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Micron gibt 4F²-DRAM auf und setzt auf einen 3D-Speicheransatz

Micron erklärte auf einem Technologie-Webinar am 21. Oktober, 4F²-DRAM nicht zu kommerzialisieren. Das Unternehmen entwickelt weiterhin die 6F²-Struktur und setzt auf 3D-DRAM. Als Grund nennt es, dass die Platzierung der Kondensatoren die Dichte stärker begrenzt als die Zellfläche.

Schlichte Laborszene mit vertikalen Speicherzellen und einem mehrschichtigen ChipKI-Bild
Symbolbild, mit KI erzeugt.Bild: 3dsınıfı / FCA AI

Kurz gesagt

  1. Micron teilte die Entscheidung bei einem Technologie-Webinar am 21. Oktober mit.
  2. Das 4F²-Design soll die Fläche pro Zelle im Vergleich zum 6F²-Layout um etwa ein Drittel verringern.
  3. Micron argumentiert, dass die Gesamtdichte auch davon abhängt, wie eng sich die Kondensatoren platzieren lassen.
  4. Das Unternehmen will seine Arbeit an 6F²-DRAM fortsetzen und sich auf 3D-DRAM-Architekturen konzentrieren.

Micron gab bei einem Technologie-Webinar am 21. Oktober bekannt, das 4F²-DRAM-Zellendesign nicht in ein kommerzielles Produkt zu überführen. Scott DeBoer, Präsident und Leiter der Bereiche Technologie und Produkte des Unternehmens, erklärte, Micron werde diese Struktur, an der seit rund zwei Jahrzehnten geforscht wird, nicht in seine Fertigungsroadmap aufnehmen. Stattdessen will das Unternehmen den 6F²-DRAM-Ansatz weiterentwickeln und seine Arbeit an dreidimensionalen DRAM-Technologien fortsetzen.

Was verspricht 4F²-DRAM?

Die Fläche einer DRAM-Zelle wird anhand der Einheit „F“ definiert. Sie steht für das kleinste Merkmal, das sich im Fertigungsprozess abbilden lässt. Beim heute verbreiteten 6F²-Layout ist eine Zelle 3F lang und 2F breit. Beim 4F²-Design wird die Zelle auf 2F × 2F verkleinert; dafür wird der Transistorkanal statt horizontal vertikal angeordnet.

Rein rechnerisch könnte dieses Layout die Fläche pro Zelle gegenüber einer 6F²-Struktur um etwa ein Drittel verkleinern. Micron zufolge bedeutet eine kleinere Zelle allein jedoch nicht automatisch eine entsprechend höhere Speicherdichte. Auch der Abstand, in dem sich die Kondensatoren platzieren lassen, zählt zu den Faktoren, die die Gesamtdichte begrenzen.

Warum wählt Micron einen anderen Weg?

Obwohl Micron 4F² lange erforscht hat, hält das Unternehmen den erwarteten Flächenvorteil unter realen Fertigungsbedingungen für nicht ausreichend. Nach Einschätzung von Micron können Einschränkungen bei der Platzierung der Kondensatoren den Gewinn durch kleinere Zellen schmälern. Deshalb will das Unternehmen 4F² nicht kommerzialisieren, sondern am 6F²-Layout festhalten und sich 3D-DRAM zuwenden.

Laut der von TechPowerUp wiedergegebenen Webinar-Aussage könnte Micron das 4F²-Design zwar auf älteren Fertigungsknoten mit höheren Kosten herstellen, sieht jedoch bei fortschrittlichen Knoten Skalierungsprobleme. Dieselbe Quelle berichtet, dass das Unternehmen Zellstrukturen mit vertikalen Kanaltransistoren seit rund zwei Jahrzehnten untersucht. Die Entscheidung bedeutet nicht, dass der 4F²-Ansatz in der gesamten Branche aufgegeben wird; andere Speicherhersteller verfolgen andere Strategien.

Unabhängig vom Bericht von TechPowerUp meldet SammyFans unter Berufung auf Microns Roadmap, dass die Serienproduktion von 1-delta-DRAM im Boise-Werk in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen soll. Außerdem soll die Wafer-Bonding-Technologie beim folgenden 1-epsilon-Knoten in die Fertigung integriert werden. Dieser Zeitplan ist eine separate Information zu Microns DRAM-Roadmap und sollte nicht mit der 4F²-Entscheidung verwechselt werden.

Auswirkungen auf Workflows in Architektur, Innenarchitektur und Archviz

Die Ankündigung bedeutet keine unmittelbare Änderung bei Architektur- und Visualisierungssoftware oder Projektdateien. In der Webinar-Berichterstattung nennt Micron weder einen Preis noch einen Markteinführungstermin für ein bestimmtes Speichermodul. Die separat erwähnte Roadmap betrifft die Fertigungsprozesse 1-delta und 1-epsilon; sie enthält keine Angaben zur Produktkompatibilität oder zu Hardwareanforderungen für Workstations.

Daher gibt es keinen konkreten Grund, bestehende Computer in Büros allein wegen der 4F²-Entscheidung aufzurüsten. Bei der Hardwareplanung sollten bis zur Veröffentlichung bestätigter Informationen zu neuen Speicherprodukten und zur Anwendungskompatibilität die bestehenden Workloads und technischen Anforderungen ausschlaggebend sein. Microns Strategiewechsel ist eher mit Blick auf die langfristige Entwicklung der Speicherfertigung relevant als als Anlass für eine sofortige Anpassung von Workstations.

Quellen

1 Quelle
T
TechPowerUptechpowerup.com/354042/micron-walks-away-from-4f-dram-after-two-decades-of-research-bets-on-3d-dram-instead
Zusammenfassung

Quelltexte werden nicht neu veröffentlicht; kurze Zitate sind gekennzeichnet, der Rest ist eigene Zusammenfassung und Einordnung.

Die Einschätzung von 3dsınıfı
3dEinschätzung der Redaktion

Microns Entscheidung zeigt, dass eine theoretische Verkleinerung der Zellfläche allein nicht über den Erfolg in der Fertigung entscheidet. Für Architekturbüros und Visualisierungsteams in der Türkei hat die Ankündigung kurzfristig keine unmittelbaren Hardwarefolgen; ein bestimmtes Produkt, ein Preis oder die Kompatibilität mit Workstations wurden nicht genannt.

Daher ist es sinnvoller, Kaufentscheidungen an den bestehenden Workloads und bestätigten Produkteigenschaften auszurichten, statt sie vorschnell aufgrund der Begriffe 4F² oder 3D-DRAM zu ändern. Die nächsten Schritte in Microns Fertigungsroadmap sind beobachtenswert. Solange sie sich jedoch nicht in konkreten Produkt- und Kompatibilitätsinformationen niederschlagen, lässt sich daraus kein messbarer Vorteil für das Bürobudget ableiten.

Häufige Fragen

Warum kommerzialisiert Micron 4F²-DRAM nicht?

Micron zufolge wird die Speicherdichte nicht allein durch die Zellfläche bestimmt; auch die Platzierung der Kondensatoren begrenzt sie. Das Unternehmen verweist auf Skalierungsprobleme des 4F²-Designs bei fortschrittlichen Fertigungsknoten.

Was ist der Unterschied zwischen 4F²- und 6F²-DRAM?

Eine 4F²-Zelle wird mit 2F × 2F angegeben, eine verbreitete 6F²-Zelle mit 3F × 2F. Das 4F²-Design soll die Zellfläche um etwa ein Drittel verringern.

Auf welche Speichertechnologie setzt Micron statt auf 4F²?

Micron will seine Arbeit an 6F²-DRAM fortsetzen und zugleich an 3D-DRAM arbeiten.

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