Kurz gesagt
- Die Standardmaterialien von SketchUp unterstützen PBR-Textur-Maps.
- Damit sich Materialoptionen bearbeiten lassen, muss das Material auf ein Element im Modell angewendet worden und in der Sammlung In Model sichtbar sein.
- Metalness, Roughness, Normal und Ambient Occlusion steuern unterschiedliche Oberflächeneigenschaften.
- Für fotorealistische Details muss der ausgewählte Stil den Flächenstil Display Photoreal Materials verwenden.
Die offiziellen Hilfedokumente von SketchUp, aktualisiert am 29. September 2026, erläutern, wie Materialien, Texturen und Umgebungen für Modelloberflächen verwendet werden. Dieser Leitfaden behandelt grundlegende Arbeitsschritte, mit denen sich Oberflächen wie Wände, Böden, Arbeitsplatten und Verkleidungen in der Innenraumgestaltung gestalten lassen. Da in den Dokumenten keine bestimmte SketchUp-Produktversion genannt wird, orientieren sich die Schritte an den dort beschriebenen Fenstern und Werkzeugen.
1. Den Detailgrad des Materials für die Oberfläche festlegen
Entscheiden Sie zunächst, ob nur die Farbe der Oberfläche dargestellt werden soll oder ob auch Textur und Lichtreaktion modelliert werden müssen. Eine einfache Farbe kann ausreichen, um Oberflächen voneinander abzugrenzen oder den Entwurf im Ganzen schnell zu beurteilen. Für eine detailliertere Präsentation lassen sich Materialien wie strukturierte Farbe, Holzverkleidungen oder Fliesen mit ausgeprägten Fugen mithilfe von Textur-Maps darstellen.
Die Standardmaterialien von SketchUp unterstützen Textur-Maps für Physically Based Rendering (PBR). Diese Maps helfen dabei, physikalische Oberflächeneigenschaften wie Rauheit und Metallizität im Modell darzustellen. Nicht jede Oberfläche muss eine detaillierte Textur erhalten: Auf Bereichen, die für die Entwurfsentscheidung keine Rolle spielen, reicht eine schlichte Farbe aus. So bleibt das Modell übersichtlich und wird nicht mit unnötigen visuellen Details überladen.
Im Arbeitsablauf für Innenarchitektur und Architekturvisualisierung kann es hilfreich sein, diese Unterscheidung früh zu treffen. Solange beispielsweise noch verschiedene Optionen geprüft werden, genügt es möglicherweise, eine Wand durch eine Farbe darzustellen. Sobald die Materialentscheidung feststeht, können Textur- und Reflexionseigenschaften angepasst werden. So lassen sich Farbe, Oberflächentextur und Lichteinfluss getrennt voneinander beurteilen.
2. Material anwenden und Bearbeitungsoptionen öffnen
Wählen Sie im Tab Select des Fensters Materials ein Material aus. Mit Sample können Sie auch ein vorhandenes Material aus dem Modell übernehmen.
Wenden Sie das Material auf das entsprechende Element im Modell an. Der Tab Edit lässt sich erst öffnen, wenn das Material auf das Modell angewendet wurde und in der Sammlung In Model angezeigt wird.
Wechseln Sie im Fenster Materials zum Tab Edit. Dort können Sie den Namen und die Farbe des Materials ändern, eine Bildtextur hinzufügen oder das verwendete Bild ersetzen.
Passen Sie die Kachelgröße des Texturbilds in den entsprechenden Feldern an. Wenn Sie eine Abmessung eingeben, behält SketchUp das Seitenverhältnis des Bildes bei. Soll das Seitenverhältnis absichtlich geändert werden, verwenden Sie das Kettensymbol.
Passen Sie die Transparenz über den Schieberegler oder durch direkte Eingabe eines Werts an. Laut Dokumentation bedeutet 0 vollständig transparent und 100 vollständig undurchsichtig.
Farbänderungen sind sofort im Modellierungsfenster sichtbar, sodass sich Farbtöne direkt im Modell vergleichen lassen. Das Texturbild kann auch in einem externen Bildbearbeitungsprogramm geändert werden. Dieses Programm lässt sich unter Preferences > Applications festlegen. Wenn das Bild beim Einfügen in das Modell sein Seitenverhältnis behalten soll, prüfen Sie den Status des Kettensymbols. Eine Änderung des Seitenverhältnisses kann dazu führen, dass das Muster auf der Oberfläche unerwartet verzerrt wird.
| Einstellung | Empfohlener Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| Opacity | 0: vollständig transparent; 100: vollständig undurchsichtig | Legt den Transparenzgrad des Materials fest. |
| Metalness | In der Dokumentation wird kein fester Wert empfohlen | Mit höheren Werten wirken Reflexionen stärker und farbiger. |
| Roughness | In der Dokumentation wird kein fester Wert empfohlen | Ein niedriger Wert erzeugt eine stärker polierte, ein hoher Wert eine mattere Reflexion. |
| Normal | In der Dokumentation wird kein fester Wert empfohlen | Erzeugt den Eindruck von Tiefe auf der Oberfläche, ohne die Geometrie zu verändern. |
| Ambient Occlusion | In der Dokumentation wird kein fester Wert empfohlen | Erzeugt Abdunklungen an Kanten und benachbarten Oberflächen und vermittelt so einen Eindruck von Tiefe. |
3. PBR-Einstellungen gemeinsam mit der Umgebung beurteilen
Materialien mit fotorealistischen Textur-Maps können Optionen wie Metalness, Roughness, Normal und Ambient Occlusion enthalten. Metalness wirkt sich auf Stärke und Farbe der Lichtreflexion aus. Roughness bestimmt, ob eine Oberfläche im Reflexionslicht eher poliert oder matt erscheint. Mit der Option Invert Roughness lassen sich die Auswirkungen der schwarzen und weißen Werte in der Roughness-Map umkehren.
Eine Normal-Map erzeugt den Eindruck von Oberflächendetails und Tiefe, ohne dem Modell neue Geometrie hinzuzufügen. Ambient Occlusion erzeugt Abdunklungen, die den Lichteinfluss insbesondere an Kanten und um benachbarte Elemente herum simulieren. Für diese Option ist eine spezielle Textur-Map erforderlich. Nicht jedes Material verfügt über diese Einstellungen: Fotorealistische Optionen stehen bei Materialien zur Verfügung, die entsprechende Textur-Maps verwenden.
Auch die Wahl der Umgebung wirkt sich auf das Erscheinungsbild des Materials aus. SketchUp-Umgebungen helfen Oberflächentexturen, auf Richtung und Qualität des Lichts zu reagieren und die virtuelle Umgebung zu reflektieren. Deshalb reicht es möglicherweise nicht aus, ein Material ausschließlich anhand der Einstellungen im Tab Edit zu beurteilen. Wenn eine Oberfläche anders aussieht als erwartet, prüfen Sie gemeinsam die Textur-Map, die Licht- und Reflexionswirkung der Umgebung und den ausgewählten Darstellungsstil.
4. Darstellung überprüfen und häufige Fehler vermeiden
Die Darstellungsoptionen in SketchUp beeinflussen, in welchem Umfang Materialinformationen auf dem Bildschirm wiedergegeben werden. Shaded stellt Oberflächen anhand ihrer Farbe dar, während Photoreal Materials die Details des Materials zeigt. Vergewissern Sie sich vor der Prüfung fotorealistischer Oberflächen, dass der ausgewählte Stil den Flächenstil Display Photoreal Materials verwendet. Andernfalls sind die erwarteten Texturdetails möglicherweise nicht auf dem Bildschirm zu sehen, obwohl die Materialeinstellungen vorgenommen wurden.
Dieser Arbeitsablauf ist für Architekten, Innenarchitekten und Visualisierungsteams hilfreich, die Materialvarianten direkt im Modell prüfen. Oberflächen wie Holz, Farbe und Bodenbeläge lassen sich jeweils separat nach Farbe, Texturmaßstab und Reflexionseigenschaften beurteilen. In den Hilfedokumenten werden keine bestimmten Anforderungen an Hardware, Lizenzen oder die Kompatibilität mit anderer Software genannt. Diese Punkte sollten daher im Zusammenhang mit der verwendeten Installation und dem jeweiligen Projektworkflow gesondert geprüft werden.
Häufige Fehler
Im Tab Edit nach Bearbeitungsoptionen suchen, ohne das Material auf ein Element im Modell anzuwenden. Das Material muss in der Sammlung In Model sichtbar sein.
Annehmen, dass Metalness, Roughness oder Normal für alle Materialien verfügbar sind. Die Verfügbarkeit hängt davon ab, ob das Material fotorealistische Textur-Maps verwendet.
Davon ausgehen, dass Texturdetails nicht angezeigt werden, ohne den fotorealistischen Flächenstil zu prüfen. Der ausgewählte Stil beeinflusst die Materialdarstellung.
Übersehen, dass Ambient Occlusion eine spezielle Textur-Map erfordert.
Das Seitenverhältnis des Texturbilds versehentlich ändern. SketchUp behält es zwar bei, doch über das Kettensymbol lässt sich dieses Verhalten ändern.
Wenn Sie nach jeder Änderung das Material im Modellierungsfenster mit einem geeigneten Darstellungsstil prüfen, können Sie Oberflächenentscheidungen überprüfen, bevor sie in die Präsentationsphase übernommen werden.
Quellen
2 QuellenQuelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.
Für Architekturbüros und Innenarchitekturbüros in der Türkei liegt der praktische Nutzen dieses Arbeitsablaufs darin, Materialvarianten einfacher direkt im Modell vergleichen zu können. Entwurfsentscheidungen zunächst mit einfachen Farben zu beurteilen und anschließend bei Bedarf Texturen und PBR-Optionen für bestimmte Oberflächen hinzuzufügen, kann unnötigen Bearbeitungsaufwand verringern.
Die Dokumente nennen keine bestimmten Hardwareanforderungen, Lizenzbedingungen oder Produktversionen. Daher wäre es nicht sinnvoll, in diesen Punkten Annahmen zu treffen. Teams sollten insbesondere den Darstellungsstil, die Textur-Maps des verwendeten Materials und das Seitenverhältnis der Bildtextur prüfen. Werden Umgebung und Materialeinstellungen gemeinsam beurteilt, lassen sich zudem Darstellungsunterschiede vor der Präsentation leichter erkennen.
Häufige Fragen
Wie bearbeitet man Materialien in SketchUp?
Wählen Sie im Fenster Materials ein Material aus oder übernehmen Sie mit Sample ein Material aus dem Modell. Das Material muss auf ein Element im Modell angewendet worden und in der Sammlung In Model sichtbar sein. Anschließend können Sie die Einstellungen im Tab Edit ändern.
Wofür sind die PBR-Materialoptionen in SketchUp gedacht?
Metalness steuert die Reflexion, Roughness, ob die Oberfläche in der Reflexion glatt oder matt wirkt, und Normal den Eindruck von Tiefe, ohne die Geometrie zu verändern. Ambient Occlusion erzeugt Abdunklungen an Kanten und benachbarten Oberflächen.
Warum werden fotorealistische Materialien in SketchUp nicht angezeigt?
Möglicherweise zeigt der ausgewählte Stil keine fotorealistischen Materialien an. Prüfen Sie den Flächenstil Display Photoreal Materials. Beachten Sie außerdem, dass einige Optionen nur für Materialien verfügbar sind, die geeignete Textur-Maps verwenden.



