwenden Sie das Werkzeug Reshape in der Palette Basic. Die Pflanzung passt sich der neuen Form an. Wird bei Dreiecks- und Rechteckanordnungen der Ausrichtungskontrollpunkt verschoben, wird die Anordnung relativ zur neuen repräsentativen Pflanzenmitte neu positioniert. Das Werkzeug Reshape bietet bei 2D-Objekten auch Funktionen wie das Verschieben von Eckpunkten, das parallele Verschieben von Kanten sowie das Hinzufügen oder Löschen von Eckpunkten.
Häufige Fehler
Das Modell erstellen, ohne die Quelldaten zu prüfen: Führen Sie zu Beginn den Befehl
Validate 3D Dataaus.Vergessen, das Belagsobjekt zu aktualisieren: Verwenden Sie den Befehl
Update Site Model, damit Änderungen im Gelände angezeigt werden.Texture Bed mit der Zuordnung einer Bildtextur verwechseln: Die Bildtextur wird auf der Registerkarte
Renderzugewiesen und mitAttribute Mappingangepasst.Übersehen, wie weit eine Änderung des Pflanzenstils reicht: Die Bearbeitung betrifft alle Pflanzen, die denselben Stil verwenden.
Dieser Workflow kann für Architektur-, Landschafts- und Visualisierungsteams hilfreich sein, die Geländedaten in Plan- und 3D-Ansichten untersuchen. Bestehende und geplante Oberflächen vergleichen, Neigungs- oder Höhendarstellungen beurteilen und Belagsbereiche abgrenzen – all das lässt sich im selben Modell umsetzen. Der Leitfaden basiert auf der Dokumentation zu Vectorworks 2025; es sollte nicht davon ausgegangen werden, dass sich Benutzeroberfläche und Optionen in anderen Versionen nicht geändert haben. Auch Punktwolkendichte, Dateigröße und Cache-Einstellungen sollten bei der Vorbereitung der Projektdatei berücksichtigt werden.
Quellen
3 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Landschaftsarchitektur- und Architekturbüros in der Türkei liegt der praktische Nutzen dieses Workflows darin, Topografie, Belagsflächen und Pflanzenanordnung in einem gemeinsamen Modell zusammenzuführen. Auch die gemeinsame Darstellung bestehender und geplanter Oberflächen kann die Bewertung von Entwurfsvarianten erleichtern. Insbesondere bei der Arbeit mit Punktwolken können die Zahl der zu erzeugenden Punkte und die Cache-Einstellung die Projektorganisation beeinflussen. Daher sollten Teams diese Einstellungen von Anfang an berücksichtigen.
Die Dokumentation nennt weder Hardwareanforderungen noch Lizenzkosten; daraus lassen sich daher keine Rückschlüsse auf Arbeitsplatzrechner oder Budget ziehen. Büros, die Vectorworks 2025 verwenden, können zunächst prüfen, ob die Befehle in ihrem Arbeitsbereich verfügbar sind, und die Aktualisierungs- und Darstellungseinstellungen in einer kleinen Datei testen. So lassen sich unnötige Details oder eine übermäßige Dateigröße frühzeitig erkennen.
Häufige Fragen
Aus welchen Daten lässt sich in Vectorworks 2025 ein Geländemodell erstellen?
Verwendet werden können 3D-Loci, 3D-Polygone, Stake-Objekte und Punktwolken. Ein Geländemodell lässt sich außerdem aus einem Begrenzungsobjekt erstellen.
Wofür wird Texture Bed in Vectorworks verwendet?
Damit lassen sich bestimmte Bereiche eines Geländemodells mit unterschiedlichen Texturen darstellen. Die Dokumentation nennt Rasen, Terrassen und Sandflächen als Beispiele.
Wirkt sich die Bearbeitung eines Pflanzenstils auf andere Pflanzen in der Zeichnung aus?
Ja. Änderungen am Stil werden auf alle Pflanzen in der Zeichnung angewendet, die denselben Stil verwenden.



